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Herzogtum Nassau 1819 – 49. Caub-Ransel

Lorchhausen

Stadtteil · 81 m über NN
Gemeinde Lorch, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km nordwestlich von Rüdesheim am Rhein

Lage und Verkehrslage:

Siedlung ohne Ortscharakter Im Mittelrheintal an der Mündung des Betzbaches. Bebauung entland des knappen Uferstreifens. Heutige Kirche auf künstlich geschaffenem Plateau oberhalb des Ortes

Ersterwähnung:

1211

Siedlungsentwicklung:

Grenzstation des Rheingaues gegen das Gebiet um Kaub und Ausbausiedlung von Lorch.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Eine Unterscheidung von Assmannnshausen, Aulhausen Hausen v.d.H. ist in den Quellen des 13. Jahrhunderts nicht eindeutig möglich, wenn nur von Hausen ohne Bestimmungswort die Rede ist.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3413013, 5546977
UTM: 32 U 412973 5545198
WGS84: 50.05270218° N, 7.784327319° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439010030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 837, davon 234 Acker (= 27.96 %), 21 Wiesen (= 2.51 %), 387 Holzungen (= 46.24 %)
  • 1961 (Hektar): 840, davon 1 Wald (= 0.12 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1820: 426 Einwohner
  • 1885: 670, davon 4 evangelisch (= 0.60 %), 666 katholisch (= 99.40 %)
  • 1961: 797, davon 10 evangelisch (= 1.25 %), 781 katholisch (= 97.99 %)
  • 1970: 789 Einwohner

Diagramme:

Lorchhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Rheingau,sogenanntes Unterhalbamt Lorch (bis 1659 jedoch noch unter unmittelbarer erzstiftischer Herrschaft)
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim und Amtsvogtei Geisenheim
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Rheingaukreis

Gericht:

  • Gericht Lorch
  • 1816: Amt Rüdesheim
  • 1849: Justizamt Rüdesheim
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Rüdesheim
  • 1867: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Herrschaft:

Lorchhausen bildete mit Lorch zusammen eine Gemeinde und erlangte erst 1770 politische Selbstständigkeit.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.10.1971 zur Stadt Lorch

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Vor 1211 überträgt die Witwe Gertrud von Rheineck ihren Anteil an Weinbergen in Lohrhausen an das Kloster Eberbach.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1264: Pleban
  • 1342: Kirche am Nordostrand des Ortes am Hang, gegenüber den Häusern geringfügig erhöht
  • 1878-79: Erbauung einer neuen Kirche

Patrozinien:

  • Bonifatius (1342)

Pfarrzugehörigkeit:

1342 gehört Lorchhausen mit Kirche zum Kirchspiel Lorch.

1551 Erhebung zur selbstständigen Pfarrei

Patronat:

Um 1700 hat der Dompropst von Mainz das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lorchhausen, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10728> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde