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Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
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4821 Fritzlar
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KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 30. Fritzlar
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Haddamar

Haddamar

Stadtteil · 210 m über NN
Gemeinde Fritzlar, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km nördlich von Fritzlar.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen auf einer nach Norden zur Quellmulde (Rose-Wiese) ziehenden Bodenwelle. Blockartiges Grundrissschema. Kirche mit rechteckigem Kirchhof in zentraler Lage.

Straße Züschen - Werkel berührt den Nord-Rand des Ortes.

Bundesstraße 450 führt 0,4 km östlich am Ort vorbei.

Ersterwähnung:

1209

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1233: villa
  • 1325: Dorf

Umlegung der Flur:

1884

Älteste Gemarkungskarte:

1686

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3518675, 5669429
UTM: 32 U 518594 5667601
WGS84: 51.159548° N, 9.265893° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634005040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1579: 66 landgräfliche Huben
  • 1742 (Kasseler Acker): 1810 Land, 193 Wiesen und Weinberge
  • 1885 (Hektar): 653, davon 462 Acker (= 70.75 %), 42 Wiesen (= 6.43 %), 111 Holzungen (= 17.00 %)
  • 1961 (Hektar): 657, davon 90 Wald (= 13.70 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 51 Hausgesesse
  • 1639: 13 verheiratete, 3 verwitwete Hausgesesse. 1682: 53 Hausgesesse
  • 1735: 37 Mannschaften. 1742 und 1747: 50 Häuser bzw. Hausgesesse
  • 1745: 3 Ausschösser, 4 Nebenmänner
  • 1834: 353, 1885: 347 Einwohner
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 347, davon 341 evangelisch (= 98.27 %), 6 katholisch (= 1.73 %)
  • 1925: 351, 1939: 320, 1950: 574, 1961: 380 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 134 Land- und Forstwirtschaft, 44 Produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 21 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 380, davon 361 evangelisch (= 95.00 %), 19 katholisch (= 5.00 %)

Diagramme:

Haddamar: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1386 und 1396: Landgraf Hermann verpfändet den von Hertingshausen das Dorf Haddamar
  • 1403: Amt Gudensberg
  • 1407: Landgraf Hermann verschreibt den von Grifte einen Zins aus dem Gericht Haddamar
  • 1428, 1497: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
  • 1437: Dorf Haddamar durch Hessen an Reinhard von Dalwigk verpfändet (1448 Rückgabe)
  • 1458: Landgraf Ludwig belehnt Werner von Elben mit einem Zins und dem Untergericht zu Haddamar; folgend Belehnungen bis 1516
  • 1536: Nach Aussterben der von Elben fällt das Untergericht Haddamar an Hessen heim
  • 1575/85: Amt Gudensberg; niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Gudensberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Gudensberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Dorflindenplatz mit ehemaligem Schandpfahl und Halseisen.
  • 1575/85: Amt Gudensberg; niederes und peinliches Gericht Hessen.
  • 1807: Friedensgericht Gudensberg
  • 1822: Justizamt Fritzlar
  • 1867: Amtsgericht Fritzlar
  • 1879: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

1386 und 1396: Landgraf Hermann verpfändet den von Hertingshausen das Dorf Haddamar.

1403: Amt Gudensberg.

1407: Landgraf Hermann verschreibt den von Grifte einen Zins aus dem Gericht Haddamar.

1428: Amt Gudensberg.

1437: Dorf Haddamar durch Hessen an Reinhard von Dalwigk verpfändet (1448 Rückgabe).

1458: Landgraf Ludwig belehnt Werner von Elben mit einem Zins und dem Untergericht zu Haddamar; folgend Belehnungen bis 1516.

1536: Nach Aussterben der von Elben fällt das Untergericht Haddamar an Hessen heim.

1745: 3 Ausschösser, 4 Nebenmänner.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Fritzlar, Stadtgemeinde eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1209 und noch um 1450: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Haddamar.
  • 1233: Gerhard Khoyo von Fritzlar schenkt dem Kloster Haina 5 Hufen zu Haddamar.
  • 1236: Die von Swydernthusen verzichten gegen Stift Fritzlar auf Güter zu Haddamar.
  • 1244: Ritter Hermann der Jüngere, genannt Meisenbug, erhält vom Kloster Haina Güter zu Haddamar.
  • 1245: Hermann genannt Linkvil verzichtet gegen Stift Fritzlar auf 2 Hufen zu Haddamar.
  • 1251: Der Fritzlarer Kanoniker Volpert von Borken trägt seine Güter zu Haddamar dem Kloster Hardehausen auf.
  • 1252: Magister Ludolf, genannt Petrus Lombardus, Kanoniker zu Fritzlar, schenkt dem Kloster Haina 5 Eigenhufen zu Haddamar.
  • 1257: Die von Borken verzichten gegen Kloster Hardehausen auf 2 Hufen zu Haddamar.
  • 1259: Kloster Hardehausen tauscht Güter zu Haddamar gegen seine Güter zu Kleinenglis.
  • 1272: Kloster Hardehausen erhält Güter zu Haddamar geschenkt.
  • 1275: Stift Fritzlar hat Flachszehnten zu Haddamar; Kloster Hardehausen erhält 2 Äcker zu Haddamar.
  • 1279 und 1289: Kloster Hardehausen kauft Güter zu Haddamar.
  • 1291: Hermann und Werner von Gudensberg verzichten gegen Kloster Haina auf 5 Morgen Acker zu Haddamar; Heinrich, Walthelms Sohn, Bürger zu Fritzlar, verkauft 2 Hufen zu Haddamar an Peter von Haina.
  • 1292: Hertwig, Priester, vermacht dem Kloster Haina sein Eigentum von 1 1/2 Hufen zu Haddamar.
  • 1304: Der Fritzlarer Bürger Heinrich Sasse weist dem Kloster Hardehausen unter anderem 7 Morgen zu Haddamar zu.
  • 1325: Die von Lohne verkaufen Hof und Güter in und um Haddamar.
  • 1339: Thilo von Kirchberg verkauft dem Allerheiligenaltar in der Stiftskirche Fritzlar eine halbe Hufe zu Haddamar.
  • Kurz nach 1378: Die von Elben haben 9 Pfund Geld, die von Grifte 8 Pfund als landgräfliches Lehen zu Haddamar.
  • 1442: Landgraf Ludwig belehnt Hermann Riedesel mit Gut zu Haddamar; folgend Belehnungen bis 1828.
  • 1467: Die Riedesel verkaufen ihren Hof zu Haddamar mit landgräflicher Genehmigung an Erhard von Buren.
  • 1537: Landgraf Philipp belehnt Dr. Johann Fischer mit Zins zu Haddamar; folgend Belehnungen bis 1568.

Zehntverhältnisse:

1275: Stift Fritzlar hat Flachszehnten zu Haddamar; Kloster Hardehausen erhält 2 Äcker zu Haddamar.

Ortsadel:

1235-1298.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1355: plebanus.

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche, die etwa 1544 mit Geismar zu einer Pfarrei vereinigt war.

1575/85 und 1682: Haddamar nach Geismar eingepfarrt.

Bis 1746: Vikariat von Geismar.

Seit 1747: Filiale von Geismar.

Patronat:

1575/85: Patronat landgräflich.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Conradus de Ritte(?) ca. 1527

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Fritzlar.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Historische Ereignisse:

1427: Plünderung durch Mainz.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Um 1700 Eisenerzgrube bei Haddamar, Erz zum Verhütten nach Veckerhagen an die Weser geschafft.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Haddamar, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4375> (Stand: 1.12.2022)