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4922 Homberg (Efze)
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Holzhausen bei Homberg

Stadtteil · 222 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof; Sonstiges

Lagebezug:

1,5 km südöstlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits der Efze. Westlich des Baches Kirche mit ovalem Kirchhof. Gutshof am Ost-Ufer der Efze am Nord-Rand der Siedlung. Im Süden außerhalb des Ortes ehemalige Eisenhütte.

Bundesstraße 323 berührt im Zuge einer alten Landstraße Paderborn - Hersfeld [= Bad Hersfeld] den Ost-Rand der Siedlung.

Ersterwähnung:

800

Historische Namensformen:

  • Holzhusun (um 800) [Weirich Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1 Nr. 38]
  • Holzhusen, in (1. Hälfte 9. Jahrhundert) [Kopiar um 1160 Codex Eberhardi 1, S. 239-240, fol. 145 vb, Nr. 97 = Dronke, Traditiones, S. 39, Capitulum 6, Nr. 97]
  • Hoilchusen, super (1228)
  • Holzhusin (1277)
  • Grossen Holtzhusen (1295)
  • Holzhusin, in maiori (1295)
  • Holshusen (1304)
  • Holßhusen (1314)
  • Grozinholzhusin, in (1333)
  • Hoiltzhusin (1342)
  • Großin Holczhusin, zu (1398)
  • Grossen Holtzhusen (1415)
  • Grossenholtzhusen (1428)
  • Groißen Holczhußen, zcu (1477)
  • Grossenholtzhusen, zu (1501)
  • Grosszen Holtzhauszen (1540)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 9. Jahrhundert: villa.
  • 1488: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Eisenwerk Hammer,
  • Talmühle (Lochmühle),
  • Wüstung Kleinholzhausen (Wenigenholzhausen),
  • Neuhof (nach Reimer ein 1304 zu erbauender Hof zwischen Holzhausen und Wasmuthshausen).

Umlegung der Flur:

1880

Älteste Gemarkungskarte:

1594

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3529811, 5654590
UTM: 32 U 529725 5652768
WGS84: 51.02569613° N, 9.423851765° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 798 Land, 92 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 556, davon 318 Acker (= 57.19 %), 95 Wiesen (= 17.09 %), 10 Holzungen (= 1.80 %)
  • 1961 (Hektar): 534, davon 39 Wald (= 7.30 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 30 Hausgesesse.
  • 1639: 9 verheirate, 4 verwitwete Hausgesesse.
  • 1742: 54 1/2 Häuser. 1747: 46 Hausgesesse. 1748: 348 Einwohner.
  • 1834: 652, 1885: 699 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 699, davon 696 evangelisch (= 99.57 %), 3 katholisch (= 0.43 %)
  • 1925: 800, 1939: 757, 1950: 1136, 1961: 941 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 96 Land- und Forstwirtschaft, 243 Produzierendes Gewerbe, 39 Handel und Verkehr, 40 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 941, davon 798 evangelisch (= 84.80 %), 132 katholisch (= 14.03 %)
  • Um 1490: 15 wehrhafte Männer (3 Pflüge, 15 Fastnachtshühner).
  • Vor dem 30jähriger Krieg: 20 Mannschaft.

Diagramme:

