Hessian Biography
Further Information
GND-ID
136659144
Lersner, Heinrich [ID = 2693]
- * 1506 Marburg (?), † 9.3.1576 Frankenberg (Eder), evangelisch-lutherisch
Lic. jur. utr. – Jurist, Rat, Kanzler, Gesandter - Biographical Text
-
Biogramm bei Gundlach, Dienerbuch
Heinrich Lersner1 aus Marburg2, geboren 15063, Sohn des Kammerschreibers Ludwig Lersenmecher, inscribiert in Heidelberg 1519 Juli 234, in Erfurt Ostern 15205; hessischer Kanzleischreiber 15236, 1527 August 267; Secretarius8 1528 März 31; 1532 Kammersecretarius9, erhält 1537 Februar 10 eine neue Bestallung als Kammersecretarius und Diener auf fünf Jahre10. Er ist als solcher zuletzt bestimmt nachweisbar 1540 Juni 8. 1542 März 29 war er noch in Cassel11. 1542 September 1 wurde er zum hessischen Kanzler des Schmalkaldischen Bundes im eroberten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel eingesetzt12, als solcher ist er aktenmäßig zuletzt nachweisbar 1546 November 213, dann hessischer Rat14. 1547 in Ungnade.15 Nach dem Tode des Kanzlers Dr. Günterode war er einige Zeit mit der Verwaltung des Kanzleramts beauftragt.16 Kanzler war er sicher schon am 24. April 1551.17 Am 22. Februar 1559 erhielt er auf seinen Antrag seines leibs schwacheit und blödikeit halben seine Entlassung vom Kanzleramt und wurde am gleichen Tag zum Rat und Diener von Haus aus bestellt18, Rat in der Kanzlei zu Marburg mindestens von 1560 Januar 1419 bis 1566 August20. Noch als angehender Sechziger übernahm er nach der Landesteilung am 1. Mai 1567 das Kanzleramt im Oberfürstentum21. Er hat es nur zwei Jahre ausgehalten, Anfang 1569 bat er den Landgrafen Ludwig mit derselben Begründung wie 1559 den Landgrafen Philipp um seine Entlassung, er erhielt sie am 1. Mai und zugleich wieder eine Ratsbestallung von Haus aus auf Lebenszeit22. Am 9. März 1576 starb er in Frankenberg, wo er mit seinen Kindern sich wegen der in Marburg herrschenden Pest aufhielt.23 In der Pfarrkirche in Frankenberg wurde er begraben24. Er war verheiratet seit 1530 Oktober 20 mit Elisabeth (gestorben 1569 Februar 2525), zweiten Tochter des Osnabrückischen Kanzlers (und früheren hessischen Kammermeisters) Jorg Nußpicker, Schwester des hessischen Vizekanzlers Jorg Nußpicker und der Frau Kanzlerin Feige26.
- Siehe Lenz ADB 18, 433. ↑
- Hainricus Marckburck Lerszenmecher dioc. Modunt.: Toepke, Die Matrikel der Universität Heidelberg 1, 519; Henricus Lersemecher de Marborch: Erfurter Matrikel 2, 314. ↑
- Strieder 7, 492. ↑
- Toepke, Die Matrikel der Universität Heidelberg 1, 519. ↑
- Erfurter Matrikel 2, 314. ↑
- Hofordnung. ↑
- Bd. 2 Nr. 37. ↑
- Zu schließen daraus, daß er ein Konzept macht (Polit. Archiv, Schwäbischer Bund). Am 30. Mai nennt Nordeck ihn Secretarius (ebda., Packsche Händel). ↑
- Lersnersche Privatakte O. St. S. 6087. ↑
- Gedruckt Bd. 2 Nr. 65. ↑
- Er konzipiert ein Schreiben an den Burggrafen zu Friedberg. ↑
- Polit. Archiv Nr. 1512. ↑
- Nachträge zum Kammerarchive. Siehe auch Bd. 1. ↑
- Lauze irrt, wenn er (II 2 S. 210) z. J. 1546 ihn als Vizekanzler bezeichnet. ↑
- Siehe näheres: Polit. Archiv Nr. 955, 1124, 1137, 1138. ↑
- Siehe Bd. 1. ↑
- Urkunden, Bestallungen (Friedrichs von Boyneburg zum Hofgerichtsbeiseitzer). ↑
- Urkunden, Bestallungen. ↑
- Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. 45. ↑
- Polit. Archiv, Solms. ↑
- Reversalbuch 138 Bl. 9 ff., Jahrbestallung der Hofdiener, angefangen 1567. In seinem Testamente von 1562 hatte Landgraf Philipp bestimmt: Der alte canzler Heinrich Lerssener ist ein geschickter mann, und weil wir inen des canzlerampts erlassen, sollen sie inen vor einen rat gebrauchen und ehrlich underhalten, dann er weis viele von alten und andern sachen in dissem lande. ↑
- Reversalbuch 107; Besoldungsbuch; Reversalbuch 138 Bl. 217 f. ↑
- Auch die Marburger Universität war aus diesem Grunde nach Frankenberg verlegt worden (Marburger Matrikel). ↑
- Marburger Matrikel. Saur S. 100. ↑
- Saur S. 83. ↑
- Ms. Hass. 40 178 Casseler Landesbibliothek. ↑
- Bibliography
-
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 18, Leipzig 1883, S. 433-435 (Max Lenz)
- Heinrich von Lersner, Lersner'sche Familiengeschichte, Frankfurt am Main 2004
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 2: Urkunden und Akten, Marburg 1932
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 148 f.
- Weißenborn, Erfurter Matrikel 2: Allgemeine und Facultätsstatuten von 1390–1636, Allgemeine Studentenmatrikel 2. Hälfte (1492–1636), Halle an der Saale 1884
- Lauze, Leben und Thaten des Durchleuchtigsten Fürsten und Herren Philippi Magnanimi, Landgraffen zu Hessen, Bd. 2, Kassel 1841
- Caesar, Catalogus studiosorum scholae Marpurgensis, 3 Bde., Marburg 1875-1882
- Saur, Diarivm Historicvm, Das ist: Ein besondere tägliche Hauß vnd Kirchen Chronica …, Frankfurt am Main 1582
- Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. 7, Kassel 1787, S. 492
