Hessische Biografie
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GND-Nummer
122221478
Paradies, Ludwig zum [ID = 21878]
- † vor 30.8.1502, belegt 1452
Dr. iur. utr. – Advokat, Rat - Biografischer Text
-
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Zum Paradies, Ludwig1, Sohn Siegfrieds zum Paradies, Bürgers, Schöffen und Gastwirts zu Marburg2, immatrikuliert im Sommer 1452 zu Leipzig3, Magister 1464 November 14, in Diensten Landgraf Hermanns (des späteren Kölner Erzbischofs) 1468 Februar 25, Dr. beider Rechte und Advokat in Frankfurt seit 14736, Rat Landgraf Heinrichs III. 1479 März 77, vertritt 1482 Mai 6 neben dem Lichtenberger Amtmann Gernand von Schwalbach den Landgrafen Heinrich III. beim Verzicht der Markgräfin Ottilie von Baden auf den Nachlaß ihres Großvaters Graf Philipp von Katzenelnbogen8, Schultheiß zu Frankfurt seit 14869; z. Zt. der Kölnischen Vormundschaft 1486 April 6 als Rat Landgraf Wilhelms III. bezeichnet10, ist im August 1486 Mitglied einer hessischen Grenzkommission zur Regelung strittiger Grenzfragen zwischen Mainz und Hessen11. 1489 November 11 verschreibt ihm Landgraf Wilhelm III. wegen der Dienste, die er seinem † Vater Landgraf Heinrich und ihm bisher geleistet hat, 1 Fd. Wein und 20 MI. Korn, die ihm der Darmstädter Landschreiber jährlich zu Martini bis auf Widerruf liefern soll12. Im Kanzleigericht zu Marburg 1490 Juni 1513, 1496 Mai 914, Rat Landgraf Wilhelms III. 1497 August 2315. Mitverfasser des hessischen Landrechts von 149716. Gestorben 1502 August 3017.
- Ausführlich behandelt von R. Jung in: Die Stadtbibliothek in Frankfurt am Main von Fr. Cl. Ebrard. 1896 S. 125 ff. ↑
- Zahlreiche Nachrichten über ihn und seine Familie bei Küch, Marburger Rechtsquellen, nachgewiesen im Index. – Vgl. auch W. Bücking, Beiträge zur Gesch. der Stadt Marburg (ZHG 18, 1880) S. 36 Anm. ↑
- Gundlach III S. 190 f. ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 180. ↑
- Ebd. II S. 222: meister Ludewig, unsern hern lantgraven Hermans dyner. ↑
- Siehe Anm. 1. ↑
- Rechn. I, Spangenberg (98/8 Bl. 29v.): er befindet sich auf dem Weg nach Mühlhausen, wo er den Landgrafen auf einem Tag gegen Graf Wilhelm von Henneberg vertritt (Rechn. I, Marburg Kammerschreiber 2/3 Bl. 47). ↑
- Demandt, Katz. Regg. Nr. 6069. ↑
- Siehe Anm. 1. ↑
- Urkk., Depositum der Stadt Marburg. ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/7 Bl. 40): außer ihm und den Räten Landgraf Wilhelms I. von Niederhessen sind darin vertreten: der Marschall Johann Schenk zu Schweinsberg, Sittich von Berlepsch, Apel von Grüßen und der Rheinfelser Amtmann Volprecht Schenk zu Schweinsberg. ↑
- Kopiar 17 Nr. 39. ↑
- Kopiar 58 Nr. 170. ↑
- Siehe Anm. 3. ↑
- Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. LXVIII. ↑
- Siehe unter Dr. Jakob Koler. ↑
- Siehe Anm. 1. ↑
- Literatur
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- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 122 (Reinhard Frost)
Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 624, Nr. 2223
Demandt, Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060–1486, Bd. 2: 1418–1482, Wiesbaden 1954
Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 190 f. - Ebrard (Hrsg.), Die Stadtbibliothek in Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 1896, S. 125 ff.
- Bücking, Beiträge zur Geschichte der Stadt Marburg, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 18 (1880), S. 1-37
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 122 (Reinhard Frost)
