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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 12. Marzhausen / 19. Vatterode

Weitere Informationen

Hermannrode

Ortsteil · 270 m über NN
Gemeinde Neu-Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nördlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Kurzes Straßendorf mit einfacher Struktur in einem Seitentälchen an der in die Leine fließenden Molle unmittelbar an der heutigen Landesgrenze zum Bundesland Niedersachsen. Oval ummauerte Kirche an exponierter Stelle nördlich von der Straße zurückgesetzt. Jüngere Siedlungsentwicklung in Südosten. Durch den Ort führt abknickend die L 3238 (Berlepscher Straße).

Ersterwähnung:

1267

Siedlungsentwicklung:

In der Gemarkung Reste der Landwehr, die von der Werra bei Hedemünden über den Kreideberg westlich von Mollenfelde nach Hermannrode und von dort über Marzhausen nach Friedland zog.

Flurname "Landwehrbreite" (nördlich Hermannrode)

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Burgen und Befestigungen:

  • In der Gemarkung Reste der Landwehr, die von der Werra bei Hedemünden über den Kreideberg westlich von Mollenfelde nach Hermannrode und von dort über Marzhausen nach Friedland zog.
  • Flurname „Landwehrbreite“ (nördlich Hermannrode)

Umlegung der Flur:

1868

Älteste Gemarkungskarte:

1781

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3559992, 5696900
UTM: 32 U 559894 5695061
WGS84: 51.403604° N, 9.861064° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636009040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1618/48: 21 Hufen
  • 1744: 765 Acker und 20 Acker Wald
  • 1961 (Hektar): 345, davon 63 Wald (= 18.26 %)
  • Umlegung 1959/63

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 17 Hausgesesse
  • 1744: 143 Einwohner
  • 1747: 21 Mannschaften mit 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1961: 147, davon 129 evangelisch (= 87.76 %), 18 katholisch (= 12.24 %)
  • 1970: 150 Einwohner

Diagramme:

Hermannrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1369: Hessisches Lehen der von Berlepsch
  • 1448 und 1559: Herzogtum Braunschweig, Amt Friedland
  • 1585: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Adelsdorf (von Bodenhausen)
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Leine-Departement, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1569: Niederes und peinliches Gericht von Bodenhausen, desgleichen 1747
  • 1807: Friedensgericht Friedland
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1821: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1300: Gottschalk von Hesse belehnt Ludwig von Stockhausen mit der Hälfte seines Allods zu Hermannrode.

1351: Erpho von Parensen resigniert dem Erzbischof von Mainz 1/4 des Zehnten zu Hermannrode, den er mit Graf Otto von Lauterberg und Siegfried von Bulzingsleben vom Erzbischof zu Lehen hatte, und bittet, betreffendes Teillehen an die von Plesse zu übertragen. Desgleichen: Erpho von Parensen verkauft die Zehntanteile, die er an Hans Oldebuck verliehen hatte, an die von Plesse.

1355: Die Gebrüder Konrad und Hans von Hundelshausen verkaufen ihren Teil am Gut zu Hermannrode ihrem Vetter Heinrich von Hundelshausen.

1369: Landgraf Heinrich belehnt die von Berlepsch unter anderem mit Hermannrode.

1424: Lampert von Stockhausen versetzt dem Mündener Bürger Tile Meyger das Vorwerk Hermannrode.

1437: Derselbe versetzt dem Kloster Hilwartshausen 4 Hufen zu Hermannrode.

1437: Landgraf Ludwig belehnt Heinrich von Bodenhausen mit der Wüstung Hermannrode; folgend Reverse bis 1827.

1440: Landgraf Ludwig belehnt die von Bischoffshausen mit einem Hof zu Hermannrode, desgleichen 1459.

1535 belehnt Landgraf Philipp Crafft von Bodenhausen u.a. mit Hermannrode.

1565: Dorf Hermannrode ist hessisches Lehen der von Bodenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neu-Eichenberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil Hermannrode seitdem ist.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • plebanus (1267)
  • ecclesia (1305)
  • Kirche: wuchtiger romanischer Westturm, gotischer Kreuzstein, barocke Umgestaltung 1775

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und 1575/85: Filial von Marzhausen

1744 - 1840: Mutterkirche mit Filial Marzhausen und Mollenfelde

1872: nur noch Marzhausen Filial

1925: Filial Lutheraner von Berlepsch-Hübenthal und Marzhausen

1975 wird Hermannsrode nach Aufhebung der dortigen Pfarrstelle mit der Filialgemeinde Marzhausen in das Kirchspiel Berge eingegliedert.

Patronat:

1305 von Plesse und von Ziegenberg gemeinsam

1569: von Bodenhausen

1585 und 1747: Hessen

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Joh. Lepper 1556 bis ca. 1574

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Sieboldshausen

Archdiakonat Nörten

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

1780 und 1872: Klasse Witzenhausen

1923: Kirchenkreis Witzenhausen

Juden:

1744: 3 Juden

Um 1830: 21 Juden

Um 1848: 1 jüdische Familie

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 36
  • Cal. Or. 81h
  • Cal. Br. 1b Friedland 1b
  • Cal. Br. 1 k Friedland 1
  • Cal. Br. 1 k Brackenberg 6 a
  • Cal. Br. 22 X 41
  • Kann. 88 D Friedland A 3 (alle Staatsarchiv Hannover)
  • Kopiar Mariengarten Nr. 39, Landesbibliothek Hannover

Literatur:

Zitierweise
„Hermannrode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5979> (Stand: 10.2.2025)