Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Gieselwerder

Ortsteil · 108 m über NN
Gemeinde Oberweser, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gerichtsplatz

Lagebezug:

16,5 km nordöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage:

An der Weser gelegen.

Ersterwähnung:

1093

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • An der Nordseite des Ortes finden sich die wenigen Reste einer Wasserburg. Die Anlage stand ursprünglich auf einer Weserinsel, wo aber der trennende Wasserarm später verfüllt wurde. Es blieben jedoch Teile der Umfassungsmauern, ein Tor und der Unterbau eines Halbrundturmes erhalten. Das 1504 noch erhaltene Schloß zum Werder (UA Lippoldsberg) war 1587 ganz und gar baufällig und sollte abgerissen werden (Sababurger Salbuch).

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3538159, 5718483
UTM: 32 U 538070 5716635
WGS84: 51.59947609° N, 9.5496602° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633021030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 435, davon 238 Acker (= 54.71 %), 127 Wiesen (= 29.20 %), 2 Holzungen (= 0.46 %)
  • 1961 (Hektar): 458, davon 1 Wald (= 0.22 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Gieselwerder: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • bis 1583: Amt Gieselwerder (zu dessen Umfang siehe Mittelpunkt)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Amt Sababurg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Karlshafen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • bis 1822: Amt Sababurg
  • 1822: Justizamt Sababurg (Sitz Veckerhagen)
  • 1867: Amtsgericht Veckerhagen
  • 1879: Amtsgericht Veckerhagen
  • um 1900: Amtsgericht Veckerhagen (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 170)
  • 1932: Amtsgericht Karlshafen
  • 1943: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1949: Amtsgericht Karlshafen
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1969: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

Das Dorf wurde vielleicht von Mainz um 1240 erbaut. Es kommt zuerst 1288 vor und zwar als Flecken (oppidum) (Wenck 2 ÜB 213), ebenso 1313 (GR Gieselwerder). 1409 wurde es wieder Dorf genannt.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Oberweser. Gieselwerder ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Die auf einer Insel angelegte Burg gehörte wahrscheinlich anfangs den Grafen von Nordheim, später ihren Erben, den Herzögen von Braunschweig. 1228 nannte sich Herzog Otto Herr des Werders. 1231 verkaufte er sie an Mainz. 1257 musste es die Burg (novum castrum 1241 Will, Mainzer Regesten 33, 381) wieder abtreten. 1303 überließ Braunschweig die Hälfte (deren Zubehör das spätere Amt Sababurg bildete) an Mainz. 1317 bis 1453 verpfändete Braunschweig die andere Hälfte denen von Hardenberg, verkaufte dann aber auch diese an Mainz. 1462 verpfändete Mainz das ganze Gieselwerder an Hessen.
  • 1583 trat es Mainz an Hessen ab (Hessenland 22,30).
  • Mitte des 14. Jahrhunderts verfügte das Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg nach einem Güterregister über Besitz in Gieselwerder.

Ortsadel:

Von 1093-1225 werden Grafen von Werde, Werde, de Insula hier genannt (Dobenecker l, 976 u. a. o. - 2,2223), nach Pfaffs Vermutung im Hessenland 22, 30 Amtsgrafen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1271: Pleban (Westfäl. UB 4, 1268)

Pfarrzugehörigkeit:

Gieselwerder war 1585 wie 1872 Filial von Oedelsheim (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 105)

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Oedelsheim, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oedelsheimer Pfarrer Henrich Michel um 1554.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Das Amt Gieselwerder bestamd ais dem Dörfern (Verna-)Walshausen, Arnborn, Hesebeck und die späteren Wüstungen Elveringhausen, Elwertshausen, Frankenhagen, Rappenhagen, Reiher, Rusteshagen, Schmachteshagen,Schmalenberg, Sunderdissen, Tilbike, Wicbike und Wladeke (Wenck 2 UB 213). 1583 gehörten zum Amte die Dörfer Oedelsheim, Walshausen, Arnborn und Hesebeck (Verträge mit Mainz). Das Amt wurde damals dem von Sababurg zugetan.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gieselwerder, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2062> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde