Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Rückgang der Stimmen für rechte Gruppierung bei der Reichstagswahl, 7. Dezember 1924

Bei den Reichstagswahlen am 7. Dezember sinkt der Stimmenanteil der im Juni 1924 gebildeten Nationalsozialistischen Freiheitspartei (NSFP) in Kassel gegenüber der Wahl vom Mai 1924 von 7,8 % auf 3,6 %.

Im Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) erreicht die SPD 31,7 % der Stimmen (sechs Mandate), die Deutschnationale Volkspartei 19,1 % (drei Mandate), die Zentrumspartei 17,1 % (drei Mandate), die Deutsche Demokratische Partei 8,5 % (ein Mandat) und die Kommunisten 5,4 % (ein Mandat). Größte Gewinnerin der Wahl ist damit die Sozialdemokratie, die im Vergleich zu den Wahlen vom Mai 1924 6,5 Prozentpunkte gewinnt. Die extremistischen Parteien verlieren dagegen: Die Kommunisten büßen 3,9 Prozentpunkte ein, die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung erhält nur noch die knappe Hälfte der Stimmen vom Mai (29.087 statt 66.604 Stimmen, 2,5 statt 5,6 %).

Im Wahlkreis 33 (Hessen-Darmstadt) erreicht die SPD 35,6 % der Stimmen (vier Mandate), die Zentrumspartei 15,8 % (zwei Mandate), der Hessische Bauernbund 12,6 %, die Deutsche Volkspartei 11,8 % und die Deutsche Demokratische Partei 8,7 % (alle je ein Mandat). Größte Gewinnerin ist auch hier die SPD, die im Vergleich zu den Mai-Wahlen über 40.000 Stimmen hinzugewinnt, gut 8.500 Stimmen legt die DDP zu. Größte Verlierer sind auch hier die Kommunisten (Verlust von über 23.000 Stimmen) und die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (Völkisch-sozialer Block) (1,3 statt 2,9 %).

Gewählte Abgeordnete

Wahlkreis 19 Hessen-Nassau

Becker, Heinrich (1877–1964); SPD
Crone-Münzebrock, August (1882–1947); Deutsche Zentrumspartei
Dessauer, Friedrich (1881–1963); Deutsche Zentrumspartei
Dißmann, Robert (1878–1926); SPD1
Hartwig, Emil (1873–1943); Deutschnationale Volkspartei
Karl Hepp (1889–1970); Deutsche Volkspartei, später Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei
Hoch, Gustav (1862–1942); SPD
Hüttmann, Heinrich (1868–1928); SPD
Dr. Wilhelm Kalle (1870–1954); Deutsche Volkspartei
Heinrich Lind (1878–1941); Deutschnationale Volkspartei
von Lindeiner-Wildau, Hans-Erdmann (1883–1947); Deutschnationale Volkspartei
Münzenberg, Wilhelm (1889–1940); KPD
Philipp Scheidemann (1865–1939); SPD
Michael Schnabrich (1880–1939); SPD
Walter Schücking (1875–1935); Deutsche Demokratische Partei
Schwarz, Jean-Albert (1873–1957); Deutsche Zentrumspartei

Wahlkreis 22 Hessen-Darmstadt

Dr. Becker, Johann (1869–1951); Deutsche Volkspartei; Reichsminister a.D.; Duisburg und Ludwigshöhe (Rheinhessen)
Dr. Bockius, Fritz (1882–1945); Zentrum; Rechtsanwalt; Mainz
Dr. David, Eduard (1863–1930); SPD; Reichsminister a.D.; Darmstadt
Dorsch II., Wilhelm (1868–1939); Hessischer Bauernbund und Rheinhessische Bauernschaft (später später Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei); Landwirt; Wölfersheim
Knoll, Wilhelm (1873–1947); Deutsche Zentrumspartei Regierungsrat; Mainz
Korell, Adolf (1872–1941); Deutsche Demokratische Partei; Pfarrer; Nieder-Ingelheim, zur Zeit Rendel (Oberhessen)
Dr. Quessel, Ludwig (1872–1931); SPD; Redakteur; Darmstadt
Ulrich, Karl (1853–1933); SPD; Staatspräsident; Darmstadt
(LV)


  1. Dißmann verstarb am 30. Oktober 1926. Für ihn rückt am 6. November 1926 Otto Witte (1884–1963) nach.
Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Rückgang der Stimmen für rechte Gruppierung bei der Reichstagswahl, 7. Dezember 1924“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/1754> (Stand: 18.12.2025)
Ereignisse im November 1924 | Dezember 1924 | Januar 1925
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