Hesse in the 19th and 20th Centuries

Streik der Hanauer Zigarrenarbeiterinnen und -arbeiter, August 1863
Im August 1863 gingen die Beschäftigten der Hanauer Zigarrenindustrie in den Streik. Vorangegangen war eine Versammlung, an der über 800 Zigarrenarbeiterinnen und -arbeiter teilgenommen und bessere Löhne gefordert hatten. Nur ein Fabrikant ging auf die Forderungen ein, alle anderen lehnten sie ab. Dieses hatte zur Folge, dass die Angestellten ihre Entlassungsscheine forderten und die Fabriken schließen mussten, wie die Hanauer Chronik Wilhelm Zieglers berichtete. Obwohl die Arbeitgeber den Forderungen nicht nachkamen, musste der Streik nach vier Wochen beendet werden, da die Not der Streikenden zu groß wurde. Als es 1865 zu einer erneuten Streikwelle kam, erhöhten die Fabrikanten freiwillig die Löhne, um Arbeitsniederlegungen zu verhindern.
Zu den Folgen des Streiks gehörte die Verlagerung eines Teiles der Produktion in ländliche Gebiete verlegt, da dort kostengünstiger produziert werden konnte.
- Records
- Blauer Dunst und flinke Finger, Hanau [2009], S. 92-93
- Judit Pákh, Das rote Hanau, Hanau 2007, S. 78-79
- Additional Information
- [Bericht über den Streik in der Hanauer Zigarrenindustrie, aus der Chronik Wilhelm Zieglers; Bericht über den Streik der Hanauer Zigarrenarbeiter in der Hanauer Zeitung vom 7. September 1863; Bericht über die Hanauer Zigarrenindustrie, aus dem Jahresbericht des Handels- und Gewerbevereins zu Hanau für 1864]
- Recommended Citation
- „Streik der Hanauer Zigarrenarbeiterinnen und -arbeiter, August 1863“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/7471> (Stand: 10.9.2024)
