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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Leidenhofen

Ortsteil · 220 m über NN
Gemeinde Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9,5 km südlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im nördlich Randbereich der Gemarkung auf einem leichten Sattel des nach Nordwesten ziehenden Feldrückens.

Der Herzbach fließt durch den nordöstlich Ortsbereich.

Auf die Straße Winnen-Nordeck-Ebsdorf (alte Grünberger Landstraße) trifft im Ortsbereich die Straße von Dreihausen.

Ersterwähnung:

1018

Siedlungsentwicklung:

Auf eine wüst Siedlung (Hof) südwestlich Leidenhofen weist der Flurnamen Bauerbach

Flurnamen: das Mäuer 1,5 km südöstlich Leidenhofen

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1920/1924

Älteste Gemarkungskarte:

1768

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3487392, 5621232
UTM: 32 U 487323 5619423
WGS84: 50.72647° N, 8.820387° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534008070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1040 stellbares Land, 300 Wiesen, 21 Gärten, 9 Triesche, 800 Wald
  • 1885 (Hektar): 691, davon 328 Acker (= 47.47 %), 117 Wiesen (= 16.93 %), 203 Holzungen (= 29.38 %)
  • 1961 (Hektar): 691, davon 195 Wald (= 28.22 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1467: 24
  • 1577: 40
  • 1630: 30 hausgesessene
  • 1681: 31 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 50 Haushalte
  • 1778: 285
  • 1838 (Familien): 53 Ackerbau, 9 Gewerbe, 10 Tagelöhner 45 nutzungsberechtigte, 20 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 7 Beisitzer
  • 1861: 476 evangelisch -lutherische, 14 jüdische Einwohner, 4 Mitglieder abweichender Sekten
  • 1885: 443, davon 426 evangelisch (= 96.16 %), 0 katholisch, 7 andere Christen (= 1.58 %), 9 Juden (= 2.03 %), 1 andere (= 0.23 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 149 Land- und Forstwirtschaft, 108 Produzierendes Gewerbe, 29 Handel und Verkehr, 27 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 616, davon 555 evangelisch (= 90.10 %), 61 katholisch (= 9.90 %)

Diagramme:

Leidenhofen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1018: Lahngau in der Grafschaft des Grafen Richmund (in pago Logene in comitatu Richmundi comitis)
  • 1374 und später: Gericht Ebsdorf, das seit 1786 mit dem Gericht Treis/Lumda verbunden ist
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Assistenzamt Treis/Lumda
  • 1831: Justizamt Treis/Lumda
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Leidenhofen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1018 schenkt König Heinrich II. dem von seiner Gemahlin Kunigunde gegründeten Nonnenkloster Kaufungen ein predium in Leidenhofen.
  • 1057 tritt Kloster Hersfeld im Zuge eines Vergleichs um Zehntstreitigkeiten dem Erzstift Mainz die Besitzungen in Leidenhofen ab.
  • Um 1130 ist Leidenhofen einschließlich des Zehnten Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts, deren Einkünfte seit 1249 an die Landgrafen verpachtet sind.
  • 1317 erwirbt der Deutsche Orden Marburg von den von Winnen Einkünfte aus Güterbesitz.
  • Kleineren Güterbesitz in Leidenhofen erwirbt 1357, 1386 und 1439 das Kloster Hachborn.
  • 1398 erwirbt der Landgraf einen Hof aus dem Erbe der von Hirzenhain in Leidenhofen.
  • 1453 haben die von Trohe und die Riedesel Besitz, der damals an die von Ehringshausen verpfändet wird.
  • 1494 sind dem Landgraf 6 Pflüge in Leidenhofen dienstbar.
  • 1778 befindet sich als adlig-freies Gut ein ehem. von Baumbach'seher Hof in Leidenhofen.

Zehntverhältnisse:

Zehntrechte haben 1341 die von Bicken (Lehen des Erzstifts Mainz) sowie 1357 und 1370 die Landgrafen, denen der Zehnte vom Mainzer St. Stephansstift verpachtet ist.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Ebsdorf eingepfarrt

1630: Filiale von Ebsdorf, aber schon damals nicht mehr versorgt

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Ebsdorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Ebsdorfer Pfarrer Conrad Schneider ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1609, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Im 15. Jahrhundert zum Sendbezirk Ebsdorf gehörend

Juden:

Ort gehört 1905 zur Synagogengemeinde Nordeck.

1835: 6; 1861: 14; 1905 (mit Ebsdorf): 11 Juden

1890: 2 Familien mit 8 Personen und 1899 leben 2 Familien (12 Personen) im Ort.

Der Ort hat Anteil am Friedhof in Rauischholzhausen.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Leidenhofen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9208> (Stand: 17.1.2025)