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Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
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4725 Bad Sooden-Allendorf
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf
Gerichtsstätten
Alter Anger in Kammerbach
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Weitere Informationen

Kammerbach

Stadtteil · 290 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km südsüdöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

5 km westlich Bad Sooden (-Allendorf) gelegen

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß an durchlaufender Straße in nordwestlich geöffneter Quellmulde neben der am Bach und an der Wegkreuzung stehenden Kirche; Straßendorfähnliches Anhängsel nach Süden

Ersterwähnung:

1277

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa; villanis (1363)
  • Dorf (1528)
  • Dorfschaft (1781)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1931

Älteste Gemarkungskarte:

1764

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3563542, 5681780
UTM: 32 U 563443 5679947
WGS84: 51.267333° N, 9.90938° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636001060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1498: 10 Huben
  • 1546: 15 Huben genannt
  • 1781: 2248 Acker
  • 1885 (Hektar): 547, davon 295 Ackerland (= 53,93 %), 82 Wiesen (= 15 %), 99 Holzungen (= 18,1 %)
  • 1961 (Hektar): 577, davon 98 Wald (= 16.98 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1451: 18 Höfe, 4 Baustätten, 5 neue Höfe
  • 1575/85: 57 Hausgesesse
  • 1681: desgleichen
  • 1747: 61 Mannschaften mit 77 Feuerstellen
  • 1781: 79 Feuerstätten, 395 Einwohner, Gewerbetreibende: 1 Müller, 10 Fuhrleute, 5 Leinweber, 3 Maurer, 3 Schmiede, 1 Schneider, 2 Schreiner, 1 Drechsler, 2 Wirte, 1 Wagner, 12 Tagelöhner, 2 Weibspersonen
  • 1834; 507
  • 1885: 402, davon 402 evangelisch (= 100 %), katholisch - , andere Christen -, Juden -
  • 1961: 435, davon 362 evangelisch (= 83.22 %), 71 katholisch (= 16.32 %)
  • 1970: 409 Einwohner

Diagramme:

Kammerbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Bilstein
  • 1498: Landgrafschaft Hessen, Amt Bilstein, Dorf des Klosters Germerode
  • 1569 und 1575/85: Landgrafschaft Hessen, Amt Eschwege
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Eschwege, Gerichtstuhl Germerode
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sooden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1821-1836: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1836: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1866/67: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1277: Gericht Kloster Germerode
  • 1451: Gericht Kloster Germerode (iurisdictio et ius capitale)
  • 1498; landgräfliches Gericht
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Sooden
  • 1814: Amt Bilstein
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Germerode
  • 1834: Justizamt Germerode
  • 1836: Kurfürstliches Justizamt Allendorf
  • 1867: Amtsgericht Allendorf
  • 1879: Amtsgericht Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1374: landgräfliche Leute zu Kammerbach

1529: Landgraf Philipp versetzt Kloster Germeröder Zinsen zu Kammerbach.

Um 1570: Kammerbach landgräfliches Dorf

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1277: Graf Ludolf von Bilstein bestätigt dem Kloster Germerode Gerichtsbarkeit und iudicium capitale in Kammerbach. 1451 besitzt das Kloster ein Vorwerk mit Wiesen und 4 Hufen, die den Bauern zu Erbrecht verliehen sind. 1480: Kloster Germerode erwirbt und hat bis 1527 Besitz zu Kammerbach. Der Ort bildete 1498 mit Dudenrode einen wirtschaftlichen Leistungsverband
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1527: Kapelle
  • Kirche spätgotisch, 1513 mit dreiseitigem Chorschluss, 1827 nach Westen erweitert, umgestaltet 1963 erneuert, 1989/90 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1363: vom Pfarrer zu Sooden versehen

1547: vom Pfarrer von Oberrieden versehen, der in Allendorf wohnt

1569-81: zu Kirchspiel Allendorf

1585: zum Kirchspiel Orferode gehörig, so auch noch 1747 und 1872. Nach Aufhebung der Orferoder Pfarrstelle 1986 wird Kammerbach mit diesem in das Kirchspiel Dudenrode eingegliedert.

Patronat:

1575/85: Landgraf

1781: Hessen-Rheinfels

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Allendorf; Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1781 Schulhaus vorhanden, 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

1781: 2 Fracht- und 8 Salzfahrer

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kammerbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6150> (Stand: 1.8.2024)