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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Ergebnisse der Preußischen Landtagswahl in Hessen-Nassau, 5. März 1933

Zeitgleich mit der Wahl zum Deutschen Reichstag findet in der preußischen Provinz Hessen-Nassau eine Neuwahl des Preußischen Landtages statt.

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 762.032 Stimmen (48,9 %; 15 Mandate)
Mit Hindenburg für ein nationales Preußen 18.577 Stimmen (1,2 %)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 282.162 Stimmen (18,1 %; fünf Mandate)
Kommunistische Partei Deutschlands 138.760 Stimmen (8,9 %; drei Mandate)1
Deutsche Zentrumspartei 217.059 Stimmen (13,9 %; vier Mandate)
Kampffront Schwarz-weiß-rot 74.237 Stimmen (4,8 %; ein Mandat)
Radikaler Mittelstand 997 Stimmen
Deutsche Volkspartei 26.437 Stimmen (1,7 %; ein Mandat)
Christlich-sozialer Volksdienst 22.472 Stimmen
Deutsche Staatspartei 16.543 Stimmen
Deutsch-Hannoversche Partei 274 Stimmen

Im landesweiten Vergleich schneiden die Nationalsozialisten damit besser ab (Anteil in Preußen: 43,2 %), die Sozialdemokraten liegen leicht über dem Landesdurchschnitt (16,6 %) und die Zentrumspartei erzielt praktisch das gleiche Ergebnis wie im gesamten Land (14,1 %). Deutlich schlechter als im gesamten Staat schneidet die KPD ab (Preußen: 13,2 %).

Im Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) gewählte Abgeordnete:

Becker, Wilhelm (1890–1945); Werkmeister; Frankfurt am Main; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Dörnemann, Karl Friedrich (1901–1969); Kaufmann; Kassel; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Fink, Josef (geb.1868); Schreinermeister; Wiesbaden; Preußische Zentrumspartei

Freisler, Dr. Roland (1893–1945); Rechtsanwalt; Kassel; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Gräntz, Günther (1905–1945); Student; Frankfurt am Main; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Dr. Graß, Fritz (1891–1956); Direktor; Koblenz; Preußische Zentrumspartei

Hofacker, Friedrich (1881–1952); Gauleiter des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands; Kassel; Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Kraft, Karl (1874–1952); Landwirt, Bürgermeister; Niestel; Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Kramer, Walter (1903–1983); Kaufmanns-Gehilfe; Frankfurt am Main; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Krawielitzki, Hans (1900–1992); Geschäftsführer; Marburg; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Dr. Krebs, Friedrich Karl (1894–1961); Landgerichtsrat; Bad Homburg vor der Höhe; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Kuntz, Albert (1896–1945); Kupferschmied; Frankfurt am Main; Kommunistische Partei Deutschlands

Metz, Willi (1903–nach 1933); Landwirt; Köhler Hof, Diez-Land; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Dr. Nölting, Wilhelm Erik (1892–1953); Professor; Frankfurt am Main; Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Piékarski, Felix (1890–1965); Justizobersekretär; Wiesbaden; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Rehbein, Karl (1885–1956); Geschäftsführer; Hanau; Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Reutlinger, Phil. Heinr. (1898–1963); Kaufmann; Wiesbaden; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Rhiel, Andreas (* 1861); Amtsgerichtsrat i.R.; Fulda; Preußische Zentrumspartei

Röhle, Paul (1885–1958); Bezirks-Parteisekretär; Frankfurt am Main; Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Roth, Heinrich (1889–1955); Bürgermeister; Montabaur; Preußische Zentrumspartei

Schmidt, Wilhelm Georg (1900–1938); Spenglermeister; Wiesbaden; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Schneider, Wilhelm (1894–1954); Fabrikarbeiter; Melsungen; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Scholz, Gerhard (geb. 1898); Metallarbeiter; Frankfurt am Main; Kommunistische Partei Deutschlands

Schumann, Wilhelm (1896–1974); Bauarbeiter; Hann. Münden; Kommunistische Partei Deutschlands

Schwarzhaupt, Wilhelm (1871–1971); Magistratsoberschulrat; Frankfurt am Main; Deutsche Volkspartei

Steuer, Lothar (1893–1957); Kommunalpolitischer Dezernent der Deutschnationalen Volkspartei; Kassel; Kampffront Schwarz-weiß-rot

Vetter, Karl (1895–1964); Landwirt; Wanfried/Werra; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Weinrich, Karl (1887–1973); Obersteuersekretär; Kassel; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Willhardt, Jakob (1890–1945); Eisenbahnarbeiter; Fulda; Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei


  1. Die Zuteilung von Sitzen auf Wahlvorschläge der KPD wurde am 31. März 1933 für unwirksam erklärt und ihre Mandate wurden ersatzlos gestrichen. § 10 des Gesetzes vom 31. März 1933, RGBl. I, S. 154.
Records
Additional Information
Recommended Citation
„Ergebnisse der Preußischen Landtagswahl in Hessen-Nassau, 5. März 1933“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/5668> (Stand: 5.3.2025)
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