Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4724 Großalmerode
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode
Gerichtsstätten
Anger in Velmeden

Weitere Informationen

Velmeden

Stadtteil · 372 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km südsüdwestlich von Witzenhausen; 6 km nordöstlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß im Westen des Meißner in Quellmulde der Velmede. In zentraler Lage rundummauerte Kirche an durchlaufender Straße (L 3238, Witzenhäuser Straße) auf die von Osten kommende L 3241 (Hausener Straße) stößt; im Osten weilerartige Gehöftgruppe, jüngere Siedlungsentwicklung vor allem westlich der L 3238.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Hessisch Lichtenau/Velmeden – Großalmerode/Ost – Neu-Eichenberg/Eichenberg ("Gelstertalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.12.1915) (Einstellung des Personenverkehrs am 3.6.1973).

Ersterwähnung:

800

Siedlungsentwicklung:

Velmeden verdankt seine frühe Entstehung auf der Lichtenauer Hochfläche vermutlich seiner Lage an der alten Salzstraße.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1330)
  • Dorf (1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Velmeden verdankt seine frühe Entstehung auf der Lichtenauer Hochfläche vermutlich seiner Lage an der alten Salzstraße.

Umlegung der Flur:

1895/96

Älteste Gemarkungskarte:

1690

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555668, 5675758
UTM: 32 U 555572 5673927
WGS84: 51.214032° N, 9.795637° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 20 Huben Land
  • 1563: 103 Acker und ein freies Vorwerk
  • 1779: 2529 Acker
  • 1961 (Hektar): 620, davon 52 Wald (= 8.39 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 36 Einwohner
  • 1575/85: 41 Hausgesesse
  • 1659: 24 Feuerstellen
  • 1681: 29 Hausgesesse
  • 1747: 45 Mannschaften mit 47 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1749: 217 Einwohner
  • 1961: 699, davon 661 evangelisch (= 94.56 %), 37 katholisch (= 5.29 %)
  • 1970: 736
  • Berufsgliederung 1724: 3 Amtspersonen, 23 Leinweber, 3 Schneider, 1 Wagner, 4 Schmiede, 1 Müller, 21 Ackerleute, 1 Fuhrmann, 6 Tagelöhner, 4 Hirten und Schäfer; zusammen: 67
  • 1779: 1 Hufschmied, 2 Schneider, wovon einer Schuldiener war, 2 Wirte, 1 Zimmermann und soviele Leineweber, wie die Zunft zuließ

Diagramme:

Velmeden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 800: in pago Hassorum
  • 1330 und 1354: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach
  • 1383/87: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Der ander Ort
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1330 und 1354: Amt Reichenbach
  • 1454 - 1527: Bildete ein Sondergericht unter Schultheißen und 3-4 Stadtschöffen aus Lichtenau
  • 1454 und 1553: Bildete mit Hausen einen Leistungsverband
  • 1553 und 1575: landgräfliches Gericht
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1330: Landgraf Heinrich verpfändet dem Deutschordenshaus Marburg Lichtenau, Reichenbach und Velmeden, die zuvor an Dyle von Eiben und Eckhard von Kappel

1354: Landgraf Heinrich und sein Sohn Otto verpfänden dem Deutschen Orden Marburg Burg Reichenbach, Stadt Lichtenau und den Zehnten zu Velmeden.

1414: Landgraf Ludwig gestattet die Schenkung einer halben Hufe zu Velmeden an Liebfrauenaltar zu Lichtenau.

1592: Landgraf Wilhelm belehnt die Familie Coriarius mit dem Freilehen zu Velmeden.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Velmeden seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 800 ist das Stift Hersfeld in Velmelden begütert.
  • 1300: Hartrad und Werner von Reichenbach vertauschen dem Kloster Hersfeld ihre Güter zu Velmeden.
  • 1362: Die Witwe des Ritters Heinrich Beyger stiftet ein Seigerät aus ihren Gütern zu Velmeden.
  • 1480: Kloster Germerode hat Zinseinkünfte zu Velmeden; folgend bis 1527.
  • 1454: Die Familie Tramm hat ein 2.freies Lehen zu Velmeden inne; 1530 und 1571: Die Familie Tramm mit einem Freigut zu Velmeden belehnt, dass 1592 mit landgräflicher Bewilligung an die von Hundelshausen verkauft wird.
  • 1535: Landgraf Philipp gibt ein (anderes) Freigut an Adam Wilhelm genannt Hitzenrod zu Erbleihe.
  • 1564: Besitz der von Hundelshausen zu Velmeden

Zehntverhältnisse:

1354 verpfänden die Landgrafen von Hessen dem Deutschen Orden u.a. den Zehnten in Velmeden 1466: Landgraf Ludwig belehnt die Meisenbug mit Zehnten zu Velmeden.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrer (1376) [HStAM Best. Urk. 49 Nr. 1823]
  • 1394: ecclesia
  • Kirche im Kern romanisch, im Spätmittelalter nach Osten mit Westturm ausgebaut; Schiff 1759 umgestaltet und erweitert, Taufstein 15. Jahrhundert; 1970-72 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1452: Filialkirche Velmeden von Pfarrkirche Laudenbach getrennt

1484: Pfarrer

1569 und 1872: Filiale Rommerode

1732-54: Vikariat Retterode von Velmeden versehen

1779, 1872 und 1994: Filiale Hausen, letzteres mit Steinbachsmühle

Patronat:

1397: Landgraf Hermann präsentiert auf Pfarrkirche Laudenbach und Velmeden seinen Kaplan.

1451/52 und 1747: Landgraf

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Hermann Fincke 1546, 1548

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Gensungen

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

1780 und 1872: Klasse Lichtenau

1923: Kirchenkreis Kaufungen

Nach 1929: Kirchenkreis Witzenhausen

Kultur

Schulen:

1779 ist ein Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Historische Ereignisse:

1326: In der Fehde zwischen Mainz und Hessen verbrannt

1637: Kroaten in Velmeden

Wirtschaft

Wirtschaft:

1421: Töpfer

1421/22: Schußeler

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Velmeden, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7155> (Stand: 30.10.2024)