Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Weitere Informationen
Wippershain
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Ortsteil · 410 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
6 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Sackgassendorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Gehöftanordnung am südlichen Hang der Wippershainer Höhe. Die Kirche befindet sich in zentraler Lage, am Südrand der Ortsgemarkung Quelle des zur Haune führenden Wüllersbaches. Nach Nordwesten führt die K 76 Richtung Bad Hersfeld, im Norden der Dorfgemarkung verläuft die A 4.
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Ersterwähnung:
1317
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Siedlungsentwicklung:
Wippershain wurde 1494 zwischenzeitlich als wüst bezeichnet.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Hersfeld-Wippershain.
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Historische Namensformen:
- Wyprechteshain (1317) [HStAM Bestand Urk. 57 Nr. 497 und HStAM Bestand Urk. 57 Nr. 498]
- Wepersheim (1494) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1228]
- Wyppertzhayn (1531) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 205-207, Nr. 13]
- Wippershain (1559) [HStAM Best. 104 Nr. 139]
- Wippershain (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Wippershayn (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Wippershain (1770) [ HStAM, 49 d, Hersfeld 459]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Wüstung (1494)
- Dorf (1513)
- Dorfschaft (1770)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Hatterode
- Teufelsburg
- Teufelsburg (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
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Umlegung der Flur:
1929
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Älteste Gemarkungskarte:
1769
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3554389, 5633169
UTM: 32 U 554293 5631355
WGS84: 50.831362° N, 9.770954° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632019130
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 277, davon 208 Acker (= 75.09 %), 40 Wiesen (= 14.44 %), 13 Holzungen (= 4.69 %)
- 1961 (Hektar): 826, davon 513 Wald (= 62.11 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1631: 37 Hausgessesse
- 1673: 22 Hausgessesse
- 1747: 38 Feuerstätten (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1770: 40 steuerpflichtige Häuser mit 227 Menschen; Gewerbetreibende: 5 Wagner, so teils auch Ackerkleute und nur ihre eigene Arbeit machen, 1 Schmidt, so auch Ackermann, 3 Schneider, 1 Büttner, so auch Ackermann, 14 Leinweber so auch zugleich Ackerleute und ihr eigen Tuch machen, 11 Beisitzer und Taglöhner und 11 so bloß den Ackerbau treiben ( HStAM, 49 d, Hersfeld 459)
- 1835: 395 evangelische Einwohner, 64 Häuser
- 1885: 315, davon 315 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 379, davon 349 evangelisch (= 92.08 %), 24 katholisch (= 6.33 %)
- 1970: 430
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1494: Fürstabtei Hersfeld, buchenauisches Gericht Schildschlag
- 1567: Fürstabtei Hersfeld, buchenauisches Gericht Schildschlag
- 1585: Ritterschaftliches Patrimonialgericht der von Buchenau als fuldisches Lehen
- 1670: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Schildschlag
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1850: Justizamt Hersfeld II
- 1867: Amtsgericht Hersfeld
- 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
Wippershain lag in hersfeldischer Landeshoheit, das Stift hatte dort 1366 einen Schultheißen (KLB Msc. Hass. fol. 126). Bis zum endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Wippershain als Hersfelder Lehen ein Dorf des Gerichts Schildschlag der von Buchenau. Auch die peinliche Gerichtsbarkeit besaßen die von Buchenau als hersfeldisches Lehen (Rev. seit 1567).
1494 verkauft Engelhard von Buchenau für 2.000 Gulden verschiedene Dörfer, Wälder und Wüstungen u.a. Eitra, Rotensee und Wippersheim an Landgraf Wilhelm von Hessen. Im 16. Jahrhundert sind die von Buchenau wieder im Besitz ihrer Hersfelder Lehnrechte im Gericht Schildschlag.
Nach dem Übergang an die Landgrafen kommt es zu langwierigen Prozessen um die Medietät oder Immedietät des Schildschlags, die erst in einem Vergleich im Jahre 1670 beigelegt wurden. Die von Buchenau erkannten die Landeshoheit der Landgrafen an, sollten aber in ihren von Hersfeld übertragenen Rechten bleiben.1720/21 wurde das Gericht von der Familie Buchenau an Hessen verkauft. 1772 ist Wippershain unumstrittener Besitz der Landgrafen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Kirche nach Zerstörung im 30jährigen Krieg 1680 wieder errichtet, 1783 erneuert. Schlichter Saalbau mit schmalerem Rechteckchor
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Pfarrzugehörigkeit:
Das Kirchspiel Wippershain umfasste das ehemalige Gericht Schildschlag mit den Dörfern Wippershain, Sieglos und Eitra sowie dem größeren Teil des Dorfes Fischbach.
Wippershain war nach der Reformation bis zum 30jährigen Krieg Filial von Buchenau und danach dorthin eingepfarrt.
1680 wurde es eine protestantische Pfarrei der Inspektur Hersfeld [siehe Bad Hersfeld]. 1770, 1835 und 1872 Mutterkirche, zu der die Dorfschaften Sieglos, Eitra und Fischbach eingepfarrt sind. 1950: Auflösung des alten Kirchspiels Wippershain in seiner bisherigen Form und damit verbundene Verkleinerung. Eitra und Sieglos schieden aus und bildeten nun eine eigene Kirchengemeinde im Kirchspiel Unterhaun. Fischbach bleibt eingepfarrt.
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Patronat:
1770 landgräflich
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.
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Kirchliche Mittelbehörden:
Inspektur Hersfeld (ab 1680)
- Kultur ↑
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Schulen:
1770 kein Schulhaus vorhanden
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2, S. 951-953
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 322 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 523
- Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 516
- Zitierweise ↑
- „Wippershain, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3296> (Stand: 20.10.2026)

