Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Hessian Biography

New search
 
Portrait

Johann von Eschwege
(belegt 1501–1515)

Symbol: Switch display mode Symbol: Switch display mode Symbol: Print Preview

Further Information

GND-ID

1392030676

Eschwege, Johann von [ID = 19629]

belegt 1501–1515
Truppenführer, Futtermarschall, Hauptmann, Hofmeister, Amtmann
Biographical Text

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Einrösser unter dem Hofgesinde Landgraf Wilhelms II. 15011, nimmt 1504 in der Pfälzer Fehde am Zug gegen Kaub teil2, liegt 1505 Februar 28 mit 30 Pferden zu Felsberg, als er ins geleyde nach Frangfordt zyhen wolte3, (Führer der) landgräflichen Geleitsreiter 1505 März4, Futtermarschall 1505 September 175, 1508 April 66. Hauptmann 1505 März 27, 1509 September 258, Dezember 219, 1511 April 2810, 1512 Februar 611; erhält 1513 Januar 3 als Hauptmann der Einspännigen von dem Kasseler Kammerschreiber sein Dienstgeld in Höhe von 30 fl. für das Jahr 151212, noch 1514 März 31 Hauptmann zu Kassel13. 1513 Dezember 22 unterzeichnet er das Einladungsschreiben der Anhänger der Landgräfin Anna der Jüngeren an die hessischen Stände zu einem Landtag (gegen die Regenten) nach Felsberg im Januar 151414 und tritt 1514 Februar 10 der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den hessischen Ständen (gegen die Regentschaft) bei15, zeigt aber gleichwohl noch 1514 Februar 24 den Regenten das von der Landgräfin angeblich beabsichtigte gewaltsame Vorgehen gegen Marburg an16, liefert dann aber 1514 März 25 die Festung Ziegenhain an die Landgräfin aus17. Schon 1513 Juli 10 wird er von den kaiserlichen Kommissaren, die den Kölner Spruch Kaiser Maximilians zur Ordnung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. ausführen, zu den Edelleuten des Landgrafen bestellt18, fungiert dann als Hofmeister der Witwe Landgraf Wilhelms I. Anna, geb. Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, 1515 April 2619. 1515 April 21 verschreibt ihm Landgräfin Anna, Witwe Landgraf Wilhelms II., geb. Herzogin von Mecklenburg, das Amt Wanfried, das er mit 2000 fl. von Heinrich von Baumbach eingelöst hat20 mit allen Gerechtigkeiten, wie sie Baumbach und vorher Ernst Schmalstieg innegehabt haben21; Amtmann zu Wanfried 1518 Februar 1222, 1520 Juni 2923. Im Gefolge Landgraf Philipps auf dem Wormser Reichstag 152124, Burggraf zu Kassel 1531 Februar 925. 1515 war er Vormund Georgs v. Eschwege, seines Bruders Sohn26.


  1. Kopiar 131a II Bl. 16v., 25, 37.
  2. Rechn. I, Hohenstein (66/22 Bl. 4).
  3. Rechn. I, Felsberg (47/8 Bl. 23v.).
  4. Rechn. I, Grünberg (59/3 Bl. 40 ff).
  5. Rechn. I, Ziegenhain (121/2 Bl. 109v.).
  6. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12a/2 Bel.).
  7. Rechn. I, Ziegenhain (121/2 Bl. 48). Er ist Hauptmann einer berittenen Truppe von 34 Pferden.
  8. Rechn. I, Gießen, (51/10 Bel.).
  9. Rechn. I, Kirchhain (69/14 Bel.).
  10. Rechn. I, Ziegenhain (121/8 BL 7): 3 ½ mutt 2 mesten verfutert Hans von Eschwege, hauptmann, als er mit den schutzen uß dem gleite der vastenmesse kommen was.
  11. Rechn. I, Ziegenhain (121/8 Bl. 18v.).
  12. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12c/3 Bel.). – Am 14/15 September d. J. ist er mit 72 Begleitern zu Oberrosbach, also offensichtlich auf dem Frankfurter Herbstmessegeleit (Rechn. I, Oberrosbach 86/6 Bl. 28v.).
  13. Rechn. I, Grebenstein (58/3 Bel.). – Am 11. Mai 1514 hebt er im Namen Landgraf Philipps einen Sohn Johann Herdegens aus der Taufe (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 10/11 Bl. 74).
  14. Glagau, Landtagsakten Nr. 64.
  15. Ebd. S. 198 Anm.
  16. Ebd. Nr. 103 Anm. 1.
  17. Ebd. Nr. 119 Anm.1.
  18. Ebd. S. 568.
  19. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (13a/7 Bel.).
  20. So die Urkunde Tatsächlich vollstreckte Johann jedoch nur die von der Landgräfin Anna gegen Baumbach verfügte Absetzung wegen seiner Parteinahme für die von ihr gestürzte Regentschaft und wegen Widersetzlichkeit, indem er ihn mit Gewalt aus dem Amte vertrieb. Es ist jedoch möglich, daß Eschwege wenigstens die Baumbach zustehenden 1000 fl. an die Landgräfin gezahlt hat. – Vgl. dazu auch Glagau, Landtagsakten Nr. 192, die die Verworrenheit der damaligen politischen Zustände grell aufscheinen läßt.
  21. Urkk., Gen.-Rep. Wanfried.
  22. Rechn. I, Ziegenhain (122/9 Bel.).
  23. Gundlach III S. 61.
  24. Ebd. nach der Wormser Präsenzliste.
  25. Urkk., Gen.-Rep. von Eschwege.
  26. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/11 Bl. 22).

Bibliography