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Sankt Ottilien (Hugenottensiedlung)

Ortsteil · 365 m über NN
Gemarkung Sankt Ottilien, Gemeinde Helsa, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km südöstlich von Kassel und 7 km nordwestlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Planmäßige Anlage am Hang des Ottilienberges in bogenförmiger Zeile auf der Bachterrasse.

1 km südwestlich des Ortes auf einem Sporn des Sankt Ottilienberges (Höhe 446) befand sich - bereits im Altkreis Kassel - die namensgebende Kapelle Sankt Ottilien

Siedlungsentwicklung:

1699 durch 11 französische Familien aus der Dauphiné und dem Vivarais gegründet.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Gutsbezirke Eiterhagen und Waldau.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Vgl. Sankt Ottilienberg

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Kolonie (1699)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1838

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3545206, 5676201
UTM: 32 U 545114 5674370
WGS84: 51.218936° N, 9.645977° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633012030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 102, davon 66 Acker (= 60,78 %), 28 Wiesen (= 27,45 %), - Holzungen
  • 1961 (Hektar): 180, davon 54 Wald (= 30.00 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1699: 11 Familien (alle französisch)
  • 1767: 23 Familien (davon 4 französisch)
  • 1780: 30 Familien (4 französisch), 98 Einwohner
  • 1961: 304, davon 287 evangelisch (= 94.41 %), 5 katholisch (= 1.64 %)
  • 1970: 345 Einwohner
  • 1780: 14 Bauern, 7 Handwerker, davon - mit mehr als 0,5 ha Land, 1 Tagelöhner

Diagramme:

Sankt Ottilien (Hugenottensiedlung): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1699-1800: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Französische Kanzlei (ursprünglich Französische Kommission, dann Französische Kanzlei, ab 1778 offiziell Französische Justizkanzlei)
  • 1800-1803: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Kassel, Kanton Kaufungen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

Herrschaft:

Bis 1800 unterstand die Kolonie der Französischen Kanzlei der landgräflichen Regierung in Kassel.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss von Eschenstruth, Helsa-Wickenrode und Sankt Ottilien zur neuen Gemeinde Helsa.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1640: Wald, Bach und Teich zu St. Ottilien von Landgräfin Amalia Elisabeth von Hans Meisenbug gekauft. 1650: Genehmigung gemeinsamer Hut für die Gemarkung Eschenstruth und Fürstenhagen im Gehölz durch die Landgräfin.
  • 1688: Gleiche Genehmigung für Quentel gegen Bezahlung.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Vgl. Sankt Ottilienberg

Pfarrzugehörigkeit:

Jetziger Ort: anfangs zu Kirche Eschenstruth

1732: französische Gemeinde Kassel

1827: Filiale der französisch Gemeinde Kassel

1857: Vikariat von Heisa

1925 und jetzt: Filiale von Eschenstruth

Bekenntniswechsel:

1699 Gründung einer französisch-reformierten Gemeinde

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Sankt Ottilien (Hugenottensiedlung), Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1969> (Stand: 11.12.2024)