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Hessian Biography

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Portrait

Dietrich von Uffeln
(um 1390–1433)

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GND-ID

1388745364

Uffeln, Dietrich von [ID = 21483]

* um 1390, † 4.6.1433 Kassel
Jurist, Geheimer Rat, Schreiber
Biographical Text

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Uffeln, Dietrich von1, Bruder des Kasseler Kanonikers Heinrich von Uffeln von Grebenstein2, immatrikuliert in Erfurt 14053 und in Heidelberg 14124, erwirbt die Magisterwürde5 und erhält 1414 März 3 von Landgraf Ludwig I. eine Anweisung von 8 Mark schwerer Pfge. und 3 Schill. jährlich auf die Stadt Grebenstein bis zu erfolgter Ablösung mit 100 Mark Silber6; gehört 1427 Dezember 28 zu den Vermittlern der Sühne Landgraf Ludwigs zwischen seiner Schwester Agnes und deren Mann Herzog Otto von Braunschweig-Göttingen7. Rat Landgraf Ludwigs I. 1428 Mai 198, bezeugt als Rat und Schreiber Landgraf Ludwigs 1429 Dezember 17 den Verkauf der Herrschaft Schöneberg an Hessen9, oberster Schreiber 143110. Ist 1432 November 23 zugegen, als sich die Stadt Braunschweig von der Verratsklage ihres Hzs. Wilhelm in Gegenwart Markgraf Johanns von Brandenburg und Landgraf Ludwigs von Hessen und ihrer Räte reinigt11. Heimlicher Landgraf Ludwigs12, Besitzer eines Hauses in Kassel an der Martinskirche13, und der curia parva in Fritzlar, da er bis zu seinem Tode kurz vor 1433 Mai 3014 Kantor des Fritzlarer St. Petersstiftes war15.


  1. Gundlach meint: „er war sicher ein Bürgerssohn, kein Adliger“, doch ist nicht zweifelhaft, daß er aus der bekannten Grebensteiner Burgmannenfamilie von Uffeln stammt, über die Günther, Diemelland (ZHG 73, 1962) S. 36 ff. ausführlich handelt. Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43/1909) S. 149 Anm. 1 hält ihn möglicherweise für einen Sohn des Thiele von Uffeln, der 1411 zusammen mit seinen Söhnen Werner und Thiele hessisches Lehen zu Uffeln empfängt; dagegen spricht, daß Dietrich wie sein Bruder Heinrich Geistlicher war. Auf diesen Thiele (und nicht auf Dietrich) bezieht sich möglicherweise auch die Anweisung von 1414 März 3 (siehe Anm. 6).
  2. Vgl. dort. Grebenstein als Herkunftsort nennen die Matrikeln.
  3. Gundlach III S. 274. Nicht 1392, wie Heldmann, Akadem. Fritzlar S. 398 angibt.
  4. Ebd.
  5. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 993. Er wird meist Meister genannt (z. B. bei Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 248 Nr. 567) oder in den in Anm. 12 verzeichneten Schreiben.
  6. Kopiar 4 Nr. 274. (S. aber Anm. 1 Ende).
  7. Samtarchiv, Schubl. 52 Nr. 24. – Armbrust, Göttingen (ZHG 45/1911) S. 106 Nr. 134, der über die Datierung handelt und die Urkunde ins Jahresende 1428 setzt, d. h. nicht mehr Weihnachtsstil, sondern Neujahrsstil annimmt.
  8. Becker, Die Riedesel II Nr. 426. Er war aber sicher schon 1427 Rat.
  9. Urkk., Verträge mit Schöneberg.
  10. Gundlach III S. 274 (nach Landaus Exzerpten, Beamten III fol.)
  11. Stadt A. Braunschweig Urkk. Nrr. 665, 666.
  12. So bezeichnet ihn der Landgraf, als er sich [1433] Juni 16 für Klaus Trott als Nachfolger Uffelns als Kantor beim Fritzlarer Kapitel verwendet (Best. 105 II, Fritzlar, Korrespondenzen). Als Nachfolger Uffelns empfiehlt Erzbischof Konrad von Mainz: 1. Friedrich Kammermann, Pastor zu Sachsenhausen, Schreiber des Grafen von Waldeck, für den sich auch Graf Johann von Ziegenhain und seine Frau Elisabeth einsetzen, und 2. den Fritzlarer Kanoniker Wolmeringhausen (vgl. Heldmann a. a. O. S. 398 f.). Durch diese Schreiben wird auch das Schreiben Landgraf Ludwigs, das nur ein Tagesdatum trägt, datiert.
  13. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 993.
  14. Über das Todesdatum vgl. Heldmann a. a. O. S. 398 f.
  15. Das Verzeichnis der Stiftsherrenkurien in Fritzlar von 1422 (Kopiar 220 Bl. 36) verzeichnet an viertletzter Stelle die curia parva, quam dominus cantor habet ad 40 fl. [Einstandspreis bei der Übernahme durch einen neuen Kanoniker].

Bibliography