Holzhausen bei Homberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537 und später: Gericht am Wald im Amt Homberg; zu letzterem bereits 1376 gehörend
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1811: Justizamt Homberg
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg.
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1488: gemeyne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 800: Kloster Fulda und Kloster Hersfeld haben Besitz in Holzhausen.
  • 1197: Papst Cölestin III. bestätigt Kloster Spieskappel Einkünfte zu Holzhausen.
  • 1209: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Holzhausen; folgend um 1310.
  • 1277: Die von Holzheim kaufen für Kloster Homberg eine halbe Hufe zu Holzhausen von Konrad genannt Stutvors.
  • 1279: Johann genannt Benziler verkauft sein Eigengut zu Holzhausen an Kloster Homberg.
  • 1316: Homberger Bürger übergeben Kloster Homberg einen Zins von Gütern zu Holzhausen.
  • 1333: Kloster Spieskappel verleiht Güter zu Holzhausen zu Landsiedelrecht.
  • 1339: Stift Hersfeld überträgt einen Acker zu Holzhausen an Kloster Homberg.
  • 1342: Johann von Falkenberg verschreibt dem Konrad Foßzal einen Zins von Zehnten zu Holzhausen.
  • 1351: Gerlach von Erlebach verschreibt dem Kloster Homberg einen Zins von Gütern zu Holzhausen, die von Stift Hersfeld zu Lehen gehen.
  • 1358: Werner von Löwenstein-Westerburg befreit dem Kloster Homberg einen Acker zu Holzhausen.
  • 1428: Heinrich von Wildungen durch Werner von Löwenstein-Westerburg mit Gütern zu Holzhausen belehnt.
  • 1429: Die von Falkenberg durch die von Felsberg mit Gütern zu Groß-Holzhausen belehnt; folgend Belehnungen bis 1476, ab 1484 durch die von Bischofferode bis 1541.
  • 1441: Stift Hersfeld belehnt Kraft von Felsberg mit 2 Hufen Land zu Holzhausen.
  • 1548: Heinrich Bischof, Bürger zu Homberg, durch Schweder von Löwenstein-Westerburg mit Gütern zu Holzhausen belehnt.
  • 1471: Albert Rückersfeld, Schöffe zu Homberg, durch Johann von Löwenstein-Westerburg mit Freigut zu Holzhausen belehnt.
  • 1484: Heinrich Bischof, Bürgermeister zu Homberg, durch Werner von Löwenstein-Westerburg mit Gütern, Albert Rückersfeld, Schöffe zu Homberg, mit Freigut zu Holzhausen belehnt.
  • 1485: Stift Hersfeld belehnt die von Baumbach mit einer Hufe zu Holzhausen, ab 1664 bis 1822 Belehnung durch Landgraf.
  • 1492: Johann Rückersfeld, Bürger zu Homberg, durch Löw von Löwenstein mit Freigut zu Holzhausen belehnt.
  • 1493: Heinrich Bischof, Bürger zu Homberg, durch Löw von Löwenstein, mit Gütern zu Holzhausen belehnt.
  • 1494: Stift Hersfeld belehnt die von Bischofferode mit 2 Huben zu Holzhausen.
  • 1500: Zinsverschreibung für Kloster Homberg aus Lehngut vor Holzhausen.
  • 1550: Landgraf Philipp befreit Haus des Homberger Rentmeisters Wolfgang Hesberg zu Holzhausen.
  • 1569: Landgraf Wilhelm verfügt über den Zehnten zu Holzhausen, der von von Elben und von Gilsa verschrieben, von diesen aber testamentweise dem Kloster Eppenberg zugewendet; Stift Hersfeld belehnt die von Bischofferode mit 2 Hufen zu Holzhausen; folgend Belehnungen durch Hessen bis 1606.
  • 1608: Die Gebrüder Hunderstundt belehnen Philipp von Scholley mit einer halben Hufe zu Holzhausen.
  • Freigut der Familie Rückersfeld 1731/32 im Besitz des Rentmeisters H. H. Heinemann.
  • 1799: George Heinemann,
  • dann Bergverwalter Christian Zintgraff.
  • 1820: an Justizrat Johann Jakob Beyrodt verkauft,
  • 1840: an Christian Noell;
  • noch heute in Besitz der Familie Noell (Stand 1980).
  • Das von Baumbach'sche Rittergut war 1780 im Besitz des Karl Albrecht von Badeleben.
  • Nach seinem Tod 1801 Verpachtung durch seine Witwe,
  • dann durch Verkauf an Hauptmann Fr. W. von Wrede.
  • 1858: Familie Siebe,
  • dann Siebert und Vogt,
  • heute Knorr (Stand 1980).
  • 1820: Kurfürst Wilhelm belehnt Wilhelm Heinrich von Löwenstein mit einer halben Hufe zu Holzhausen.

Zehntverhältnisse:

1342: Johann von Falkenberg verschreibt dem Konrad Foßzal einen Zins von Zehnten zu Holzhausen.

1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit Zehnten zu Groß-Holzhausen; folgend Belehnungen bis 1606.

1569: Landgraf Wilhelm verfügt über den Zehnten zu Holzhausen, der von von Elben und von Gilsa verschrieben, von diesen aber testamentweise dem Kloster Eppenberg zugewendet.

Ortsadel:

1278-1372.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1244: plebanus.

Pfarrzugehörigkeit:

1557, 1569: Pfarrei Holzhausen mit Homberg verbunden.

1575/85; Relbehausen Filiale von Holzhausen.

1780 und später: Holzhausen Filiale von Homberg, Relbehausen, Kloster Sankt Georgen, Eisenhammer, Schmelzhütte und die Mühlen an der Efze eingepfarrt nach Holzhausen.

Bis 1825: Neuer Hof eingepfarrt nach Holzhausen (der dann nach Homberg eingepfarrt wurde).

Patronat:

1348 und 1355: Patron die Voßzagel.

1485: Die von Rückersfeld und Bischof als hersfeldisches Lehen,

1575/85: Vorsteher des Hospitals Homberg.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Hermann Ciriacus 1527 bis nach 1557, bis 1526 katholischer Priester.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Mardorf.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Zum Eisenwerk Holzhausen vgl Hammer und Hütte (s. d.).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Holzhausen bei Homberg, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4427> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde