Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915

Abschnitt 8: Maisgerichte (16-19)

[12-14]

16. Maisbrei.

Man läßt einen Liter Milch sieden, gibt 8 Würfel Zucker hinein, eine Prise Salz und kocht unter stetem Rühren 9-10 gestrichene Eßlöffel Maismehl oder Maisgries ein.
Den Brei läßt man 20-25 Minuten kochen und gibt ihn mit Zucker und Zimmt bestreut auf den Tisch. [S. 13]


17. Aepfelmicherl.

(Aus der österr. Küche.)

Ein Liter Milch wird mit einem kleinen Stückchen Butter oder Butter-Ersatz zum kochen gebracht, etwas gesalzen und ½ Liter Maismehl oder Maisgries unter ständigem Rühren dick eingekocht, den Brei stellt man dann zum Auskühlen auf die Seite. In eine gut geschmierte Kasserole gibt man die Hälfte des Breies hinein, streicht ihn glatt auseinander, gibt feinblättrig geschnittene saure Aepfel darauf, streut Zucker und Zimmt darüber, und dann die andere Hälfte des Breies. Obenauf kommen Butterflocken. Nun wird die Masse gebacken. Dann schneidet man sie in Stücke und zuckert sie schön an.
Für kinderreiche Familien recht empfehlenswert.


18. Maispolenta mit Kartoffeln.

In einer Schüssel mischt man einen halben Liter heiß zerdrückte oder geriebene Kartoffeln mit einem ½ Liter Maisgries, salzt die Mischung und schüttet sie in 2 Liter kochendes Wasser, läßt ¼ Stunde langsam kochen, sticht dabei mit dem Kochlöffel ein- bis zweimal ein Loch in diesen Brei, damit das Wasser diesen recht gut durchkochen kann und verrührt schließlich Alles gut. Man kann nun diese Masse in einer länglichen gutgeschmierten Form im Bratrohr backen und dann stürzen oder am Brett zu einer Wurst formen und weiter damit verfahren wie bei Maisschnitten angegeben ist.


19. Maisthee.

Ein ganz hervorragendes Getränk, auch für Kranke.

Diesen Maisthee bekommen in manchen Gegenden Oesterreichs die Kinder. Aber auch Erwachsene trinken ihn gerne, da er ausgezeichnet schmeckt und sehr nahrhaft ist.
Dazu weicht man reife, grob gestoßene Maiskörner einige Stunden in Wasser ein und kocht sie dann bis sie [S. 14] etwas schleimig werden. Dann wird der Thee abgeseiht und mit Zucker und Milch getrunken.
Er schmeckt sehr fein nach Vanille, würde man diesen Maisthee den Kindern statt Kaffee geben, wie gut wäre es für deren Nerven.


Personen: Nefflen, Meli
Sachbegriffe: Kochbücher · Kriegskochbücher · Maisgerichte
Empfohlene Zitierweise: „Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915, Abschnitt 8: Maisgerichte (16-19)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/169-8> (aufgerufen am 17.05.2026)