Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 18. Oktober 1814: Nationalpatriotische Freudenfeuer zum Jahrestag der Völkerschlacht in Hessen
    Am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig werden am 18. Oktober 1814 in ganz Hessen Freudenfeuer entzündet, die an die Befreiung erinnern und gleichzeitig zur Schaffung einer nationalen Einheit aufrufen.|Der Rödelheimer Justizrat Dr. Karl Hoffmann (1770–1829) hatte in der „Nationalzeitung der Deutschen“ vom 5. Oktober 1814 zu einem „Befreyungsfest am Tage der Schlacht bey Leipzig“ ... »Details
  2. 18. Oktober 1814: Johann Wolfgang von Goethe betrachtet vom Willemer-Häuschen aus die patriotischen Freudenfeuer im Taunus
    Am 18. Oktober 1814 treffen sich der Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer (1760–1838) und seine dritte Ehefrau Marianne (1784–1860) in ihrem Gartenhaus auf dem Mühlberg am östlichen Rand von Sachsenhausen mit dem befreundeten Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), um von dort aus die nationalpatriotischen Freudenfeuer auf dem Kamm des Taunus anlässlich des Jahrestages der ... »Details
  3. 5. November 1814: Hinrichtung von Odenwälder Räuber in Darmstadt
    In Darmstadt werden fünf Mitglieder der Odenwälder Räuber auf dem Richtplatz nahe der Stadtgrenze im Beisein zahlreicher Zuschauer hingerichtet. Die Gruppe wurde durch einen Steckbrief aufgrund ihrer Delikte, wie Straßenraub und Einbrüche, zu Kriegszeiten gesucht und schließlich mit dem Schwert exekutiert. Der „große Samuel“ Johann Adam Grasmann, gebürtig aus Hetzbach, war der ... »Details
  4. 15. November 1814: Eröffnung des Neubaus der Entbindungsanstalt in Gießen
    Bereits 1772 hatte der Professor für Chirurgie und Geburtshilfe Christoph Ludwig Wilhelm Nebel (1738–1782), den Antrag gestellt, einen Hebammenanstalt in Gießen zu errichten. Erst 1808 lag die Genehmigung für einen Neubau am Botanischen Garten auf einem Teil der geschleiften Befestigung vor. Die Bauarbeiten begannen 1809 und am 15. November 1814 wurde die von Prof. Georg Friedrich Wilhelm ... »Details
  5. 17. November 1814: Gründung der „Teutschen Lesegesellschaft“ in Gießen
    Im Zuge der nationalen Bewegung nach den Befreiungskriegen gründen siebzig Studenten unter dem Einfluss des seit 1809 in Gießen lehrenden Philologie-Professors Friedrich Gottlieb Welcker (1784–1868) am 17. November 1814 in Gießen die „Teutsche Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke“. Angeführt wurde die vorburschenschaftliche Vereinigung mit ... »Details
  6. 1815: Festlegung der rechtlichen Sonderstellung der Stadt Wetzlar
    Die bis 1803 freie Reichsstadt Wetzlar wird auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen. Die Region um Wetzlar mit dem Stadtzentrum gehört nun zum preußischen Regierungsbezirk Koblenz und damit zur preußischen Rheinprovinz. Sie bildet so ein „Immediatgebiet“, in dem Sonderentwicklungen begünstigt werden. Erst 1932 wird dieser Sonderstatus aufgehoben.|Die Beamten werden ... »Details
  7. 1815: Umzug der Arnoldschen Tapetenfabrik an den Wilhelmshöher Platz in Kassel
    Nach dem Ende des Königreichs Westphalen wurde 1813 das von Oberbaudirektor Heinrich Christoph Jussow (1754–1825) im Rahmen seiner Planung für eine repräsentative Gestaltung des Wilhelmshöher Platzes in Kassel entworfene langgestreckte Gebäude an der Südseite von Kurfürst Wilhelm I. (1743–1821) in Erbleihe an den Tapetenfabrikanten Johann Christian Arnold (1759–1842) vergeben. Dieser ... »Details
  8. 1. März 1815: In Kassel finden sich die Landstände zur Besprechung der Verfassung ein
    Um über eine Verfassung zu beraten, finden sich die Landstände, in denen seit dem 27. Dezember 1814 auch bäuerliche Repräsentanten vertreten sind, in Kassel zum Landtag ein. Allerdings wird am 10. Mai 1816 von Kurfürsten Wilhelm I. (1743–1821) der Landtag aufgelöst, was die Besprechungen bezüglich der neuen Landesverfassung seit März 1815 beendet. Ziel war es nach seinem siebenjährigen ... »Details
  9. 15. März 1815: Johann Friedrich Städel stiftet das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt
    Der wohlhabende Frankfurter Bankier Johann Friedrich Städel (1728–1816) hatte bereits in den 1760er Jahren damit begonnen, eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken und Kleinplastiken zusammenzutragen.|Schon früh hegte er den Wunsch, diese Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1793 hielt er dies erstmalig in seinem Testament fest und bestätigte das ... »Details
  10. Juni 1815: Gründung des „Germanenbundes“ („Gießener Schwarze“)
