Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 12. Januar 1934: Oberlandesgericht in Frankfurt erklärt „Volksempfänger“ für unpfändbar
    Das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main erklärt in einem Beschluss das Radiogerät für unpfändbar. Zwar sei das Rundfunkempfangsgerät „in früheren Zeiten“ gemäß der in § 811 Ziffer 1 der Zivilprozessordnung enthaltenen Bestimmungen sehr wohl pfändbar gewesen. Jedoch sei „nach der Umgestaltung der politischen Verhältnisse durch den Nationalsozialismus“ von grundsätzlich ... »Details
  2. 14. Januar 1934: Fußball-Länderspiel Deutschland - Ungarn in Frankfurt
    Im dritten Länderspiel, das die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Frankfurt am Main bestreitet, gelingt ihr gegen Ungarn der erste Sieg. Unter der Leitung des belgischen Schiedsrichters Baert siegt die deutsche Mannschaft nach Toren von Hans Stubb (1906–1973; Eintracht Frankfurt, hier mit seinem einzigen Länderspieltor, das er aus sechzig Metern Entfernung erzielte), Ludwig Lachner ... »Details
  3. 18. Januar 1934: Staatstheater in Kassel und Wiesbaden in der Zuständigkeit Görings
    Durch das neue preußische Gesetz über die Neuordnung der Verwaltung der Staatstheater kommen auch die Staatstheater in Kassel und Wiesbaden in die Zuständigkeit des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (1893–1946).(OV) ... »Details
  4. 21. Januar 1934: Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt gegen Ungarn
    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt in einem im Waldstadion in Frankfurt am Main ausgetragenen Länderspiel gegen Ungarn mit 3:1. Politische Instrumentalisierung zur positiven Außendarstellung des Deutschen Reichs ... »Details
  5. 22. Januar 1934: Opel-Werke stellen zusätzliche Arbeitskräfte ein
    Die Opel-Werke in Rüsselsheim erweitern ihre Belegschaft um 1.000 neue Arbeiter. Im Werk wird an fünf Tagen pro Woche 7¾ Stunden gearbeitet (38¾ Stundenwoche).(OV) ... »Details
  6. 2. Februar 1934: „Säuberung“ der hessischen Verwaltung durch Frühpensionierungen
    Die Frühpensionierung von vier Provinzial- und Kreisdirektoren setzt die seit April 1933 laufende „Säuberung“ der hessischen Verwaltung fort.(OV) ... »Details
  7. 6. Februar 1934: Reichsangehörigkeit löst Staatsangehörigkeit der Länder ab
    Mit Inkrafttreten der von Reichsinnenminister Wilhelm Frick (1877–1946) am 5. Februar 1934 erlassenen „Verordnung über die deutsche Staatsangehörigkeit“ entfällt die eigenständige Staatsangehörigkeit in den einzelnen Gliedstaaten des Deutschen Reiches.1=§ 1 (1) Die Staatsangehörigkeit in den deutschen Ländern fällt fort. (2) Es gibt nur noch eine deutsche Staatsangehörigkeit ... »Details
  8. 11. Februar 1934: Eröffnung der NS-Ausstellung „Kraft durch Freude“
    Im Frankfurter Kunstverein wird die erste Ausstellung der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ eröffnet.(OV) ... »Details
  9. 14. Februar 1934: Uraufführung eines Stücks von William Butler Yeats in Frankfurt
    In Frankfurt am Main wird das Drama „Gräfin Cathleen“ des irischen Autors William Butler Yeats (1865–1939) für Deutschland uraufgeführt. Das Stück war am 8. Mai 1899 in Dublin erstmals aufgeführt worden. Yeats erhält 1924 für sein literarisches Werk den Literatur-Nobelpreis.(OV) ... »Details
  10. 21. Februar 1934: Gleichschaltung von Vereinen auch im Kreis Frankenberg
    Der Kreisleiter der NSDAP im Kreis Frankenberg richtet ein Rundschreiben an die Vorsitzenden aller Vereine, die noch nicht dem Kampfbund für deutsche Kultur beigetreten sind: ... »Details
  11. 2. März 1934: Erster Reichskongress der Handels- und Gewerbekammern in Kassel
    In Kassel findet der erste Reichskongress der Handels- und Gewerbekammern statt.(OV) ... »Details
  12. 8. März 1934: Bildung des evangelischen Pfarrernotbundes Nassau-Hessen
