Hessian Biography
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GND-ID
123031281
Murarius, Johannes [ID = 7653]
- * [unbekannt] Groß-Gerau, † September 1635 auf der Flucht auf freier Straße bei Gernsheim, evangelisch
Theologe, Schulmeister, Pfarrer - Biographical Text
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Er erlitt bei den Plünderungen in Schwanheim 1622 großen Schaden. Die Besoldung durch das Kloster Lorsch war nicht erfolgt. Die Pfarräcker und Gebäude in trostlosem Zustand. Mit der Bevölkerung lag er wie seine Vorgänger in beständigem Streit. Nach seinem Weggang nach Biebesheim bat der Wersauer Pfarrer Kaspar Scharf um Rücknahme der Ernennung. Erst der aus Hessen stammende Jakob Kaldenbach, der in Erbachischen Diensten stand, nahm die Pfarrei an, um nach Hessen zurückzukehren.1
Er war ein großer Kenner der Arzneikunst. Auch nach einer Zurechtweisung durch den Superintentenden Plaustrarius war er ein in der Umgebung hoch geschätzter Arzt. Das Hospital in Hofheim quittierte ihm 1630: „2 Ohm Bier dem Pfarrherr zue Biebesheimb dieß Jahr vor seine gehabte Mühe undt geordtnete Artzeney zue den krancken Spittalspersohnen.“2
Am 5. August 1635 brannten die Kirche, das Pfarrhaus und fast das ganze Dorf ab. Von 116 Hofreiten blieben 11 kleinere Gebäude stehen. Pfarrer Johannes Murarius kam im September auf der Flucht auf der Straße nach Gernsheim ums Leben. Von 560 Einwohnern wurden nach einem weiteren Brand 1639 90 gezählt. Den Rest des Krieges, dessen Schrecken anderwärts sogar noch zunahmen, blieb Biebesheim ohne Pfarrer. In den Jahren 1646/47 war der Schulmeister Konrad Raab zugleich Pfarrverweser.
Lupold von Lehsten
- Fritz Herrmann, Heimat- und Stammbuch der Familie Herrmann aus Schwanheim an der Bergstraße, S. 52. ↑
- Wilhelm Diehl, in: Hessische Chronik XIII, S. 56 f. ↑
- Bibliography
