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Hessische Biografie

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Cornberg, Philipp Wilhelm von [ID = 9763]

* 24.6.1553 Kassel, † 30.8.1616 Richelsdorf Schloss, Begräbnisort: Richelsdorf Patronatskirche, Epitaph hinter Grabgewölbe im Chorraum, evangelisch-lutherisch; evangelisch-reformiert
Jurist, Kapitular, Propst, Rat, (Erb-)Drost, Hauptmann, Gutsherr, Kammermeister
Biografischer Text

Aus der Beziehung des jungen Erbprinzen Wilhelm (IV.) mit der Kasseler Bürgerstochter Elisabeth Wallenstein stammten zwei „natürliche Kinder“: eine Tochter Christine (1552/53–1637), die am Hof der Gräfin Anna von Bentheim-Tecklenburg aufwuchs und heiratete, und der Sohn Philipp Wilhelm, der 1572 den Namen „von Cornberg“ erhielt. Er war 1582 einige Monate Propst des ehemaligen Klosters Cornberg und wurde dann hessischer Rat und Küchenmeister. In den Folgejahren begegnet er in der hessischen Kammer und 1588 als Drost und Hauptmann des Amtes Auburg südwestlich von Diepholz. Später bekleidete er unterschiedliche Hofämter in Kassel, wieder als Küchenmeister oder in der Kammer. Unter seinem Halbbruder Landgraf Moritz diente er 1600–1605 als Kammermeister und unternahm einige recht heikle Gesandtschaftsreisen, nach 1604 unter anderem in Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Marburger Erbe mehrfach an den Kaiserhof in Prag. Aus den beiden Ehen Philipp Wilhelms gingen insgesamt 20 Kinder hervor, von denen fünf den Mannesstamm fortpflanzten.

Holger Th. Gräf

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 88)


Literatur