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Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
116751215
Brüll, Nehemias [ID = 18229]
- * 16.3.1843 Neu-Raußnitz (Mähren), † 5.2.1891 Frankfurt am Main, jüdisch
Dr. phil. – Rabbiner, Historiker - Andere Namen ↑
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Weitere Namen:
- Brüll, Nachum
- Brüll, Nahum
- Brüll, Nehemiah
- Brüll, Nechemia
- Wirken ↑
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Werdegang:
- Unterricht vom Vater in Gymnasialfächern und jüdischer Literatur
- Besuch eines Privatgymnasiums in Kojetein (heute Kojetín/Tschechien)
- in Prag Besuch des Piaristen-Gymnasiums und zugleich Talmudstudium bei Salomon Leib Rapoport (geboren Lemberg 1.6.1790, gestorben Prag 16.10.1867)
- Besuch des Gymnasiums in Kremsier (heute Kroměříž/Tschechien)
- einjähriges theologisches Studium mit anschließender Ordination zum Rabbiner
- Studium an der Universität Wien
- in Wien Bekanntschaft mit Isaak Noah Mannheimer (geboren Kopenhagen 17.10.1793, gestorben Wien 18.3.1865) und Adolf Jellinek (geboren Draslowitz 26.6.1821, gestorben Wien 29.12.1893)
- Prediger in der von Jellinek begründeten Wiener Beth ha-Midrasch
- Promotion zum Dr. phil. an der Universität Leipzig
- ab 1866 Rabbiner in Bisenz (heute Bzenec/Tschechien)
- ab 24.9.1870 Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main auf Empfehlung von Abraham Geiger
- 1874-1890 Herausgeber der "Jahrbücher für jüdische Geschichte und Literatur"
- in der Kontroverse um den Gemeindeaustritt der Frankfurter Orthodoxen Hauptgegner von Samson Raphael Hirsch
- 1890 Herausgeber des "Central-Anzeigers für Jüdische Litteratur"
- 29.1.1891 Stegreifvortrag über den Talmud in der Vereinsversammlung des Mendelssohn-Vereins Frankfurt am Main
- 3.2.1891 erster von zwei Schlaganfällen
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Funktion:
- Frankfurt am Main, Rabbiner, 1870-1891
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Werke:
- Dissertation: "Die römischen Kaiser in Talmud und Midrasch"
- Reden für alle Wochenabschnitte des Jahres. Aus dem Nachlasse von N. Brüll
- Predigten, Bd. 1, 1869
- Israels Tapferkeit, 1870
- Worte der Trauer, gesprochen am 20. October 1871 am Sarge des verewigten Herrn Gotthelf Michael Binge, 1871
- Worte der Trauer gesprochen an der Bahre des verewigten Herrn Jacques Hahn, königl. italienischen Consuls am 16. April 1872, 1872
- Predigt zum Andenken des verewigten Herrn Dr. Abraham Geiger, Rabbiner zu Berlin, 1874
- Reden gehalten am Neujahrsfeste und am Versöhnungstage des Jahres 5638 (1877), 1877
- Zwei Reden, gehalten am Neujahresmorgen und am Schlußabende des Versöhnungstages, 1888
- Die Forterhaltung des Judentums, 1889
- Grabreden, 1895
- Trauungsreden, 1897
- Genesis, 1898
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Lebensorte:
- Kojetein; Prag; Kremsier; Wien; Bisenz; Frankfurt am Main
- Familie ↑
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Vater:
Brüll, Jakob Ben Michael, geboren Neu-Raußnitz (Mähren) 16.12.1812, gestorben Kojetein (Mähren) 29.11.1889, Rabbiner, Talmudist, Historiker, GND
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Mutter:
Brüll, Regine, geborene Trebitsch, geboren 1812, gestorben Mißlitz (Mähren) 16.4.1898, Tochter des Rabbiners Nehemiah Trebitsch (geboren 14.8.1779, gestorben Prag 4.7.1842)
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Partner:
- Brüll, Julie, geborene Schramek, geboren Leipnik (heute Lipník nad Bečvou/Tschechien) 1853, gestorben Frankfurt am Main 17.10.1932
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Verwandte:
- Brüll, Cornelia <Tochter>, geboren 1870, Heirat mit Sigmund Patak 1895, gestorben in Israel 1948
- Brüll, Friederike <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 1872, gestorben Frankfurt am Main 18.9.1879
- Brüll, Edmund <Sohn>, geboren Frankfurt am Main 1.2.1876, Heirat mit Emma Moïse, gestorben Sarreguemines/Lothringen 8.11.1937, Dr. jur., Rechtsanwalt
- Brüll, Adolf <Bruder>, geboren Kojetin (Mähren) 27.4.1846, gestorben Frankfurt am Main 15.9.1908, jüdisch, Dr. phil., Gelehrter, Religionswissenschaftler, Lehrer, Theologe, Rabbiner, Redakteur
- Trebitsch, Nehemias <Großvater>, geboren 1779, gestorben 1842, ab 1832 mährisch-schlesischer Landesrabbiner, GND
- Nachweise ↑
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Quellen:
- HStAM Bestand 903 Nr. 10440 (Frankfurt am Main, Sterbenebenregister, 1891, Nr. 371)
- HStAM Bestand 903 Nr. 10998 (Frankfurt I, Sterbenebenregister, 1932, Nr. 925)
- ISG FFM Bestand S2 Nr. 8405 (Brüll, Nehemia)
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Literatur:
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 111 (Sabine Hock)
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 66-68
- Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871, München 2004, S. 213, Nr. 209
- Carsten Wilke, Geographischer und quellenkundlicher Index zur Geschichte der Rabbinate im deutschen Sprachgebiet 1780-1918, Duisburg 1999, S. 205
- Zur Erinnerung an Dr. Nehemias Brüll s. A., in: Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen, Jahrgang 12 (1892), Heft 2, S. 28-30
- Zitierweise ↑
- „Brüll, Nehemias“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/116751215> (Stand: 5.9.2026)
