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Historisches Ortslexikon

Warzenbach

Stadtteil · 290 m über NN
Gemeinde Wetter (Hessen), Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Biedenkopf

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit komplexem Grundriss in flachem Talkessel beiderseits des gleichnamigen Bachlaufs. Nördlicher Siedlungskomplex linear ausgerichtet entlang einer Straßegabelung nördlich des Bachübergangs. Südlich des Bachs geschlossener Ortskern mit regellosem Grundriss; wehrhafte Kirche an Wegekreuzung. Ansätze zu linearer Bebauung am West-Rand des Ortes auf flachen, in die Niederung auslaufenden Hängen.

Straße von Treisbach vergabelt sich im Ortsbereich nach Brungershausen und Oberndorf

Ersterwähnung:

um 1130

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wetter West.

Historische Namensformen:

  • Warzbach (um 1130) [Gensicke, Vogtei Ebsdorf, S. 101]
  • Wanzbach (1270)
  • Warzebach (1279)
  • Wartzbach (1526)
  • Wartzenbach (1708/10)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Forsthaus Wollenberg
  • Wüstung -> Hollende
  • Wüstung -> Bannebach

Umlegung der Flur:

1916/21

Älteste Gemarkungskarte:

ca. 1720

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3475274, 5639150
UTM: 32 U 475210 5637334
WGS84: 50.887146° N, 8.647561° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534021090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1238 stellbares Land, 440 Wiesen, 40 Gärten, 310 Triesche, 600 Wald. 1885 (Hektar): 792, davon 332 Ackerl., 124 Wiesen, 283 Holz.
  • 1961 (Hektar): 1332, davon 811 Wald
  • 1885 (Hektar): 792, davon 332 Acker (= 41.92 %), 124 Wiesen (= 15.66 %), 283 Holzungen (= 35.73 %)
  • 1961 (Hektar): 1332, davon 811 Wald (= 60.89 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 18 Männer
  • 1577: 46
  • 1580: 19 Ackerleute, 31 Einläuftige 1630: 6 zweispänn., 15 einspänn. Ackerleute, 12 Einläuftige 1778: 19 Ackerleute, 2 Schmiede, 2 Wagner, 1 Maürer, 2 Pottaschensieder, 2 Schneider, 1 Wirt, 1 Leineweber; 18 weitere Leineweber zugl. Ackerleute 1838 (Familien): 41 Ackerbau, 8 Gewerbe, 9 Tagelöhner 44 autzungsber., 13 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 230 Land- und Forstwirtschaft, 82 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen undSonstiges
  • 1630: 33 hausgesessene
  • 1681: 27 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 47 hausgesessene
  • 1778: 277
  • 1838: 370
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 510 evangelisch, 25 römisch-katholische Einwohner
  • 1885: 498, davon 458 evangelisch (= 91.97 %), 3 katholisch (= 0.60 %), 37 andere Christen (= 7.43 %)
  • 1961: 546, davon 510 evangelisch (= 93.41 %), 25 katholisch (= 4.58 %)

Diagramme:

Warzenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374 und später: Gfsch. (Amt )Wetter
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Wetter
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Wetter
  • 1867: Amtsgericht Wetter
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Warzenbach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Wetter eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1130 ist W. einschl, des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts. 1270 nehmen die von Hohenfels den Güterbesitz des Stifts in Erbpacht. - 1279 erwirbt Kloster Caldern Güter in W.; 1324 verkaufen Ritter Volpert Hosekin von Hohenfels und seine Frau Christine von Treisbach dem Kloster ihren halben Hof zu W.; weitere Gütererwerbungen des Kloster bis 1335. - 1362 belehnt das Erzstift Mainz Hermann von Falkenberg mit einem Hof in W.; vorheriger Träger des Burglehens war der Mellnauer Burgmann Knybe. - 1404 kauft Kloster Hachborn von Arnold von Breidenbach Hof und Gut zu W. - An Gütern und Höfen, die Abgaben an das Stift Wetter leisten, befinden sich 1464 in W.: Hof des Kloster Caldern, das ehem. Gut der von Dersch, Gut der Döring, Hof des Kloster Hachborn, Hof der von Hatzfeld, Hof des Kloster Spieskappel, Hof der Abtissin von Wetter. - 1270 waren die von Hohenfels vom Mainzer St. Stephansstift mit dem Zehnten belehnt; 1388: nassau-dillenburg. Lehen der von Hohenfels
Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: Filiale von Amönau.

Patronat:

Stift Wetter bis 1527(?)

Diakonische Einrichtung:

1943 - 1958 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Amönau, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Amönauer Pfarrer Seifert Fett bis 1536.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Wetter

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Warzenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9374> (Stand: 29.3.2022)