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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Auflösung des oppositionellen „Schönfelder Kreises“ durch Kurfürst Wilhelm II., 13. Juni 1823

Seit Beginn der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts formierte sich in Kurhessen eine Opposition gegen den Kurfürsten Wilhelm II. (1777–1847) im Umkreis der von ihrem Mann getrennt lebenden Kurfürstin Auguste (1780–1841) und Kurprinz Friedrich Wilhelm (1802–1875). Der nach dem an der Stadtgrenze von Kassel gelegenen Schloss Schönfeld benannte „Schönfelder Kreis“ bestand nicht nur aus Militärs, sondern auch aus Künstlern und Literaten, die sich in dem der Kurfürstin 1821 überschriebenen, auch „Augustenruhe“ genannten Schlösschen zum Austausch trafen.

An der Spitze dieses Kreises stand der Kasseler Generalstabsoffizier und spätere preußische Außenminister Joseph Maria von Radowitz (1797–1853). Eine wichtige Rolle nahm auch der damalige Assessor am Oberappellationsgericht und spätere Minister Ludwig Hassenpflug (1794–1862) ein. Dazu kamen die Brüder Jacob (1785–1863), Wilhelm (1786–1859) und Ludwig Emil Grimm (1790–1863), der Kaufmann Carl Carvacchi (1791–1869) und der spätere langjährige Kasseler Bürgermeister Carl Schomburg (1791–1841). Auch der Maler Ludwig Hummel (1770–1840), der Bildhauer Werner Henschel (1782–1850) und der Architekt Julius Eugen Ruhl (1796–1871) nahmen an den Abendgesellschaften teil.

Da dem misstrauischen Kurfürsten die Treffen des mutmaßlich oppositionellen Kreises ein Dorn im Auge waren, ließ er am 13. Juni 1823 vier Offiziere, darunter Joseph Maria von Radowitz, zur Strafe in andere Garnisonen versetzen und schickte den Prinzen Friedrich Wilhelm nach Marburg. Kurfürstin Auguste avancierte nach diesen Vorfällen zur liberalen Symbolfigur in Kurhessen. 1826 verließ sie Kassel, um erst 1831 wieder zurückzukehren.
(UH)

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„Auflösung des oppositionellen „Schönfelder Kreises“ durch Kurfürst Wilhelm II., 13. Juni 1823“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6175> (Stand: 13.8.2024)
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