Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hesse in the 19th and 20th Centuries

  • 1900
  • 1910
  • 1920
  • 1930
  • 1940
  • 1950
  • 1960
  • 1970
  • 1980
  • 1990
  • 2000
  1. 22. April 1938: Verordnung gegen die Unterstützung der Tarnung jüdischer Gewerbebetriebe
    Eine von Hermann Göring (1896–1946) als „Beauftragter für den Vierjahresplan“ erlassene „Verordnung gegen die Unterstützung der Tarnung jüdischer Gewerbebetriebe“ verbietet allen deutschen Staatsangehörigen, aus eigennützigen Beweggründen dabei behilflich zu sein, den „jüdischen Charakter eines Gewerbebetriebs“ (§ 1) zu verschleiern, um die Bevölkerung oder die Behörden ... »Details
  2. 24. April 1938: Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Frankfurt
    Bei einem Länderspiel im Waldstadion in Frankfurt am Main kommt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Mannschaft Portugals nicht über ein 1:1 hinaus. In der 18. Spielminute erzielt der portugiesische Nationalspieler Artur de Sousa (1909–1963) einen Treffer, den die deutsche Auswahl durch ein Tor von Waldhof-Mittelstürmer Otto „Holz“ Siffling (1912–1939) erst in der 75. ... »Details
  3. 26. April 1938: Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden
    [Einzelheiten enthält das beigefügte Reichsgesetzblatt] ... »Details
  4. 5. Mai 1938: Reichsausstellung „Handwerkerkampf 1938“ in Frankfurt
    In Frankfurt am Main findet der „Tag des deutschen Handwerks“ statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Reichsausstellung „Handwerkerkampf 1938“ gezeigt, an dem sich 28.000 Meister, 23.000 Gesellen und 7.000 Betriebsgemeinschaften beteiligt haben. Die 67 Reichssieger des Handwerkerkampfes werden in das „Ehrenbuch des deutschen Handwerks“ (veröffentlicht unter dem Titel „Gott ... »Details
  5. 10. Mai 1938: Ansprache des Wirtschaftsministers Funk auf dem „Tag des Handwerks“ in Frankfurt
    Der im Februar zum Reichswirtschaftsminister ernannte Walther Funk (1890–1960) spricht zum „Tag des deutschen Handwerks“ in Frankfurt am Main.(OV) ... »Details
  6. 13. Mai 1938: Hermann Göring kündigt Fertigstellung des Rhein-Main-Donau-Kanals an
    Beim ersten Spatenstich zu den „Hermann-Göring-Werken“ in Linz (Oberösterreich) kündigt Generalfeldmarschall Hermann Göring (1893–1946) unter anderem an, um dieses neue industrielle Zentrum mit den Lebensströmen Deutschlands zu verbinden, werde in schärfstem Tempo die Wasserverbindung Rhein-Main-Donau vollendet werden.(OV) ... »Details
  7. 14. Mai 1938: Bühnenjubiläum des Schauspielers Kurt Böhme am Frankfurter Schauspielhaus
    Der Schauspieler Kurt Böhme kann in Frankfurt am Main seine 25-jährige Zugehörigkeit zum Ensemble des Schauspielhauses feiern, in dem er bisher 5.600 mal aufgetreten ist.(OV) ... »Details
  8. 29. Mai 1938: Dorfweihe in Allmendfeld im hessischen Ried
    Im hessischen Ried erlebt der neue Ort Allmendfeld seine „Dorfweihe“. Allmendfeld ist das größte Erbhofdorf, das im Zuge der Ried-Kultivierung in Südhessen angelegt und fertiggestellt wurde.(OV) ... »Details
  9. 11. Juni 1938: Reichskriegertag der Veteranen in Kassel
    In Kassel findet der Reichskriegertag statt, an dem viele Weltkriegsveteranen teilnehmen. ... »Details
  10. 13. Juni 1938: Internationaler Kinderschutzkongress in Frankfurt
    In Frankfurt am Main wird der Internationale Kinderschutzkongress eröffnet. Einer der Redner ist Fritz Reinhardt (1895–1969), Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, der über die nationalsozialistische Kinderpolitik spricht.(OV) ... »Details
  11. 14. Juni 1938: In Frankfurt werden mehr als 400 „Asoziale“ und Juden im Rahmen der „Juni-Aktion“ verhaftet
    Im Rahmen der reichsweit durchgeführten „Juni-Aktion“ nimmt die Polizei in Frankfurt am Main mehr als 400 als „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ verunglimpfte Personen in „Vorbeugehaft“, darunter 123 vorbestrafte Frankfurter Juden. Ziel der „Aktion“ ist es, durch die „vorbeugende“ Verhaftung, Verschleppung und Internierung zum Teil nichtsesshafter und vorbestrafter ... »Details
  12. 17. Juni 1938: Marburger Studenten wegen Tätigkeit für die Bekennende Kirche von der Universität verwiesen
    Wegen der Betätigung für die Bekennende Kirche werden Theologiestudenten in Marburg nach einer mehrwöchigen Schutzhaft von der dortigen Universität verwiesen.(OV) ... »Details
  13. 22. Juni 1938: Neu errichtetes Straflager Rollwald bei Niederroden
    Ein Rundschreiben des Reichsjustizministers unterrichtet die Generalstaatsanwälte über den Neuaufbau des im Bereich Darmstadt eingerichteten Straflagers Rodgau oder Rollwald bei Nieder-Roden, dem seit April 500 Verurteilte zugewiesen wurden. Das Barackenlager soll bis zu 3.500 Häftlinge aufnehmen.(OV) ... »Details
  14. 29. Juni 1938: Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kulturmorphologie in Frankfurt
    Der bekannte Ethnologe Leo Frobenius (1873–1938) feiert in Frankfurt am Main seinen 65. Geburtstag. Zugleich erfolgt nach einem Umzug die Eröffnung der Deutschen Gesellschaft für Kulturmorphologie in der Mainmetropole. Die Vereinigung war ursprünglich 1924 zur Unterstützung des „Forschungsinstituts für Kulturmorphologie“ in München gegründet worden.  ... »Details
  15. 3. Juli 1938: Arisierung des Einzelhandels in Darmstadt durchgeführt
    Ein Bericht der „Hessischen Landeszeitung“ stellt fest, dass „die Arisierung des Einzelhandels“ (gemeint ist die Ausschaltung der Juden aus dem Geschäftsleben) nur in wenigen Großstädten „so rasch und so durchschlagend vorangeschritten“ sei wie in Darmstadt.(OV) ... »Details
  16. 9. August 1938: Bildung dreier Stadtkreise im Volksstaat Hessen
    Die Städte Darmstadt, Gießen und Offenbach am Main werden zu selbstständigen Stadtkreisen. Im Volksstaat Hessen gab es diesen Status bisher nicht.(OV) ... »Details
  17. 17. August 1938: Zwang zum Vornamenszusatz für alle jüdischen Personen
    Nach der „Zweiten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen“ vom 17. August 1938 dürfen Juden nur noch Vornamen führen, die in den Richtlinien des Reichsinnenministeriums für Juden vorgesehen sind. Führen sie jedoch einen anderen Vornamen, müssen sie ab dem 1. Januar 1939 einen zusätzlichen Vornamen annehmen, „und zwar männliche ... »Details
  18. 19. August 1938: Scharfer Hirtenbrief der Katholischen Bischofskonferenz gegen NS-Kirchenpolitik
    In Fulda verabschieden die deutschen Bischöfe zum Abschluss ihrer dreitägigen Konferenz einen scharf formulierten Hirtenbrief gegen die Kirchenpolitik des NS-Staats, die Behinderung der kirchlichen Arbeit und die Verdrängung des Christentums aus Schule und Familie.(OV) ... »Details
  19. 25. August 1938: Segelflugrekord bei den Rhön-Wettbewerben
    Der Flieger Werner Fick erreicht bei den 19. Rhön-Wettbewerben im Segelflug eine Höhe von 6.500 Metern über NN und damit (bei einer Höhenlage der Wasserkuppe von 950 Metern über NN) eine sogenannte Startüberhöhung von fast 5.500 Meter. Damit erzielt er einen neuen internationalen Rekord.(OV) ... »Details
  20. 28. August 1938: Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt an den Arzt und Schriftsteller Hans Carossa
    Der deutsche Arzt und Schriftsteller Hans Carossa (1878–1956) erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. Carossa Dankesansprache würdigt Goethe als den „freiesten, mündigsten und humansten Menschen des Abendlandes“ und deutet die Preisverleihung als Signal „in einer Zeit, wo das Weltbild nicht mehr einheitlich ist“. Gleichwohl steht Carossa – der 1933 die Berufung in die ... »Details
  21. 3. September 1938: Eröffnung der „1. Deutschen Bau- und Siedlungsausstellung“ in Frankfurt
    In Frankfurt am Main wird die „1. Deutsche Bau- und Siedlungsausstellung“ eröffnet. Die Planung und Durchführung der Veranstaltung liegen in der Hand des Gauheimstättenamtes Hessen-Nassau und der Frankfurter Messegesellschaft. ... »Details
  22. 24. September 1938: Uraufführung eines Lustspiels von Martin Rabe in Frankfurt
    An den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main wird das Lustspiel „Der Mantel der Göttin“ von Martin Rabe uraufgeführt.(OV) ... »Details
  23. 29. September 1938: Münchener Abkommen über den Anschluss des Sudentenlands
    Nach massivem außenpolitischem und propagandistischem Druck vonseiten des nationalsozialistischen Deutschland kommt auf einer Konferenz in München, an der neben Hitler auch Mussolini für Italien, Präsident Daladier für Frankreich und der britische Premierminister Neville Chamberlain (1869–1940) teilnehmen, das sogenannte Münchener Abkommen zustande. Damit werden die sudetendeutschen Gebiet ... »Details
  24. 5. Oktober 1938: Verordnung über die Reisepässe von Juden
    Das Reichsinnenministerium erlässt eine Verordnung, durch die alle Reisepässe von Juden für ungültig erklärt werden. Die Passinhaber sind verpflichtet, die Pässe binnen 14 Tagen einzureichen. Die mit Geltung für das Ausland gültigen Pässe werden wieder gültig, wenn sie von der Passbehörde mit einem Merkmal versehen werden, das den Inhaber als Juden kennzeichnet. ... »Details
  25. 22. Oktober 1938: „Gaukulturwoche“ in Wiesbaden zum Thema „Rasse und Kultur“
    „Rasse und Kultur“ ist Thema der in Wiesbaden eröffneten zweiten „Gaukulturwoche“. Die Ausstellung im Landesmuseum bietet eine „Leistungsschau der Kunstschaffenden“. ... »Details
  26. 25.-31. Oktober 1938: Arbeitstagung der deutschen Heimstättenämter der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt
    Der Jahreslagebericht 1938 des Reichssicherheitshauptsamts, Band 3, befasst sich unter anderem mit dem Wohnungs- und Siedlungswesen. Dabei wird konstatiert, dass die Rückgliederung der Ostmark und der sudetendeutschen Gebiete sowohl als auch die Schaffung öffentlicher Großbauten, vor allen Dingen aber die vordringlichen militärischen Bauten und Befestigungsarbeiten dem Wohnungs- und ... »Details
  27. 27. - 28. Oktober 1938: Deportation von Tausenden polnischer Staatsbürger jüdischen Glaubens
    In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober werden schätzungsweise 17.000 im Deutschen Reich ansässige Juden polnischer Staatsangehörigkeit in das polnisch-deutsche Grenzgebiet deportiert, darunter auch zahlreiche Menschen aus Hessen. Allein in Frankfurt am Main werden etwa 2.000 jüdische Mitbürger Opfer dieser Zwangsmaßnahme, die die meisten Betroffenen völlig unvorbereitet trifft. ... »Details
  28. 7. November 1938: Verwüstung der Synagoge und jüdischer Einrichtungen in Kassel
    Mit der Verwüstung der Synagoge in Kassel beginnen die Pogrome gegen jüdische Gotteshäuser, Gemeindezentren und Geschäfte in Nordhessen. Am Abend dringen etwa 30 Personen in Zivilkleidung (nach Aussage eines Augenzeugen auffälligerweise „alle mit den gleichen Stiefeln“) in die Synagoge in der Unteren Königsstraße ein und schleppen Teile der Inneneinrichtung und Ritualien (unter anderem ... »Details
  29. 7. November 1938: Zerstörung von jüdischen Einrichtungen in Bebra
    In der nordhessischen Kleinstadt Bebra kommt es gegen Mitternacht zu einem der ersten Pogrome, die den Auftakt zur Reichspogromnacht in der Nacht vom 9. auf den 10. November bilden. Das Innere der Synagoge und der jüdischen Schule des Ortes werden vollständig zerstört, ebenso Fenster und Türen jüdischer Geschäfts- und Wohnhäuser. Zuvor hatte in der Gastwirtschaft „Hessischer Hof“ in ... »Details
  30. 7. November 1938: Schwere Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen und Wohnstätten jüdischer Mitbürger in Zierenberg
    Nach einer Aussage des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Wolfhagen, Erwin Vaihinger, vom 10. Februar 1948 kommt es in der nordhessischen Stadt Zierenberg bereits am Abend des 7. November 1938, also zwei Tage vor der eigentlichen „Kristallnacht“ vom 9. auf den 10. November, zu schweren Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen und Wohnstätten jüdischer Mitbürger. Damit ist Zierenberg ... »Details