Hesse in the 19th and 20th Centuries

Stadt Frankfurt genehmigt die Gründung der Frankfurter Bank, 11. April 1854
Bereits 1853 hatte die Stadt Frankfurt am Main einer Gruppe von Bankiers die Genehmigung zur Gründung der „Frankfurter Vereinskasse für den bargeldlosen Zahlungsverkehr“ erteilt. Als 1854 im benachbarten Darmstadt die „Bank für Handel und Industrie“ in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft gegründet wurde, folgte eine erneute Initiative zur Gründung einer Frankfurter Bank auf Aktienbasis.
Am 11. April 1854 erteilt daraufhin die Stadt Frankfurt den Bankhäusern Grunelius & Co. und M. A. von Rothschild & Söhne, sowie der „Frankfurter Vereinskasse“ eine Konzession zur Gründung der „Aktiengesellschaft Frankfurter Bank“. Diese übernahm den Geschäftssitz der Frankfurter Vereinskasse in der Münzgasse 2 unmittelbar neben dem Frankfurter Römer.
Der Leiter der neuen Bank wurde Wilhelm Isaac Gillé (1805–1873), der vorher Direktor der Frankfurter Vereinskasse gewesen war. Im Rahmen des Börsengangs wurden 20.000 Aktien à 500 Gulden ausgegeben, das Gründungskapital betrug damit zehn Millionen Gulden.
Da die Frankfurter Bank das Recht erhalten hatte, als Notenbank Gulden süddeutscher Vereinswährung auszugeben, war sie gehalten, sich von Risiken fernzuhalten. Das Depositen- und Kreditgeschäft war ihr deshalb nicht erlaubt. Die Frankfurter Bank stieg bis zum Jahr 1870 zur drittgrößten von insgesamt 33 Notenbanken im späteren Reichsgebiet auf.
Ebenso wie die in Darmstadt ansässige „Bank für Süddeutschland“ wurde die Frankfurter Bank ab 1875 als private Notenbank in ihrer ursprünglichen Aufgabe stark eingeschränkt. 1901 gab sie deshalb die Banknotenausgabe ganz auf.
(UH)
- Records
- Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 245 f.
- Rudolf Winterwerb, Die Frankfurter Bank 1854–1929, Frankfurt am Main 1929
- Additional Information
- ISG FFM Bestand W3-2 Nr. 51, Urkunden die Gründung der Vereins-Casse (Frankfurter Vereinskasse) betreffend und deren weitere Entwicklung
- ISG FFM Bestand H.01.03 Nr. 152, Konzessionsurkunde des Frankfurter Senats vom 6.12.1853 für die Bankhäuser Grunelius und Co. und M. A. von Rothschild und Söhne sowie für die Vereinskasse zur Gründung einer Aktiengesellschaft unter dem Namen „Frankfurter Bank“
- Wikipedia: Frankfurter Bank (eingesehen am 11.4.2025)
- Wikipedia: Rothschild (Familie) (eingesehen am 14.09.2023)
- Wikipedia: Bankhaus Grunelius & Co. (eingesehen am 14.9.2023)
- Recommended Citation
- „Stadt Frankfurt genehmigt die Gründung der Frankfurter Bank, 11. April 1854“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6425> (Stand: 11.4.2026)
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