Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Inhalt
- 1.8.1914: Die Sozialdemokratie und der Krieg
- ...
- 6.8.1914: Warnung vor der Gabe von Alkohol an Soldaten
- 6.8.1914: Warnung vor dem Drachensteigenlassen
- 6.8.1914: Hilfskomitee zur Linderung der Kriegsnot
- 6.8.1914: Die Ernteaussichten für 1914
- 6.8.1914: Lockerung des Kinderschutzes im Krieg
- 7.8.1914: Die Sozialdemokratie und der Krieg
- 7.8.1914: Automobiljagd wird eingestellt
- ...
- 12.8.1914: Aufruf an die Arbeiterjugend
Abbildungen
↑ Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914
Abschnitt 75: 6.8.1914: Die Ernteaussichten für 1914
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Die Ernteaussichten.
Je geringer die Aussichten geworden sind, die Lebensmittelversorgung durch Auslandszufuhr zu verstärken, um so wichtiger wird die Frage nach den Ernteaussichten im eigenen Lande. Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen gibt in einem Extrablatt der Landwirtschaftlichen Zeitschrift folgende Uebersicht über die diesjährigen Ernteaussichten: Die Kartoffelernte wird nicht wesentlich hinter der vorjährigen zurückstehen. Da im Durchschnitt der letzten drei Jahre jährlich 900 Millionen Zentner Kartoffeln geerntet wurden und hiervon nur zirka 270 Millionen Zentner zur menschlichen Ernährung gebraucht wurden — zirka 300 Millionen Zentner für Viehfutter — so ist ein Mangel an diesem Nahrungsmittel nicht zu befürchten. Unsere Getreideernte fällt im großen und ganzen auch gut aus. Der Roggen, der zum großen Teil schon geerntet ist, war über Mittel. Da wir im letzten Jahre in dieser Hauptbrotfrucht exportiert haben, so werden wir auch hier kaum in Schwierigkeiten kommen. Weizen, Gerste, Hafer stehen gut im Felde und es ist zu hoffen, daß diese Früchte gut heimgebracht werden. Die Futterernte, die zum Teil schon eingebracht ist, war gut, zum Teil recht gut. Was noch draußen steht, verspricht reichlichen Ertrag: der Wert der Ernte hängt davon ab, ob sie gut eingebracht wird. Wir hätten also auch reichlich Futter für unsere großen Viehbestände. Nachdem diese in den letzten Jahren so vermehrt und verbessert worden sind, wie wir sie nie vorher gehabt haben — der Schweinebestand ist in Hessen allein im letzten Jahre von zirka 340 000 auf 400 000, also um zirka 600 000 Stück vermehrt worden — ist auch kein Mangel an Fleisch und Milch zunächst zu befürchten, wenn wir nur einigermaßen in der Lage sind, sie zu erhalten.
[Offenbacher Abendblatt vom 6. August 1914]
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| Empfohlene Zitierweise: | „Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914, Abschnitt 75: 6.8.1914: Die Ernteaussichten für 1914“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/161-75> (aufgerufen am 06.05.2026) |
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