    Die evangelischen Konvente Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Mainz, Limburg an der Lahn und Wiesbaden schließen sich gegen die von den „Deutschen Christen“ beherrschte Landeskirche zum Pfarrernotbund Nassau-Hessen zusammen.(OV) ... »Details
  13. 15. März 1934: Sanierungsaktion für Rhön und Spessart durch den Reichsarbeitsdienst
    Der Reichsarbeitsdienst (RAD) beginnt die Sanierungsaktion für Rhön und Spessart mit 1.000 Arbeitern. Für Wegebau, Aufforstungen und landwirtschaftliche Hilfsdienste sind insgesamt fünf Millionen Tagewerke veranschlagt.(OV) ... »Details
  14. 17. März 1934: Konzentrationslager Breitenau wird wieder geschlossen
    Das im Sommer 1933 eingerichtete Konzentrationslager im ehemaligen Kloster Breitenau wird wieder geschlossen. ... »Details
  15. April-Mai 1934: SPD-Bericht über Korruptionsfälle in Frankfurt
    Der Deutschland-Bericht des Exilvorstands der SPD gibt Meldungen über eine Reihe von Korruptionsfällen in Behörden und NSDAP-Parteiorganisationen wieder, darunter zwei aus Frankfurt: Der Geschäftsführer der nationalsozialisitischen Tageszeitung von Frankfurt/Main hat Beträge in einer Gesamthöhe von Mk. 60.000,- unterschlagen. – Dem städtischen Dezernenten für das Siedlungswesen wird ... »Details
  16. April - Mai 1934: Berichte über Entwicklungen in der Rüstungsindustrie
    Die Deutschland-Berichte des Exilvorstand der SPD geben Nachrichten über eine verstärkte Produktion für Rüstungszwecke wieder, darunter auch in Hessen: In der optischen Industrie in Hessen werden Feldstecher und Meßapparate für Heereslieferungen hergestellt. In Offenbach ist die Lederindustrie nur soweit beschäftigt, als es sich um Heereslieferungen handelt, sonst liegt sie nach wie vor ... »Details
  17. 1. April 1934: Eingliederung von Radio Frankfurt in die Reichsrundfunkanstalt
    Mit Wirkung zum 1. April 1934 wird der 1923 gegründete und seit 1924 Programme ausstrahlende Radiosender Frankfurt der Südwestdeutschen Rundfunk G.m.b.H. in der Eschersheimer Landstraße in Frankfurt am Main (Bezeichnung bis Ende 1932 Südwestdeutsche Rundfunkdienst A.G., kurz: SÜWRAG) in die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG, umgangssprachlich auch: „Reichsrundfunkanstalt“) eingegliedert. ... »Details
  18. 1. April 1934: Verlegung der Hochschule für Lehrerbildung von Frankfurt nach Weilburg
    Die Frankfurter „Hochschule für Lehrerbildung“, im Mai 1933 aus der früheren Pädagogischen Akademie hervorgegangen, wird nach Weilburg verlegt.(OV) ... »Details
  19. um 15. April 1934: Stand der Arbeiten am nationalsozialistischen Autobahnbau-Programm
    Der Deutschland-Bericht April / Mai 1934 des Exilvorstands der SPD gibt seine Informationen über den Stand des propagandistisch groß angekündigten Autobahnbau-Programms wieder: ... »Details
  20. 12. April 1934: Auswilderung erster Waschbären am Edersee
    In der Revierförsterei Asel am Edersee, Abt. 187, werden zwei Paare von (nordamerikanischen) Waschbären ausgewildert, die die Population in Nordhessen und darüber hinaus begründen. Forstmeister Freiherr von Berlepsch (1881–1948) vom Forstamt Vöhl hatte sie am 8. Februar 1934 von dem Pelztierzüchtern Haag erhalten und sie ohne die erst am 28. April 1934 erteilte Genehmigung des ... »Details
  21. 24. April 1934: Einrichtung eines Arbeitsdienstlagers in Frankenberg
    Aufgrund der Bemühungen der Stadt und des Landrats Dr. Richard Donnevert kommt es zur Einrichtung des Lagers für eine 216 Mann starke Stammabteilung des Arbeitsdienstes in Frankenberg. Obwohl die Arbeitsdienstlager sonst von den jeweiligen Gemeinden gebaut und finanziert werden müssen, hat Frankenberg nur einen geringen Anteil an den Kosten zu tragen. Als Standort wird eine Wiese oberhalb des ... »Details
  22. 26. April 1934: Ernst Ludwig Dietrich wird Evangelischer Landesbischof in Nassau-Hessen
