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Historisches Ortslexikon

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5222 Grebenau
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Grebenau
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 9. Lauterbach

Weitere Informationen

Grebenau

Stadtteil · 270 m über NN
Gemeinde Grebenau, Vogelsbergkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14,4 km östlich von Alsfeld

Lage und Verkehrslage:

An der Einmündung der Schwarza in die Jossa gelegen.

In der Stadt treffen die Landesstraßen L3160 (Richtung Eulersdorf und Wallersdorf und L3161 (Richtung Merlos/Bieben und Udenhausen) aufeinander.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Niederaula/Niederjossa – Alsfeld seit 1915. Teilstrecke ab hier bis Schwarz am 1.7.1979 stillgelegt (Die Teilstrecke Niederjossa - Grebenau wurde am 1.4.1915 eröffnet, die Teilstrecke Grebenau - Alsfeld am 1.4.1916).

Ersterwähnung:

1265

Weitere Namen:

  • Waldkappel
  • Cappel

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei einem Beleg von 1057 war lange Zeit unklar, ob er auf dieses Grebenau (so die Zuweisung in UB Mainz 1, S. 189-191, Nr. 299, Anm. 7) oder auf Grebenau im Schwalm-Eder-Kreis zu beziehen ist. Der in der gefälschten Urkunde zu 786 umschriebene Pfarrbezirk schließt jedoch eine Identifizierung mit Grebenau im Vogelsbergkreis aus.

Der Ortsname Kappel, der seinen Namen vom örtlichen Kirchengebäude (mhd. kapélle, kápelle) ableitet, wurde erst im Spätmittelalter zugunsten des heutigen Ortsnamens Grebenau, d.h. „Grafen-Au“, aufgegeben (vgl. Reichardt, Siedlungsnamen, S. 382]

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1073, 1253, 1270)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3533341, 5623046
UTM: 32 U 533253 5621236
WGS84: 50.74196° N, 9.471292° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

535006030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 4224, davon 1446 Acker, 333 Wiesen, 2338 Wald
  • 1961 (Hektar): 1058, davon 610 Wald (= 57.66 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 926, davon 743 evangelisch (= 80.24 %), 143 katholisch (= 15.44 %)
  • 1970: 931 Einwohner

Diagramme:

Grebenau: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grebenau (zum Umfang des Amtes s. Mittelpunktfunktion)
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt Grebenau
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Alsfeld
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Romrod
  • 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld (verlegt aus Romrod) (Umbenennung)
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis

Altkreis:

Alsfeld

Gericht:

  • 1821: Landgericht Alsfeld
  • 1879: Amtsgericht Alsfeld

Herrschaft:

Am 10.7.1605 wurden dem Dorf Grebenau unter Ludwig V. von Hessen-Darmstadt die Stadt- und Marktrechte verliehen.

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Gemeinde s. Grebenau, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Grebenau.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1000: Kirche
  • 1278: Pleban
  • 1354: Pfarrer

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche vielleicht Oberaula

Um 1450 gehörten zum Kirchspiel: Bieben, Breitenbach, Eulersdorf, Gehau, Görzhain, Hatterode, Machtlos, Oberjossa, Reimenrod, Wallersdorf und Lingelbach

Patronat:

Um 1000 und später: Kloster Fulda, ab 1372 an Hessen

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Ab 1526 Einführung der Reformation, der Ort war 1527 lutherisch.

Erster evangelischer Pfarrer: "Herr" Leonardus 1547

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Mainz, Archidiakonat des Propstes von St. Johann in Mainz, Dekanat Oberaula

Juden:

1830: 122, 1905: 130, Januar 1933: 60 Juden

1864 Bau der Synagoge, 1844 israelitische Elementarschule

Friedhof seit dem 18. Jahrhundert

Kultur

Schulen:

Schule in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet; 1910 Volksschule mit drei Klassen

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1787 umfasste das Amt Grebenau die Orte Bieben, Eulersdorf, Grebenau, Reimenrod, Udenhausen und Wallershof sowie Merlos.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Grebenau, Vogelsbergkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9756> (Stand: 20.8.2025)