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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 55. Rotenburg

Weitere Informationen

Mündershausen

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Rotenburg a. d. Fulda, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2,3 km südwestlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am in die Fulda mündenden Mündersbach an den Ostausläufern des Knüllgebirges. Durch den Ort führt die Landesstraße 3336 (Stockstraße).

Ersterwähnung:

1322

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-Ost.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1423)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1904

Älteste Gemarkungskarte:

1757/1829

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3550037, 5649603
UTM: 32 U 549943 5647783
WGS84: 50.979469° N, 9.711436° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632018060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 118, davon 67 Acker (= 56.78 %), 13 Wiesen (= 11.02 %), 22 Holzungen (= 18.64 %)
  • 1961 (Hektar): 573, davon 480 Wald (= 83.77 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 8 Hausgessene
  • 1747: 12 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1779: 15 Häuser mit 76 Menschen; Gewerbeteibende: 1 Müller, 1 Maurer und Leineweber, 1 Schneider und Tagelöhner, 3 Leineweber so auch Ackerleute, 8 bloße Ackerleute
  • 1885: 108, davon 108 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 121, davon 115 evangelisch (= 95.04 %), 6 katholisch (= 4.96 %)
  • 1970: 120
  • 2001: 99

Diagramme:

Mündershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Adelsdorf im Gericht Ludwigseck (von Riedesel)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Rotenburg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rotenburg
  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1836: Justizamt Rotenburg II
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

1376 erhält Heinrich von Rodinberg ein Vorwerk in Mündershausen als landgräfliches Burglehen für seinen Dienst in Rotenburg.

1423 wird Mündershausen landgräflicher Lehnsbesitz derer von Rörenfurt, wie es zuvor Wigand Lilienberg innehatte. 1432-1822 wird es Burglehnsgut derer von Riedesel. 1472 verpfänden die Brüder Hermann und Jorge Riedesel, Erbmarschälle zu Hessen, mit Bewilligung des Landgrafen Heinrich dem Stift zu Rotenburg ihr Dorf Mündershausen für 31 Gulden. Es fällt aber wieder an die von Riedesel zurück. Die Landgrafen verfügen seit dem 16. Jahrhundert über die Hoch-, die von Riedesel über die Niedergerichtsbarkeit und damit faktisch über die Ortsherrschaft. Mündershausen gehört bis zum Ende des alten Reiches zur Gerichtsherrschaft Ludwisgseck. 1779 stehen denen von Riedesel alle Rechte am Dorf bis auf die landeshoheitlichen zu.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Rotenburg an der Fulda eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1322 gelangen Einkünfte aus der Mühle in Mündershausen an das Kloster Blankenheim.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1569 zu Rotenburg, 1585 zu Beenhausen, Anfang des 17. Jahrhunderts wieder zu Rotenburg, ebenso 1747, 1779, 1872 und 1994 gehört Mündershausen zur Rotenburger Altstädter Kirche

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Rotenburg, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Rotenburger Pfarrer Georg Möller ab 1526.

Kultur

Schulen:

1779 ist ein Schulhaus vorhanden, 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Bereits 1322 werden Einkünfte aus der Mühle in Mündershausen erwähnt. Um welche Mühle es sich handelt, ist nicht nachweisbar.

Vgl. Mündershäuser Mühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mündershausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3109> (Stand: 22.9.2025)