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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain

Radenhausen

Hof · 201 m über NN
Gemarkung Amöneburg, Gemeinde Amöneburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Hof

Lagebezug:

ca. 2 km südlich Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Gutshof südlich der Alten Ohm an der Straße nach Kirchhain am Rande der Amöneburger Gemarkung

Ersterwähnung:

750/779

Siedlungsentwicklung:

Partielle Ortswüstung. Lage der alten Dorfstelle ca. 200 m nordwestlichdes bestehenden Gehöfts (ca. 93 600/30 200) beiderseits der Alten Ohm. Auf dem N-Ufer befand sich die Wasserburg der von R., die im 30jähr. Krieg zerstört wurde. 1656/57 Neubau des Hofes am S-Ufer der Alten Ohm auf mainzisch Territorium. 1786 liegt der Hof an seiner heutigen Stelle. Als Dorf scheint R. noch 1500 bestanden zu haben; 1723 bis auf den Hof wüst - Etwa 400 m südlich des heutigen Gutshofs (ca. 93 750/29 600) deuten Erdverfärbungen und Keramikfunde der Zeit um 700 auf einen weiteren Siedlungsplatz, der aber schon früh ausgegangen sein dürfte. - Mit der Auflösung der preuß. Gutsbezirke wird der Hof 1928 nach Amöneburg eingemeindet

Historische Namensformen:

  • Rodohusen super fluvium, qui dicitur Amana (750/779) [Abschrift des 12. Jahrhundert Urkundenbuch des Klosters Fulda 1, Nr. 112]
  • Rodenhusen (um 1248)
  • Rodehusin (1264)
  • Radehusen (1292)
  • Rodenhausen (1708/10)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 750/779
  • dorf 1351
  • Hof 1577
  • Landgut 1813

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493798, 5629977
UTM: 32 U 493726 5628165
WGS84: 50.805185° N, 8.910963° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53400101019

Einwohnerstatistik:

  • 1577 und 1630: 2 Hausgesesse
  • 1885: 1 Wohnhaus mit 22 Bewohner
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 750/779: Lahngau. 1549 untersteht ein Hof der landgräflich Obrigkeit. 1577 steht einer der beiden Höfe dem Landgraf zu; der andere liegt zwar auf mainzisch Territorium, die hohe Gerichtbarkeit aber steht Hessen zu. Gerichtl. Zuständigkeit noch bis 1756 strittig

Altkreis:

Marburg

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 750/779 überträgt Rudun dem Kloster Fulda ihre Güter zu Radenhausen.
  • Um 1248 erhält das Erzstift Mainz Einkünfte.
  • 1282 verklagt der Deutsche Orden Marburg Berenger von Radenhausen wegen einer neu erbauten Mühle, deren Wehr die Deutsche Orden-Ländereien schädigt.
  • 1283 versetzen die Brüder Berenger und Wiegand von Radenhausen ihren Hof dem Deutschen Orden.
  • 1285 vermacht Elisabeth von Radenhausen dem Deutschen Orden ihren Anteil an der Mühle.
  • 1335 tauschen die von Radenhausen ihre 2 Höfe untereinander.
  • 1373 hat Kloster Haina dem Wäppner Adolf von Radenhausen das Klostergut zu Radenhausen zu Landsiedelrecht verpachtet.
  • 1469 belehnt Landgraf Heinrich III. die von Radenhausen mit dem halben Hof Radenhausen.
  • 1472 erben die von Lehrbach von Adolf von Radenhausen den halben Hof, der 1485 an den Landgraf verkauft wird.
  • 1482 hat Johann von Lehrbach seinen Anteil an den Marburger Schöffen Peter von St. Nabor weiterverkauft.
  • 1491 tauscht Ludwig von Radenhausen seinen Hof zu Schönbach gegen einen Deutsche Orden-Hof zu Radenhausen.
  • 1528 überlässt Landgraf Philipp den von Radenhausen 1 Viertel am Hof Radenhausen; 1557 bildet der Landgraf aus dem ihm verbliebenen Teil einen selbständigen Hof.
  • 1582 belehnt der Landgraf die Brüder Hans Wilhelm und Adolf von Radenhausen mit dem adligen Hof zu Mannlehen.
  • 1842 werden die Grafen von Schaumburg mit dem Hof belehnt.

Ortsadel:

1282-1825.

Kirche und Religion

Beginen:

1292 wird eine Begine Hedewigis beggina de Radehausen erwähnt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Radenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9270> (Stand: 6.6.2024)