Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5815 Wehen
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Herzogtum Nassau 1819 – 41. Dasbach

Niederseelbach

Ortsteil · 310 m über NN
Gemeinde Niedernhausen, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15,3 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Siedlung am Daisbach mit Kirche in Einzellage östlich des Ortes

Ersterwähnung:

(um 1215-1222)

Siedlungsentwicklung:

Das ursprüngliche Dorf soll an anderer Stelle gelegen haben, in der Flur Altdorfwiesen bzw. Im hinteren Altdorf, nördlich der heutigen Ortslage.

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Niedernhausen

Historische Namensformen:

  • inferius Selbach (um 1215-1222) [Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185. Teilabdruck bei Bodmann, Rheingauische Alterthümer 1, S. 43 Anm. k]
  • Selbach (1360)
  • Kirchselbach (1484)
  • Nieder Selbach (1566)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (um 1215-1222)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3448840, 5560569
UTM: 32 U 448786 5558785
WGS84: 50.17904959° N, 8.2827132° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439011040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 502, davon 209 Acker (= 41.63 %), 69 Wiesen (= 13.75 %), 206 Holzungen (= 41.04 %)
  • 1961 (Hektar): 502, davon 169 Wald (= 33.67 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 23 Haushaltungen
  • 1648: 2 Haushaltungen
  • 1821: 226 Einwohner
  • 1885: 365, davon 360 evangelisch (= 98.63 %), 5 katholisch (= 1.37 %)
  • 1961: 720, davon 531 evangelisch (= 73.75 %), 182 katholisch (= 25.28 %)
  • 1970: 818 Einwohner

Diagramme:

Niederseelbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein
Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • (um 1215-1222) beklagt das Mainzer Stephanstift Güterverluste.
  • 1426 übergibt Graf Adolf II. von Nassau-Idstein dem Michaelsaltar des Stiftes Idstein einen Hof in Niederseelbach, über den das Stift noch 1549 verfügt.
  • Nach einem Weistum von 1448 ist Nassau-Idstein Herr des Kirchspiels Niederseelbach. 1491 verzichtet Gottfried von Eppstein gegenüber Nassau-Idstein auf die beanspruchte Lehnherrschaft über das Dinggericht mit zugehörigen Orten, womit er Hans von Walborn belehnt hatte, der auch für sich einen Verzichtsvergleich mit Nassau-Idstein trifft.
  • Im 17. Jahrhundert besitzt die Kirche Arnoldshain Gefälle in Niederseelbach.

Zehntverhältnisse:

1525 verpfändet Nassau-Idstein den Großen Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • (um 1215-1222): ecclesia parochialis, plebanus: Kirche um 1200 als Pfarrkirche im Selbacher Grund errichtet.
  • 1493: Priester

Patrozinien:

  • Johannes

Pfarrzugehörigkeit:

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ist Niederseelbach Pfarrei; Mutterkirche war Schloßborn.

Zum Kirchspiel gehörten Anfang des 13. Jahrhunderts Engenhahn, Königshofen, Niedernhausen und Oberseelbach zur Hälfte.

1448 werden auch Lenzhahn und Niedernhausen, im 16. Jahrhundert Wolfsbach (wüst) mit Dasbach, Gassenbach und Wiesborn (wüst) genannt.

Patronat:

1360 fällt das an die von Bicken zu Lehen ausgetane Patronatsrecht heim, seitdem hat Nassau-Idstein das Recht inne.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

Mainzer Archidiakonat St. Peter in Mainz, Dekanat Kastel

Wirtschaft

Mühlen:

1566 gestattet Graf Balthasar von Nassau-Idstein die Anlage einer neuen Mühle.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederseelbach, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10807> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde