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Burg Philippstein

Burg · 260 m über NN
Gemarkung Philippstein, Gemeinde Braunfels, Lahn-Dill-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

12 km südwestlich von Wetzlar

Lage und Verkehrslage:

Etwa 3 km südlich von Braunfels über dem gleichnamigen Dorf auf einem Kalksteinfelsen gelegen.

Laufzeit: Ende 14. Jahrhundert - Mitte 16. Jahrhundert

Besitzgeschichte: Im Besitz der Grafen von Nassau-Weilburg. Die Burg war mit Burgmannen besetzt.

Funktion: Wohl zur Grenzsicherung gegen die Grafen von Solms (Burg Braunsfels) errichtet.

Baugeschichte: Um 1390 von Philipp I. von Nassau-Weilburg erbaut. 1514 wurden Erneuerungen an der Burg vorgenommen.

Baubeschreibung: Im Nordosten der Burganlage der runde Bergfried, dessen unterer Bereich (bis zu einer Höhe von 6 m) aus dem bei der Einebnung des Burgplateaus gewonnen Kalkstein erbaut wurde - der obere Teil aus Schieferstein. Der Bergfried ist mit drei Mauerzügen verbunden. Der nach Norden verlaufende Mauerzug fungierte wohl als Sperrmauer, in westliche Richtung verlief die Ringmauer, nach Süden mit dem Bergfried die Ostfront bildend die Schildmauer. Letztere hatte eine Mauerstärke von ca. 2 m und hatte auf einer Höhe von ca. 7 m einen zu beiden Seiten mit Zinnen versehenen Wehrgang. Der Zugang zum Bergfried erfolgte wohl über die Schildmauer. Die Schildmauer knickt nach etwa 7,5 m nach Südwesten ab und endete wohl in einem Rundturm (kreisrunde Vertiefung erkennbar). Auf der gegenüberliegenden Seite des Bergfrieds (Südwesten) hat sich eine zweistöckige Aussenmauer eines Wohnbaus erhalten, die mit Schild- und Ringmauer, Bergfried und Rundturm den Burgbereich umfasste. Die östliche Angriffsseite war durch einen ca. 8 m tiefen und 20 m breiten Halsgraben gesichert. (siehe Luthmer, S. 63-64)

Abgang: Die Burg war in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts noch bewohnt, verlor jedoch an Bedeutung und wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben und in der Folgezeit teilweise zur Steingewinnung abgetragen.

Erhaltungszustand: Bergfried, Reste eines Wohnbaus sowie Mauerreste von Ring- und Schildmauer.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3456120, 5595055
UTM: 32 U 456063 5593257
WGS84: 50.48964352° N, 8.380611973° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53200305005

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Philippstein, Lahn-Dill-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14790> (Stand: 11.6.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde