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Historisches Ortslexikon

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4625 Witzenhausen
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Wendershausen

Weitere Informationen

Wendershausen

Stadtteil · 140 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km südöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Kleines Dorf im Anschluss an Gutsanlage am Südwestufer der Werra an der Einmündung eines kleinen Baches, unterhalb der Burg Ludwigstein. Kirche und Reste des Angers in zentraler Lage östlich des Gutsweilers. Durch den Ort führ die L 3464 (Eschweger Straße). Moderne Bebauung mit regelhafter Häuserzeile westlich parallel zur Werra

Ersterwähnung:

1271

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Wendershausen und von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Fort Allendorf.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1296)
  • Dorf (1369, 1466)

Ortsteile:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1963 eingeleitet

Älteste Gemarkungskarte:

1684

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3561574, 5687612
UTM: 32 U 561476 5685776
WGS84: 51.319963° N, 9.88219° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016140

Flächennutzungsstatistik:

  • 1747: 1056 Acker, davon 386 Acker Wald
  • 1961 (Hektar): 483, davon 114 Wald (= 23.60 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1466: 8 Hausgesesse
  • 1543; 17
  • 1575/85: 25
  • 1681: 18
  • 1747: 35 Mannschaften mit 33 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105) = 201 Einwohner
  • 1961: 741, davon 680 evangelisch (= 91.77 %), 52 katholisch (= 7.02 %)
  • 1970: 763 Einwohner

Diagramme:

Wendershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1583: Untergericht Wendershausen, mit Zubehör Hilgershausen, Weißenbach, Hundelshausen, Ellingerode
  • um 1570 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1327: Wendershausen ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.

1364: Lupold von Rengelrode gesteht dem Landgraf Heinrich die Lösung eines Zinses von Gut zu Wendershausen zu, das er als hessisches Lehen trägt.

1369: Landgraf Heinrich verpfändet dem Berthold Spanseil das Dorf Wendershausen mit Gericht.

1375: Landgraf Hermann versetzt dem Ludolf von Gerterode das Dorf Wendershausen.

Kurz nach 1376: Lippold von Rengelrode hat eine Fischweide als hessisches Lehen inne.

1434: Kloster Mariengarten verkauft Güter zu Wendershausen an Landgraf Ludwig

1439: Landgraf Ludwig belehnt Heimbrod von Rengelrode mit 7 Huben zu Wendershausen.

1445: Priester Hermann von Heiligenstadt vertauscht eine Wiese zu Wendershausen dem Landgrafen Ludwig gegen eine Wiese zu Ellingerode.

1448: Priester Hermann von Heiligenstadt verkauft dem Landgraf das Vorwerk zu Wendershausen, das seine Eltern vom Kloster Hilwartshausen gekauft hatten.

1477: Heimbrad von Rengelrode verkauft dem Jörg von Buttlar sein Vorwerk zu Wendershausen und die Wüstung Elkerode, beides hessische Lehen.

1478: Landgraf Ludwig belehnt Georg von Buttlar mit dem Vorwerk zu Wendershausen.

1528: Landgraf Philipp verschreibt dem Christian von Hanstein die Einkünfte aus dem Vorwerk Wendershausen.

1530: Landgraf Philipp verkauft dem Christian von Hanstein seinen Meierhof zu Wendershausen mit Gericht und Zubehör, wie er vom Wilhelmitenkloster Witzenhausen an Hessen gekommen ist.

1588: landgräflicher Hof und Vorwerk zu Wendershausen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Wendershausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1271: Die von Rieden verkaufen dem Kloster Mariengarten 3 Huben zu Wendershausen.
  • 1297: Joh.von Hungershausen überträgt seine Güter zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen.
  • 1358: Vergleich zwischen den Bauern von Wendershausen und dem Kloster Hilwartshausen.
  • 1371: Kloster Hilwartshausen verkauft sein Vorwerk zu Wendershausen den Gebrüdern von Heiligenstadt.
  • 1415: Adelheid von Gerterode verkauft ererbtes Geld zu Wendershausen.
  • 1422: Wilhelmitenkloster Witzenhausen erwirbt eine halbe Hufe zu Wendershausen.
  • 1429: Wilhelmitenkloster Witzenhausen verkauft eine halbe Hufe zu Wendershausen.
  • 1445: Wilhelmitenkloster Witzenhausen hat zu einem freien Vorwerk zu Wendershausen gehörige Güter von den von Rengelrode erworben.
  • 1446: Wilhelmitenkloster Witzenhausen erwirbt weitere Güter zu Wendershausen.
  • 1478: Heimbrad von Rengelrode hat 7 Hufen zu Wendershausen an Georg von Buttlar verkauft.
  • 1525 und 1527: Wilhelmitenkloster Witzenhausen hat Ländereien zu Wendershausen inne.

Zehntverhältnisse:

1296: Burghard von Ziegenberg überträgt den ihm von Dietrich von Meinsen resignierten halben Zehnten zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen.

1297: Derselbe überträgt dem genannten Kloster den ihm von Dietrich von Stockhausen resignierten anderen halben Zehnten zu Wendershausen.

1297: Burkhard von Ziegenberg überträgt den ihm von den von Stockhausen resignierten halben Zehnten zu Wendershausen dem Kloster Hilwartshausen, der vom Erzbischof von Mainz zu Lehen geht, und überträgt diesem dafür 4 Mansen zu Hubenrode.

1298: Heinrich von Ziegenberg hat Zehnten zu Wendershausen vom Kloster Kaufungen zu Lehen.

1298: Heinrich von Ziegenberg verzichtet auf den vom Kloster Kaufungen zu Lehen getragenen Zehnten zu Wendershausen.

1299: Heinrich von Ziegenberg erhält anstatt des vom Kloster Kaufungen zu Lehen getragenen Zehnten zu Wendershausen, den das Kloster Hilwartshausen erhalten hat, 3 Hufen zu Hubenrode.

1542: Kloster Hilwartshausen verkauft dem Landgraf Philipp den Zehnten zu Wendershausen.

1545: Landgraf Philipp belehnt Christoph Hülsing mit dem Zehnten zu Wendershausen, der vom Kloster Hilwartshausen erkauft wurde.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1295: plebanus
  • 1345: Kirche und Kirchhof
  • Kirche 1642 bis auf die Grundmauern verbrannt
  • Jetzige Kirche unter Verwendung mittelalterlicher Bausubstanz 1739/40 nach Plänen von Giovanni Ghezzy erbaut, 1856 umgestaltet, 1902 weiter verändertet, 1984-87 saniert

Pfarrzugehörigkeit:

Eingepfarrt die Leute von Flasbach

1458 und 1517: Pfarrland bezeugt

1569: Von Allendorf versehen

1575/85, 1872 und 1994: Filiale von Oberrieden

1925 und jetzt: eingepfarrt Gut Wendershausen und Flachsbachmühle

Patronat:

1575/85: Landgraf

1747: Hessen-Rotenburg

1763: zwischen Hessen-Rotenburg und von Dörnberg strittig; Bewerber durch von Dörnberg präsentiert und muß sich bei Hessen-Rotenburg melden

1845: Vertrag, laut welchem jede 3. Bestallung durch Landgraf erfolgt

Diakonische Einrichtung:

1949-1959 Schwesternstation (Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Tann Pfarrarchiv Tann)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

Juden:

1671: 1 Schutzjude

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1583: Sitz eines Untergerichts für Hilgershausen, Weißenbach und Hundelshausen

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wendershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7238> (Stand: 27.3.2026)