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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode

Weitere Informationen

Epterode

Stadtteil · 475 m über NN
Gemeinde Großalmerode, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

1,5 km südlich von Großalmerode gelegen

Straßendorf senkrecht zum relativ steilen Westhang des Hohekopfs mit abzweigenden Stichgassen; Kirche am östliche Ende.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Hessisch Lichtenau/Walburg – Großalmerode/West seit 1883 (Teilstrecke Hessisch Lichtenau/Walburg - Großalmerode/Epterode wurde am 27.3.1883 eröffnet, die Teilstrecke Großalmerode/Epterode - Großalmerode/West am 1.2.1884). Bahnhof-Stillegung 13.12.2002

Ersterwähnung:

1182

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1413)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1915/1939

Älteste Gemarkungskarte:

1717

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555287, 5679224
UTM: 32 U 555191 5677392
WGS84: 51.24522° N, 9.790719° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636004010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1771: 744 Acker
  • 1885 (Hektar): 250, davon 95 Acker (= 38.00 %), 24 Wiesen (= 9.60 %), 61 Holzungen (= 24.40 %)
  • 1961 (Hektar): 250, davon 7 Wald (= 2.80 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85; 22 Hausgesesse
  • 1681: 29
  • 1747: 43 Mannschaften mit 44 Feuerstellen
  • 1771: 284 Einwohner in 51 Feuerstellen. Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Zeug- und Raschmacher, 9 Tiegelmacher, 1 Schmidt, 1 Töpfer, 1 Schneider, 1 Metzger, 2 Leinweber, 3 Schweinhändler, 1 Vierspänniger Fuhrmann, 9 Fuhrleute, 18 Bergleute und Tagelöhner, 6 einzelne Weibspersonen
  • 1852; 364
  • 1885: 257, davon 256 evangelisch (= 99.61 %), 1 katholisch (= 0.39 %)
  • 1925: 506 (469 evangelisch, 36 Baptisten,1 römisch-katholisch)
  • 1961: 544, davon 469 evangelisch (= 86.21 %), 68 katholisch (= 12.50 %)
  • 1982: 455
  • 1992: 438
  • 1997: 446
  • 2006: 447

Diagramme:

Epterode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Adelsdorf (von Hundelshausen und Berge)
  • 1747: Vogtei Rückerode
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Vogtei Rückerode
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Kassel, Kanton Kaufungen
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Vogtei Rückerode
  • 1818-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Großalmerode
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1458: Gericht je zur Hälfte von Hundelshausen und von dem Berge
  • 1569: Niederes Gericht von Hundelshausen und von dem Berge, peinliches Gericht Hessen
  • 1619: Anspruch der von Hundelshausen auf peinliches Gericht
  • 1640: Durchsetzung dieses Anspruchs durch von Hundelshausen
  • 1747: Niederes Gericht Hessen und Hundelshausen, peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Kaufungen
  • 1817: Amt Großalmerode
  • 1822: Assistenzamt Großalmerode (Justizamt Witzenhausen)
  • 1832: Justizamt Großalmerode
  • 1867: Amtsgericht Großalmerode
  • 1879: Amtsgericht Großalmerode
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1182 tauscht Landgraf Ludwig III. von Thüringen mit dem Abt Adalbert von Hasungen des Klosters Güter in Epterode gegen solche des Landgrafen im Dorf Langensalza.

1305: Die von Hundelshausen tragen Besitz zu Epterode, den sie von einem Spangenberger Bürger erworben haben, den von Spangenberg zu Lehen auf.

1391 werden die von Hundelshausen von Hessen mit halb Epterode belehnt, 1413 erhalten sie das halbe Dorf und weitere Besitzanteile.

1428: Die Gebrüder von dem Berge durch Landgraf Ludwig mit 1/2 Epterode zu Mannlehen belehnt

1458: Die von Hundelshausen haben 1/2 Dorf Epterode als hessisches Lehen inne, folgend Reverse bis 1822; die andere Hälfte Lehen der von dem Berge

1623: Mit Aussterben der von dem Berge deren Hälfte zur Vogtei Rückerode, Wittum der Witwe des Landgrafen Moritz, Juliane; mit dieser Vogtei bis 1834 zum Reservatenkommissar Witzenhausen, dann Hessen

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadtgemeinde Großalmerode, deren Stadtteil Epterode wurde.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche 1733 als schlichter Saalbau errichtet

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1771, 1881 und 1994 Filiale von Großalmerode

Patronat:

1771 Landgraf von Hessen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1771 ist ein von der Gemeinde errichtetes Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

1613-1720 Alaunwerk; Fertigung feuerfester Schmelztiegel, Chamotte und Schneiderkreide

Seit 1912: Braunkohlenbergbau

Jaspisbruch nördlich des Ortes

Nachweise

Quellen:

  • Hundelshauser Kopiar fol. 17v, 34V, 78 Landesbibliothek Kassel

Literatur:

Zitierweise
„Epterode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5611> (Stand: 4.3.2025)