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Historisches Ortslexikon

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5119 Kirchhain
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KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Stausebach

Stausebach

Stadtteil · 213 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2,5 km nördlich Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in flachem, nach Südosten offenem Talkessel beiderseits eines Bachlaufes aus dem Hirschgrund. Kirche mit mehreckig ummauertem Kirchhof am West-Rand des Ortes.

Straße Himmelsberg-Kirchhain bzw. Niederwald. Die alte Niederrheinische Landstraße lief südlich am Ort vorbei; südöstlich Verzweigung nach Langenstein; späterer Abzweig nach Kirchhain im Zuge der Amtsstraße von Rauschenberg

Ersterwähnung:

1268

Siedlungsentwicklung:

Auf eine wüst Siedlung deutet der Flurnamen zu Gießelshausen ca. 1,2 km südlich Stausebach

Historische Namensformen:

  • Stuzenbach (1268) [UB Arnsburg Nr. 118]
  • Stusinbach (1294)
  • Stuszenbaig (1294)
  • Stuzinbach (1317)
  • Stuzimbach (1395)
  • Stussenbach (1398)
  • Stutzenbach (1439)
  • Staussenbach (1571)
  • Stautzenbach (1708/10)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1920/23

Älteste Gemarkungskarte:

1810

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493278, 5634034
UTM: 32 U 493206 5632220
WGS84: 50.841649° N, 8.903511° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011130

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1290 stellbares Land, 211 Wiesen, 37 Gärten, 114 Triesche, 537 Wald
  • 1885 (Hektar): 575, davon 314 Acker (= 54.61 %), 63 Wiesen (= 10.96 %), 141 Holzungen (= 24.52 %)
  • 1961 (Hektar): 591, davon 143 Wald (= 24.20 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 25, 1646: 26, 1664: 35 Haushalte 1747: 167, 1838: 277, 1885: 307, 1925: 320, 1939: 270, 1950: 373, 1961: 294 Einwohner - 1861: 309 römisch-katholisch, 1 evangelisch-lutherisch, 1 evangelisch-ref. Einwohner 1961: 288 römisch-katholisch, 6 evangelischEinwohner - 1838 (Familien): 30 Ackerbau, 19 Gewerbe, 2 Tagelöhner 40 nutzungsberechtigte, 3 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 87 Land- und Forstwirtschaft, 42 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1885: 307, davon 7 evangelisch (= 2.28 %), 300 katholisch (= 97.72 %)
  • 1961: 294, davon 6 evangelisch (= 2.04 %), 288 katholisch (= 97.96 %)

Diagramme:

Stausebach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1327 gehört St. zu den Orten, die zum Gedinge des Amöneburger Amtmaans beisteuern. 1395 und später: Amt Amöneburg
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Amöneburg, Amtsvogtei Amöneburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Kirchhain
  • 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Amöneburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Kirchhain
  • 1867: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 wurde Stausebach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1268 und 1282 erwirbt Kloster Arnsburg Güterbesitz in St. - 1279 kauft der Deutsche Orden Marburg Güter in St. - 1358: 1 Hof der Pietanz des Deutsche Orden mit 12 Morgen Ackerland genannt - 1324 verfügt das Erzstift Mainz über Einkünfte aus Güterbesitz. - 1350 erwirbt der Marburger Bürger Hermann Bruning Güterbesitz, der 1430 an das Kloster Haina fällt. 1451 erwirbt das Kloster 2 verpfändete Höfe der von Dernbach. - 1567/1582 verfügt der Deutsche Orden über 3 Höfe; 1 Hof gehört zum Kirchenkasten in Kirchhain; 1 Hof zinst an die von Linsingen. 2 Höfe gehören dem Erzstift Mainz; 2 Hainer Höfe sind im Besitz der von Schwalbach. - Der Zehnte ist 1431 ziegenhain., seit 1450 landgräflich Lehen der von Dernbach
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrer 1366 genannt (MÜLLER S. 244).
  • 1482: Pfarr- und Wallfahrtskirche

Patrozinien:

  • Maria [1599]

Pfarrzugehörigkeit:

seit der Ref. zeitweise vom Pfarrer in Anzefahr versorgt. Seit 1608 (?) Filiale von Anzefahr

Patronat:

Patronat: 1527 von Falkenberg

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Conrad Schnaube (Spiräus) 1527-1535

Katholischer Bekenntniswechsel: 1604, nachdem der evangelische Pfarrer von Kurmainz vertrieben und ein katholischer eingesetzt wird.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Stausebach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9339> (Stand: 10.12.2022)