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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 52. Ziegenhain

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Ascherode

Stadtteil · 220 m über NN
Gemeinde Schwalmstadt, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

1,5 km südwestlich von Ziegenhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits eines kleinen Seitentals der Schwalmniederung. Kirche in erhöhter Lage (sogenannter Kirchberg) am Südrand oberhalb der Siedlung. Moderne Bebauung im Westen und Osten beiderseits der Straße Treysa - Ziegenhain.

Straße Treysa - Ziegenhain.

Ersterwähnung:

1090

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf 1306 (Klosterarchiv VI Nr. 88)

Umlegung der Flur:

1907/1944

Älteste Gemarkungskarte:

1720

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3515166, 5641046
UTM: 32 U 515086 5639229
WGS84: 50.90452188° N, 9.214549812° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634022020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 700 stellbares Land, 200 Wiesen, 30 Gärten, 22 Triesche
  • 1885 (Hektar): 287, davon 172 Acker (= 59.93 %), 58 Wiesen (= 20.21 %), 31 Holzungen (= 10.80 %)
  • 1961 (Hektar): 262, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 12 Männer, 1585: 16 Hausgesesse
  • 1639: 6 Bauern, 3 Einzelne, 1 Witwe. 1681: 10 Hausgesesse
  • 1747: 17 Feuerstellen, 131 Einwohner
  • 1747: 2 Leineweber, 1 Fuhrmann. 1838 (Familien): 13 Ackerbau, 9 Gewerbe, 5 Tagelöhner
  • 1834: 200, 1885: 196 Einwohner
  • 1861: 190 evangelisch-reformierte Einwohner
  • 1885: 196, davon 193 evangelisch (= 98.47 %), 3 katholisch (= 1.53 %)
  • 1925: 315, 1939: 410, 1950: 583, 1961: 557 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 96 Land- und Forstwirtschaft, 125 produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 557, davon 529 evangelisch (= 94.97 %), 24 katholisch (= 4.31 %)

Diagramme:

Ascherode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360/67 und später: Gericht auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
  • 1807-1813: Kurfürstentum Hessen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Treysa
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Treysa
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Stadtgemeinde Schwalmstadt, deren Stadtteil Ascherode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1259 tragen die von Leimsfeld den Grafen von Ziegenhain als Ersatz für den Zehnten zu Rengershausen ihr Eigengut in Ascherode zu Lehen auf.
  • 1262 übereignen die von Goßfelden Kloster Haina ihre Güter zu Ascherode.
  • 1306 verkaufen die von Heimbach Haina die Hälfte ihrer Güter im Dorf. Die andere Hälfte erwirbt Haina von den von Heimbach 1308.
  • 1343 verzichtet Kloster Hersfeld gegenüber Haina auf die lehnsherrlichen Rechte an diesen Gütern.
  • 1350 vertauschen die Grafen von Ziegenhain Kloster Haina ihren Hof zu Ascherode.
  • Vor 1367 erwirbt Graf Gottfried VII. von Ziegenhain ein Haus mit Garten und Acker.
  • 1384 kauft der Treysaer Bürger Henne Floyder von Haina für 60 Mark Pfennige dessen Vorwerk zu Ascherode.

Zehntverhältnisse:

1349 bekunden die Riedesel gegenüber den Grafen von Ziegenhain, dass die Verpfändung des Zehnten zu Ascherode durch Ruprecht Baroch mit ihrem Einverständnis erfolgt sei.

1365 ist ein Teil des Zehnten ziegenhainisches Lehen der von Rückershausen und von Linsingen.

Ortsadel:

1253 (Klosterarchiv V Nr. 214).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pleban Hartmann von Ascherode 1231 genannt (Klosterarchiv V Nr. 67 f.).

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und später: nach Treysa eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Treysa, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Treysaer Pfarrer Nikolaus Ulner (Ulifex), der bereits um 1523 evangelisch predigte.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ascherode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4529> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde