Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Hesse in the 19th and 20th Centuries

Go to hit #
 

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, 1924-1933

1924 gründete sich in Magdeburg das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, das sich für den Schutz der Republik einsetzte. Ziel war, den demokratischen Einfluss in der Gesellschaft zu stärken und einen Gegenpol zu antirepublikanischen Wehrverbänden wie dem Stahlhelm und dem Jungdeutschen Orden zu bilden. Schon vorher entstandene kleinere republikanische Schutzgruppen wie der 1922 entstandene „Sozialdemokratische Ordnungsdienst“ und der „Republikanische Reichsbund“ gingen ganz oder teilweise im Reichsbanner auf.

Das Reichsbanner richtete sich ursprünglich an ehemalige Kriegsteilnehmer. Es war eine parteiübergreifende Organisation, auch wenn die Mehrheit der Mitglieder der Sozialdemokratie nahestand. Frauen konnten nicht Mitglied werden, 1926 wurde die Gründung eines Frauenbundes abgelehnt, es bestanden dennoch einzelne Ortsgruppen.

Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Reichsbanner zur größten demokratischen Organisation der Weimarer Republik. Bereits zur Gründung hatte es mehrere hunderttausend Mitglieder. Die Mitgliederzahlen stiegen schließlich auf circa 1,5 Millionen und damit auf deutlich mehr alle anderen Wehrverbände zusammengenommen. Die Leitung hatte ihren Sitz in Magdeburg, das „Bannergau Hessen-Cassel“ gehörte zu den größten und bedeutendsten Ortsverbänden.

Das Reichsbanner trat mit republikanischen Feiern in der Öffentlichkeit auf und sorgte für den Saalschutz bei Veranstaltungen. Die „republikanischen Tage“ sollten einen Gegenpol zu den „Deutschen Tagen“ bieten, die regelmäßig von nationalen Verbänden abgehalten wurden. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Reichsbannerleuten und rechten Gruppen, aber auch mit den Kommunisten.

1931 gründete das Reichsbanner die Eiserne Front als Gegengewicht zu den antidemokratischen Kräften. 1933 wurden Reichsbanner und Eiserne Front verboten, zahlreiche ehemalige Mitglieder blieben jedoch im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. 1953 erfolgte die Neugründung des Reichsbanners.
(StF)

Records
Additional Information
Recommended Citation
„Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, 1924-1933“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/7748> (Stand: 27.4.2026)
Events in December 1923 | January 1924 | February 1924
TueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThu
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31