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Historisches Ortslexikon

Wermertshausen

Ortsteil · 355 m über NN
Gemeinde Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

ca. 15,5 km südöstlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf leichter, nach Norden auslaufender Geländewelle im südlichen Talschluß der Zwesterohm. Kirche im nördlichen Ortsbereich.

Straße Rüddingshausen-Roßberg im Zuge der alten Grünberger Landstraße (nordöstlicher Strang), die im südöstlich Ortsbereich von einem frühen Höhenweg (Herrenweg) von Staufenberg-Homberg gekreuzt wurde.

Ersterwähnung:

780/782

Siedlungsentwicklung:

1431 wird die Siedlung als wüst bezeichnet. Auf eine Hofwüst 0,5 km südwestlich Wermertshausen deutet der Flurnamen: Struthhof

Historische Namensformen:

  • Werenbrahteshusen (780/802, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts) [UB Fulda Nr. 432]
  • Werenbrahdeshusun (um 1130)
  • Wernbershusin (1222)
  • Wernbratshein (1222)
  • Wembrachtishusen (1316)
  • Wermirshusen (1357)
  • Wermertshausen (1525)
  • Wermetshausen (1708/10)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1925/27

Älteste Gemarkungskarte:

1703

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493393, 5617896
UTM: 32 U 493321 5616089
WGS84: 50.696581° N, 8.905435° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534008100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 545 stellbares Land, 173 Wiesen, 8 Gärten, 172 Triesche
  • 1885 (Hektar): 240, davon 141 Acker (= 58.75 %), 65 Wiesen (= 27.08 %), 6 Holzungen (= 2.50 %)
  • 1961 (Hektar): 237, davon 8 Wald (= 3.38 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 6
  • 1681: 8 hausgesessene
  • 1749: 144 (darunter 72 auf den von Scholley'sehen Gütern)
  • 1749: 3 Wagner, 1 Leineweber, 2 Schmiede, 1 Ziegelbrenner, 2 Tagelöhner
  • 1838 (Familien): 22 Ackerbau, 3 Gewerbe, 5 Tagelöhner 22 nutzungsberechtigte, 6 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisitzer
  • 1885: 179, davon 179 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 80 Land- und Forstwirtschaft, 25 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 2 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 184, davon 174 evangelisch (= 94.57 %), 10 katholisch (= 5.43 %)

Diagramme:

Wermertshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 780/802: Lahngau. 1374 und später: Gericht Ebsdorf. Der 1431 wüst Ort wird 1526 zu Nordeck und Winnen gezogen, mit denen es den Rau von Holzhausen verliehen wird. Seitdem Gericht Nordeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Assistenzamt Treis/L.
  • 1831: Justizamt Treis/L.
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1972 wurde Wermertshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Gemeinde Ebdorfergrund eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 780/802 schenkt Bruninc dem Kloster Fulda Güterbesitz in Wermertshausen.
  • Um 1130 ist Wermertshausen einschließlich des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts.
  • 1222 beansprucht das Stephansstift den Novalzehnten in Wermertshausen.
  • 1357 erhält der Landgraf die Vogtei und den Zehnten in Wermertshausen.

Zehntverhältnisse:

Siehe Besitz.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1222: nach Ebsdorf eingepfarrt. 1577 und später: nach Winnen eingepfarrt; 1749 auch als Filiale bezeichnet

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Winnen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Winnener Pfarrer Weygandt Rauwenberg ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Ebsdorf

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wermertshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9393> (Stand: 22.5.2024)