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Portrait

Hans Klassen
(1893–1959)

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GND-Nummer

124221629

Klassen, Hans [ID = 10361]

* 13.9.1893 Novo-Sofiewak, Rußland, † 18.9.1959 München, mennonitisch
Verleger, Übersetzer, Lebensreformer, Prediger
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1914 Studium der Elektrotechnik in Illmenau
  • im Krieg Dolmetscher, dann als „feindlicher Ausländer“ in Altengrabow und auf Schloss Hassenberg bei Coburg inhaftiert
  • 1923 Gründer der Lebensgemeinschaft Neu-Sonnefeld bei Coburg und Leiter des süddeutschen Zentrums des Deutschen Versöhnungsbundes
  • 1926 Mitglied der religiösen Gemeinschaft der Freunde (Quäker) (1939 ausgeschlossen)
  • 1928 Verleger in Heppenheim, Zusammenarbeit mit Ewald Könemann, Otto Paucke, Adolf Friedrich Ellerbrock und enger Kontakt zu Martin Buber und Paul Geheeb, der Hans Klassen bis zu seinem Lebensende finanziell unterstützte
  • im „Essigkammweg“ in Heppenheim Bau eines illegalen russischen Holzhauses mit Süßmostzubereitung, Verkauf und „Diät-Pension“
  • 1935-1936 als Deutschlehrer an einer Schule der Mennoniten in Witmarsum, Brasilien
  • 1937 aus gesundheitlichen Gründen Umzug nach St. Urban, Kärnten, am Ossiacher See, Bau eines Heimes mit Diätpension
  • 1938 in Darmstadt Kursleiter in Russisch am Volksbildungswerk der Deutschen Arbeitsfront
  • 1940 Mitarbeiter der Landesversicherungsanstalt in Darmstadt
  • 5.1941 Umzug nach Oranienburg bei Berlin und Leiter der Berliner Geschäftsstelle der Russlanddeutschen, Herausgeber der „Deutschen Post aus dem Osten“
  • 11.1942-3.1943 Sachbearbeiter der Abteilung „Deutsche Volkstums- und Siedlungspolitik“ im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete
  • ab März 1943 Sachbearbeiter der Abteilung „VINETA Aktivpropaganda“ im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, 8.1944 in Litzmannstadt Sachbearbeiter in der Einwanderungszentrale
  • 1944 deutscher Staatsbürger
  • SS-Untersturmführer
  • Kriegsende in Sachsen, dann in Alsbach an der Bergstraße und in Kassel lebend
  • gab sich eine neue Identität als Prediger für eine Mennonitengemeinde in Berlin
  • wechselnde Lebensorte in Bayern, der Schweiz und intensive Reisetätigkeit, unter anderem als Prediger bei den Pfingstgemeinden in Babenhausen, Schaafheim und Harreshausen, und als Schulbuchautor nach Moskau

Lebensorte:

  • Illmenau; Heppenheim (Bergstraße); Darmstadt; Alsbach (Bergstraße); Kassel
Familie

Vater:

Klassen, Johannes, 1856–1919, ermordet

Mutter:

Vogt, Katharina, 1860–1912

Partner:

  • Rast, Wally* Helene, (⚭ Halle an der Saale 15.8.1919) * Halle an der Saale 18.3.1893, † Nieder-Ramstadt 6.7.1939, evangelisch, Tochter des Konrad Rast, Elektrotechniker, und der Pauline Wilhelmine Martha Rühling
  • Schäfer, Johanna, 1922–1979, Heirat Ettenheim 1940, Schauspielerin
  • Bertges, Erika Wilhelmine, 1929–2008, Heirat Riedering 1957

Verwandte:

  • Klassen, Hanno <Sohn>, 1920–2004
  • Pützel, Irene, geb. Klassen <Tochter>, * 1922
Nachweise

Quellen:

Literatur:

Zitierweise
„Klassen, Hans“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/124221629> (Stand: 13.10.2025)