    Pfarrer Ernst Ludwig Dietrich (1897–1974) wird in der Marktkirche zu Wiesbaden in das Amt des Landesbischofs der Evangelischen Kirche Nassau-Hessen eingeführt. Auf Anordnung des Kreisleiters der NSDAP und des Wiesbadener Oberbürgermeisters, Alfred Schulte (1872–1957), wird Flaggenschmuck gezeigt; die Schulkinder der Stadt haben unterrichtsfrei um beim Einzug der Festversammlung in die ... »Details
  23. 27. April 1934: Dr. Ernst Scheller Oberbürgermeister in Marburg
    Dr. Ernst Scheller (1899–1942; NSDAP), Schriftleiter der „Oberhessischen Zeitung“, wird Oberbürgermeister der Stadt Marburg. Während des Zweiten Weltkriegs wird er zur Wehrmacht eingezogen und fällt am 16. Januar 1942 an der Ostfront.(OV) ... »Details
  24. 30. April 1934: „Frankfurter Nachrichten“ stellen Erscheinen ein
    Die „Frankfurter Nachrichten“ stellen ihr Erscheinen ein.(OV) ... »Details
  25. Mai-Juni 1934: Bericht über Hamsteraktionen und Angstkäufe, auch in Hessen
    Der Deutschland-Bericht des SPD-Exilvorstands für Mai/Juni 1934 schildet Hamsteraktionen und Angstkäufe, unter anderem in Frankfurt:In welchem Grade die Unsicherheit zugenommen hat, zeigt das dauernde Anwachsen der Angstkäufe. Diese Hamsterei – vor der in den letzten Wochen wiederholt die offizielle Presse und zahlreiche öffentliche Stellen vergeblich gewarnt haben – ist nicht nur eine ... »Details
  26. Mai-Juni 1934: Schlechte Wirtschaftslage und fehlende Neubautätigkeit in Frankfurt und Offenbach
    Aus dem Deutschland-Bericht des Exil-Vorstands der SPD geht hervor, dass die propagierte „Arbeitsschlacht“ durch Export- und Devisenschwierigkeiten kaum im geplanten Maße durchzuführen ist und sich besonders in der Bauwirtschaft erhebliche Probleme zeigen:Von sehr begrenzter Wirksamkeit war die Methode der Reparaturzuschüsse. Es gab eine kurze Zeit eine Hochkonjunktur in Häuserreparaturen, ... »Details
  27. Mai-Juni 1934: Vertrauensratswahlen in den Betrieben nicht immer erfolgreich für die NSDAP
    Der Exilvorstand der SPD meldet Nachträge zu den Vertrauensratswahlen vom April/Mai in zahlreichen Betrieben im Reich, die öfter für die nationalsozialistischen Listen und Kandidaten nicht erfolgreich waren:Aus fast allen Landesteilen wird mitgeteilt, daß die Ergebnisse nicht veröffentlicht, zum Teil sogar nicht einmal den Belegschaften bekanntgegeben worden sind. Man hat auch stellenweise ... »Details
  28. Mai - Juni 1934: Rigorores Wohlgehen des Wohlfahrtsamts Frankfurt gegen erwerblose Frauen
    Im Deutschland-Bericht des Exilvorstands der SPD für die Monate Mai und Juni wird das rigorose Vorgehen der Wohlfahrtsämter geschildert. So wird aus Frankfurt berichtet:Das städtische Wohlfahrtsamt hat die ledigen erwerbslosen Frauen bis zu 40 Jahren aufgefordert, in ein Erwerbslosenheim zu gehen. Als sich 15 Frauen weigerten, weil sie Kinder oder Angehörige zu versorgen haben, wurde ihnen ... »Details
  29. Mai-Juni 1934: Wachsende Ernüchterung bei den Bauern über nationalsozialistische Agrarpolitik
    Die Deutschland-Berichte des Exilvorstands der SPD schildern die Ernüchterung bäuerlicher Kreise in verschiedenen Teilen des Reiches über die Agrarpolitik der Nationalsozialisten:Die Berichte stimmen auch diesmal darin überein, daß der Stimmungsumschwung auch auf dem Lande sehr fühlbar ist. Als Grund werden nach wie vor das Erbhofgesetz und die Schwierigkeiten und Nachteile der neuen ... »Details
  30. Mai - Juni 1934: Misserfolge der sogenannten Miesmacher-Aktion der NSDAP auch in Hessen
    Nach Information des Exil-Vorstands der SPD, die im Deutschland-Bericht für die Monate Mai/Juni 1934 wiedergegeben werden, war die sogenannte Miesmacher-Aktion der NSDAP vielerorts ein Misserfolg: Unter der Überschrift „Entscheidungsschlacht gegen die Miesmacher und Kritikaster“ schrieb der „Völkische Beobachter“ am 4. Mai: „Beginnend mit den ersten Maitagen bis zum 30. Juni sollen ... »Details