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Historisches Ortslexikon

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5819 Hanau
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 107. Hanau
Gerichtsstätten
Kesselstadt, Gerichtsplatz

Kesselstadt

Stadtteil · 102 m über NN
Gemarkung Kesselstadt (Hanau), Gemeinde Hanau, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2,3 km südwestlich der Altstadt von Hanau

Siedlungsentwicklung:

Im späteren Ortsbereich Kesselstadt befanden sich die Römerkastelle Kesselstadt und Salisberg.

Historische Namensformen:

  • Kezelstat (1059)
  • Kezelstat, in (um 1150) [UB Mainz 1, S. 271-273, Nr. 148]
  • Chezilstat [Kop. 1959]
  • Keszelstat (1237)
  • Kesselstat (1247)

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1339)
  • Römerkastell

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3492339, 5555527
UTM: 32 U 492267 5553745
WGS84: 50.135882° N, 8.891796° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435014012

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 338, davon 182 Acker (= 53.85 %), 23 Wiesen (= 6.80 %), 74 Holzungen (= 21.89 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1587: 34 Schützen, 35 Spießer
  • 1632: 38 Dienstpflichtige
  • 1753: 70 Haushaltungen mit 372 Personen
  • 1812: 81 Feuerstellen, 330 Seelen
  • 1871: 988 Personen
  • 1885: 1256, davon 1107 evangelisch (= 88.14 %), 117 katholisch (= 9.32 %), 8 andere Christen (= 0.64 %), 24 Juden (= 1.91 %)

Diagramme:

Kesselstadt: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Dorf des Amtes Bücherthal
  • 1787: Landgrafschaft Hessen, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Bücherthal
  • 1803: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Bücherthal
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Bücherthal (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Bücherthal
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Bücherthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Hanau
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Hanau
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hanau
  • 1907: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Stadtkreis Hanau

Altkreis:

Hanau

Gericht:

  • 1247 standen die Eppsteiner dem Gericht vor.
  • Amtsgericht Hanau
  • 1822: Landgericht Hanau
  • 1850: Justizamt Hanau II
  • 1867: Amtsgericht Hanau

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1907 wurde Kesselstadt nach Hanau eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1150 hatte das Mainzer Mariagredenstift Besitz und Einkünfte in Kesselstadt.
  • 1247 Eppstein, ab 1362 im alleinigen Besitz der Herren von Hanau.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1275: Kirche
  • 1353: Pfarrer und Kaplan

Patrozinien:

  • Maria; Katharina (Kapelle); Martinus [vermutlich 1391]

Pfarrzugehörigkeit:

Vielleicht Tochterkirche von Bruchköbel

Um 1375 unter dem Ruralkapitel Roßdorf

Zur Pfarrei gehörte bis 1720 Dörnigheim als Filial.

Patronat:

Vielleicht Pastor von Bruchköbel seit 1389/1402 bis 1561 Kloster Limburg. Protestantische Pfarrei Klasse Bücherthal.

Diakonische Einrichtung:

28.10.1888 Diakonissenstation, Kleinkinderschule; Anstellung durch Presbyterium; gemeinsame Wohnung mit Schulschwester (berufen 1885); Betreuung Jungfrauenverein Rudolf Francke, Die christliche Liebestätigkeit in Kurhessen. Kassel 1904; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 19541954 eine Schwesternstation mit 2, ein Kindergarten mit 3 Kräften;

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Konrad Cleß 1554-1588

Reformierter Bekenntniswechsel: 1593

Neben der reformierten Gemeinde bestand seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts eine kleine lutherische Gemeinde, 1728 Filial von Hochstadt. Seit 1818 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

Schulmeister: Konrad Cleß 1549-1553

Juden:

1835: 18, 1861: 32 Juden

angeschlossenan Hanau

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit sieben Stellen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kesselstadt, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12861> (Stand: 27.3.2026)