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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar
Gerichtsstätten
Linde in Holzhausen (Fronhausen)

Holzhausen

Ortsteil · 200 m über NN
Gemeinde Fronhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südwestlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss am Süd-Hang eines langen südöstlich ziehenden Feldrückens am Rande des Katzengrundes

Abzweigung der Straße Niederwalgern-Fronhausen führt am Süd-Rand des Ortes vorbei nach Oberwalgern

Ersterwähnung:

1197

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Zum Beleg von 1197 vgl. auch Holzhausen bei Homberg (Efze)

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1274

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Auf eine wüste Siedlung deutet der Flurnamen Mainzhausen zwischen Holzhausen und Fronhausen auf der Gemarkunggrenze

Umlegung der Flur:

1932/1935

Älteste Gemarkungskarte:

1778

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3478091, 5620157
UTM: 32 U 478025 5618349
WGS84: 50.71653° N, 8.688728° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534009050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 165 stellbares Land, 30 Wiesen, 12 Gärten, 66 Wald
  • 1885 (Hektar): 181, davon 120 Acker (= 66.30 %), 12 Wiesen (= 6.63 %), 34 Holzungen (= 18.78 %)
  • 1961 (Hektar): 181, davon 29 Wald (= 16.02 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 4
  • 1577: 9
  • 1630: 2 dreispännige, 3 zweispännige Ackerleute, 1 Einläuftige
  • 1630: 7 hausgesessene (einschließlich 1 Witwe)
  • 1681: 8 hausgesessene Mannschaften
  • 1747 und 1766: 56
  • 1747: 1 Hufschmied, 2 Tagelöhner
  • 1838 (Familien): 9 Ackerbau, 1 Tagelöhner, 9 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisitzer
  • 1861: alle Einwohner evangelisch -lutheranisch
  • 1885: 78, davon 78 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 24 Land- und Forstwirtschaft, 6 Produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 1 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 56, davon 42 evangelisch (= 75.00 %), 14 katholisch (= 25.00 %)

Diagramme:

Holzhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Seit 1686: Amt Fronhausen
  • 1375: Gericht Oberwalgern
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Fronhausen
  • 1867: Amtsgericht Fronhausen
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Herrschaft:

Abgaben und Dienste werden 1372 und später an das Gericht Lohra geleistet.

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.7.1974 wurde Holzhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Fronhausen eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197 verfügt Kloster Spieskappel über Einkünfte in Höhe von 12 Schilling Kölner Währungaus Güterbesitz (sofern nicht Holzhausen bei Homberg/Ohm). 1274 schenkt Gerlach von Weidenhausen Kloster Altenberg Güterbesitz in Holzhausen - 1290 sind die von Wolfshausen in Holzhausen begütert. - 1323 erwirbt der Deutsche Orden Marburg Güterbesitz, der 1358 3 Höfe umfasst. - 1375 ist Holzhausen vom Landgraf an den Ritter Emmerich von Linden versetzt. - 1494 sind dem Landgraf 2 Pflüge in Holzhausen dienstbar. - Der Zehnte ist 1747 im Besitz der von Nordeck.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Oberwalgern eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Ludwig Becker (Pistor) ca. 1530

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Holzhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9176> (Stand: 18.12.2019)