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Herzogtum Nassau 1819 – 30. Feldberg

Kröftel

Stadtteil · 368 m über NN
Gemeinde Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

23,8 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf in Tallage am Kröftelbach.

Ersterwähnung:

890

Siedlungsentwicklung:

Ca. 1 km südöstlich von Kröftel ehemaliges Kleinkastell Maisel.

Historische Namensformen:

  • Cruftero, in marcu (890)
  • Cruftelo (um 1226)
  • Waltcruftela (1283)
  • Waldkruftel (1363)
  • Kröfftel off der Emse (ca. 1460)
  • Cruftel
  • Crefftel (1556)
  • Cruftell (1566)
  • Crüftell (um 1650)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3455769, 5565749
UTM: 32 U 455712 5563963
WGS84: 50.22617405° N, 8.379109361° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439008060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 384, davon 150 Acker (= 39.06 %), 48 Wiesen (= 12.50 %), 172 Holzungen (= 44.79 %)
  • 1961 (Hektar): 387, davon 169 Wald (= 43.67 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 25 Haushaltungen
  • 1594: 23 Haushaltungen
  • 1821: 124 Einwohner
  • 1885: 219, davon 214 evangelisch (= 97.72 %), 5 katholisch (= 2.28 %)
  • 1961: 295, davon 229 evangelisch (= 77.63 %), 65 katholisch (= 22.03 %)
  • 1970: 387

Diagramme:

Kröftel: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • um 1550: Gericht Heftrich
  • um 1650: Greicht „In der Ems“
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 zur Stadt Idstein.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1226 verpfändet Gottfried II. von Eppstein 30 Malter Hafer zu Kröftel und Schloßborn an Konrad von Hattstein. Die eppsteinischen Einkünfte beruhen auf der Vogtei über die Güter des Stiftes St. Stephan zu Mainz. 1290/93 eppsteinisches Register über Einkünfte aus dem Waldgebiet des Stephansstiftes in Mainz.
  • Im Vertrag zwischen Nassau und Eppstein 1283 erfolgt eine Regelung gegenseitiger Ansprüche: Das Gericht und andere alte Rechte sowie der Fischfang im Kröftelbach aufwärts des Weges von Schloßborn nach Oberjosbach sollen Nassau gehören, während Eppstein die bisherigen Rechte gewahrt bleiben. Eppsteinischer Herkunft sind die Güter und Rechte, um die Graf Eberhard von Katzenelnbogen 1363 mit dem Stephansstift streitet. 1476 versetzten Graf Johann von Nassau-Idstein und Philipp von Eppstein Gülten zu Kröftel an Walther von Reifenberg. 1563 unnd 1578 Auseinandersetzung zwischen Nassau-Idstein und den Grafen von Stolberg, den Erben der Eppsteiner, wegen der Grenze zwischen Kröftel und Schloßborn, der Bestrafung des eppsteinischen Schultheißen zu Kröfte, weil er trotz Verbot das Dinggericht zu Schloßborn besucht hat.
  • 1565 und 1575 Lehnreverse der Grafen von Stolberg für das Mainzer Stephansstift u.a. über Güter zu Kröftel. Diese werden 1581 von Mainz erworben und 1595 für 5000 Gulden an Nassau-Idstein abgetreten, das fortan die alleinige Herrschaft in Kröftel hat.

Zehntverhältnisse:

1454 fällt dem Stift St. Martin in Idstein seitens der gräflich nassauischen Kellerei Idstein aus dem Zehnten in Kröftel 1/2 Malter Korn zu.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich vermutlich zum Kirchspiel Schloßborn, 1594 zum Kirchspiel Heftrich gehörig. Ab 1612 Kirchspiel Oberrod, hier als Filialkirche 1614 erstmals belegt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Wirtschaft

Mühlen:

1653 wird die Johannes Hartmanns-Mühle erwähnt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kröftel, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10789> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde