Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Synagogen in Hessen

Hoch-Weisel

Gemeinde Butzbach, Wetteraukreis — Von Susanne Gerschlauer
Basic Data | History | Betsaal / Synagoge | Weitere Einrichtungen | References | Indices | Recommended Citation
Basic Data

Juden belegt seit

Mitte 17. Jahrhundert

Location

35510 Butzbach, Ortsteil Hoch-Weisel

Rabbinat

Oberhessen

religiöse Ausrichtung

orthodox

preserved

nein

Gedenktafel vorhanden

nein

Weitere Informationen zum Standort

Historical Gazetteer

History

Die Ortsherren waren bis 1479 unterschiedliche Adelsgeschlechter (von Münzenberg, von Falkenstein, von Eppstein und die Grafen von Katzenelnbogen). Danach war der Ort im Besitz der hessischen Grafen.

In Hoch-Weisel lebten vermutlich bereits vor 1648 Juden, doch ist das genaue Gründungsjahr einer jüdischen Gemeinde bislang nicht bekannt. Sie muss allerdings bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestanden haben, denn bis zum frühen 19. Jahrhundert gehörten neben den Ostheimer Juden auch die jüdischen Butzbacher der orthodoxen jüdischen Gemeinde in Hoch-Weisel an und besuchten hier, bis zur Gründung einer eigenen Gemeinde 1848, die Gottesdienste in der Synagoge.

Die Auflösung der Religionsgemeinde muss bereits im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erfolgt sein. Archivalien verweisen auf ein Abbrechen ihrer geschäftlichen Tätigkeit im Jahr 1889; die Versteigerung des Inventars erfolgte aber erst 1901. Seit 1918 besuchten die jüdischen Einwohner von Hoch-Weisel den Gottesdienst in Butzbach, zu deren Religionsgemeinde sie vermutlich auch zählten.1 1830 lebten in Hoch-Weisel 34 Juden, 1905 noch fünf.2

Betsaal / Synagoge

Vermutlich befand sich ein als Synagoge genutztes Gebäude in der ehemaligen Judengasse von Hoch-Weisel. An welchem Ort genau sich das Haus oder die Betstube befunden hat, ist bisher nicht bekannt. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde das Inventar versteigert. Dabei wurden vier Thorarollen, acht Bänke und alle Gottesdienstgegenstände für den 1.2.1901 zum Kauf angeboten.3

Weitere Einrichtungen

Cemetery

Oberhalb von Hoch-Weisel, in einer Mulde gelegen, befindet sich der jüdische Friedhof. Die Angehörigen der jüdischen Gemeinde (mit Butzbach, Fauerbach v. d. Höhe und Ostheim) wurden hier beerdigt. Der Friedhof hatte eine Fläche von 2.218 Quadratmetern.

Hoch-Weisel, Jüdischer Friedhof: Datensatz anzeigen

Grabstätten

Hoch-Weisel, Jüdischer Friedhof: Grabstätten anzeigen

References

Weblinks

Bibliography

Illustrations

Indices

Persons

Münzenberg, Herren von · Falkenstein, Herren von · Eppstein, Herren von · Katzenelnbogen, Grafen von · Hessen, Grafen von

Places

Butzbach · Fauerbach v. d. Höhe · Ostheim

Sachbegriffe Ausstattung

Thorarollen · Bänke

Fußnoten
  1. Arnsberg, Jüdische Gemeinden 1, S. 106
  2. Vor 50 Jahren brannten die Synagogen, S. 26
  3. „Der Israelit“ vom 3.1.1901, S. 15 (s. Weblink)
Recommended Citation
„Hoch-Weisel (Wetteraukreis)“, in: Synagogen in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/purl/resolve/subject/syn/id/644> (Stand: 8.6.2025)