    Sieben ehemalige Mitglieder der aufgelösten „Teutschen Lesegesellschaft“ gründen 1815 in Gießen eine radikal-nationale frühburschenschaftliche Bewegung, den „Germanenbund“ („Gießener Schwarze“). Neben Vorlesungen und Diskussionen über wissenschaftliche und nationalpolitische Themen gehörten auch Turnübungen zum regelmäßigen Programm des Studentenbundes.|Neben Karl Follen ... »Details
  11. 8. Juni 1815: Frankfurt wird Sitz der Bundesversammlung des Deutschen Bundes
    Am 8. Juni 1815 legen die beim Wiener Kongress versammelten Mächte mit der Deutschen Bundesakte die völkerrechtliche Grundlage des Deutschen Bundes, damals bestehend aus 39 Staaten. Die Stadt Frankfurt am Main wird zugleich Sitz der zentralen Bundesversammlung, wobei das Palais Thurn und Taxis, das 1805 bis 1813 als Residenz des Fürstprimas und Großherzogs von Frankfurt Karl Theodor von ... »Details
  12. 9. Juni 1815: Vergrößerung des Herzogtums Nassau bestätigt
    In der am 9. Juni 1815 unterzeichneten Wiener „Kongressakte“ wird festgelegt, wie die Grenzen der deutschen Territorien nach der Auflösung der napoleonischen Staaten verlaufen sollen. Die Umsetzung der Gebietsveränderungen erfolgt jeweils durch durch bilaterale Verträge zwischen den beteiligten Staaten. ... »Details
  13. 6. September 1815: Die Universität Gießen verleiht die Ehrendoktorwürde an Josepha von Siebold
    Am 6. September 1815 erhält die in Darmstadt ansässige Regina Josepha von Siebold (1771–1849), geb. Henning, verw. Heiland, als erste Frau in Deutschland überhaupt die Ehrendoktorwürde der Entbindungskunst an der Universität in Gießen.|Nach dem durch eine Ausnahmegenehmigung ermöglichten Studium in Würzburg bei ihrem Schwager Prof. Adam Elias von Siebold (1775–1828) und der praktischen ... »Details
  14. Oktober 1815: Rückführung der unter Kaiser Napoleon in Kassel geraubten Kunstwerke aus Paris
    Nachdem die französischen Truppen am 1. November 1806 die kurhessische Residenzstadt Kassel erreicht hatten, folgte ihnen umgehend der Generaldirektor des Pariser „Musée Napoléon“ (Louvre) Dominique-Vivant Denon (1747–1825), der aus den kurfürstlichen Sammlungen Kunstwerke auswählte, die nach Paris geschickt werden sollten. Der Rettungsversuch des Kurfürsten Wilhelm I. (1743–1821), ... »Details
  15. 9.-11. November 1815: Edikt für das Herzogtum Nassau
    Das Edikt legt die Grundlage für die Neuorganisation des neuen Staates Nassau. Seine Grenzen werden auf dem Wiener Kongress festgelegt. Als Leitbehörde wird das Staatsministerium gegründet, das durch einen Staatsrat beraten wird. In ihm sitzen hohe Beamte, die der Herzog beruft. In Wiesbaden residiert die Landesregierung. Diese Oberbehörde regelt und beaufsichtigt die gesamte Zivilverwaltung, ... »Details
  16. 1816: Rücknahme der bürgerlichen Rechte für die Juden in Frankfurt
    Ende 1811 erhielten die Juden in Frankfurt die gleichen bürgerlichen Rechte wie die christliche Bevölkerung – allerdings erst nach der Zahlung von 440.000 Gulden. Lange währte die Gleichstellung nicht. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurden im Januar 1814 die Gesetze und die Verfassung wieder in Kraft gesetzt, die bis 1803 gültig waren. Damit konnten Juden keine Bürger mehr ... »Details
  17. 5. Februar 1816: Kurfürstentum Hessen erhält neues Territorium
    Die am 9. Juni 1815 unterzeichnete Wiener „Kongressakte“ hatte die Grenzen der deutschen Territorien nach der Auflösung der napoleonischen Staaten festgelegt. Die Umsetzung der Gebietsveränderungen erfolgte jeweils durch bilaterale Verträge zwischen den beteiligten Staaten.|Der am 5. Februar 1816 zwischen Preußen und Kurfürst Wilhelm I. (1743–1821) geschlossene Vertrag garantiert ihm ... »Details
  18. 15. Februar 1816: Standesherren fordern die Landstände
    Der Großherzog von Hessen wird von den Standesherren schriftlich dazu aufgefordert, die Landstände wieder einzuberufen, die 1806 aufgelöst worden waren.(StH) ... »Details
  19. 22. März 1816: Gründung der Wiesbadener Casino-Gesellschaft
    Am 22. März 1816 genehmigt Herzog Friedrich August von Nassau-Usingen (1738–1816) die Gründung einer Casino-Gesellschaft in Wiesbaden.|Die ersten Casino-Gesellschaften waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich als gesellschaftliche Vereine gegründet worden. Der Name leitet sich vom italienischen Wort „casino“ ab, das ursprünglich ein kleines Haus meint, in dem gesellige ... »Details
  20. 19. April 1816: Fürstentum Waldeck erhält landständische Verfassung
    Die Landständische Verfassungsurkunde für das Fürstentum Waldeck, der sogenannte Landesvertrag, wird am 19. April 1816 von Fürst Georg Heinrich von Waldeck und Pyrmont (1789–1845) und den Ständen in Arolsen unterzeichnet. Das Staatsgrundgesetz garantiert die landständischen Rechte und verfügt eine Umstrukturierung der Verwaltung. In die Landesvertretung ziehen nun neben den ... »Details