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Herzogtum Nassau 1819 – 51. Rüdesheim

Hallgarten

Stadtteil · 199 m über NN
Gemeinde Oestrich-Winkel, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Lage und Verkehrslage:

Geschlossene Siedlung auf einem Südhang einer Vorhöhe des Gebirges unterhalb der "Hallgartener Zange" gelegen.

Ersterwähnung:

1112

Siedlungsentwicklung:

Das Winzerdorf Hallgarten ist durch Rodung einer Gemarkung von Oestrich entstanden.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Grabhügel im Gemeindewald, Distrikt 34, 35, 36, 37 und 38.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3430673, 5543931
UTM: 32 U 430626 5542154
WGS84: 50.02764196° N, 8.031428162° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439012010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1130, davon 170 Acker (= 15.04 %), 41 Wiesen (= 3.63 %), 443 Holzungen (= 39.20 %)
  • 1961 (Hektar): 1127, davon 731 Wald (= 64.86 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1525: 154 Herdstellen
  • 1700: 72 Bürger und 9 Beisassen
  • 1820: 907 Einwohner
  • 1885: 1196, davon 14 evangelisch (= 1.17 %), 1182 katholisch (= 98.83 %)
  • 1961: 1621, davon 106 evangelisch (= 6.54 %), 1505 katholisch (= 92.84 %)
  • 1970: 1811

Diagramme:

Hallgarten: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Mittelamt Oestrich
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vizedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville und Amtsvogtei Erbach
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Eltville
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Eltville
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Rheingaukreis

Gericht:

  • 1816: Amt Eltville
  • 1849: Justizamt Eltville
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Eltville
  • 1867: Amtsgericht Eltville
  • 1879: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 Eingliederung in die Stadt Oestrich-Winkel.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1112 gibt der Propst Ceizolf von Altenmünster in Meinz ein zum Eigentum (allodium) seines Klosters gehöriges Gut in Hallgarten dem Ruthard von Winkel in Erbpacht. Unter Erzbischof Adalbert von Mainz wurde 1145 eine Schenkung an das Kloster Eberbach getätigt, das hier einen Hof anlegen ließ, diesen aber 1163 zugunsten des Neuhofes wieder abstieß.
  • 1407 erlässt Erzbischof Johann II. für das Dorf Hallgarten eine Ordnung.

Zehntverhältnisse:

Seit dem 16. Jahrhundert ist das St. Viktorstift in Mainz als Zehntherr nachgewiesen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1338: Pfarrer
  • 1340-1350 Kirche erbaut, 1744 und 1895 erweitert

Patrozinien:

  • Maria (1345)

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche ist Oestrich

Patronat:

Im 16. Jahrhundert hat das Stift St. Viktor das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Mainzer Archidiakonat St. Moritz in Mainz

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hallgarten, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11016> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde