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Herzogtum Nassau 1819 – 40. Wehen

Breithardt

Ortsteil · 290 m über NN
Gemeinde Hohenstein, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle; Stadt

Lagebezug:

6 km nordöstlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Siedlung mit langgestrecktem Grundriß parallel zum Breithardter Bach.

Ersterwähnung:

um 1260

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 1418 Befestigungsrecht

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3435560, 5562462
UTM: 32 U 435511 5560677
WGS84: 50.19476969° N, 8.096494496° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439006020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1153, davon 502 Acker (= 43.54 %), 106 Wiesen (= 9.19 %), 497 Holzungen (= 43.10 %)
  • 1961 (Hektar): 1161, davon 511 Wald (= 44.01 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 54 nassauische Haushalte
  • 1634: 49 Mannschaften, 10 Witwen, 52 bewohnte Herdstätten, 15 unbewohnte Herdstätten, verfallene Häuser und ledige Placken 4
  • 1821: 431
  • 1885: 626, davon 576 evangelisch (= 92.01 %), 40 katholisch (= 6.39 %), 10 Juden (= 1.60 %)
  • 1961: 1036, davon 793 evangelisch (= 76.54 %), 226 katholisch (= 21.81 %)
  • 1970: 1257
  • um 1700: 172 Einwohner

Diagramme:

Breithardt: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1816: Amt Wehen
  • 1849: Justizamt Wehen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
  • 1867: Amtsgericht Wehen
  • 1945: Amtsgericht Bad Schwalbach

Herrschaft:

1418 Stadtrechtsverleihung durch König Sigismund (Regesta Imperii 11, Nr. 3039), 1423 wurden die Rechte erneuert, Breithardt allerdings auch wieder als Dorf bezeichnet. (Regesta Imperii 11, Nr. 5521)

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1972 zur Gemeinde Hohenstein.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1280/85 werden Hörige der Herren von Eppstein genannt. 1344 überträgt Herwin von Watzhahn Güter an das Kloster Eberbach. 1350 übertragen Walter und Seifert von Hohenstein ihr Breithardter Gut dem Grafen von Diez. 1429 Sühne zwischen Nassau-Idstein und Katzenelnbogen über die von den Kazenelnbogischen Hörigen zu Breithardt zu leistenden Diensten. 1404 verleiht die Dompropstei Mainz das Gericht und den halben Zehnten als Lehen an Nassau-Idstein, die das Dorf 1419 als Erblehen innehaben. 1429 verzichtet Adam Hube von Hohenstein gegen eine Entschädigung von 1000 Gulden auf alle Ansprüche auf Dorf, Vogtei, Kirchensatz und Zehnten zu Gnsten von Nassau-Idstein, jedoch werden 1430 und 1452 Hohensteiner von der Dompropstei mit Dorf, Vogtei und Zehnt Breithardt belehnt. 1464 entgültiger Verzicht hohensteinischer Ansprüche. 1466 verpfändet Nassau-Idstein seine Anteile an Breithardt an Katzenelnbogen.

Zehntverhältnisse:

1359 gehört der Zehnte der Mainzer Dompropstei, die 1364 den Verlust von 50 malter Weizen durch einige Adlige beklagt, andere, ihr zustehende Rechte wage das Schöffengericht nicht offen zu bestätigen, auch sei ihr Hof seit langer Zeit zerstört.

Ortsadel:

1390: Reinhardt von Breithardt

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Heutige evangelische Pfarrkirche mit Kirchhofmauer und Torbau vor oder um 1200 errichtet.
  • 1364: Kirche erwähnt

Patrozinien:

  • Heilig Kreuz

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1465 Pfarrei. Zum Kirchspiel gehörten Born, Holzhausen über Aar, Rensfelden (wüst) und Steckenroth. Ferner vermutlich Adolphseck, das 1506 zum Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz gehörte

Patronat:

Das Patronatsrecht hatte zunächst die Hube von Hohenstein inne, 1429 ging es an Nassau-Idstein (ältere Linie) über.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kirchliche Mittelbehörden:

Mainzer Archidiakonat St. Peter in Mainz, Dekanat Kastel

Kultur

Schulen:

1594 Schule erwähnt, die sich auf dem damals westlich der Kirche erstreckenden Kirchhof befand.

Wirtschaft

Mühlen:

1635 werden die Pfauen-, Uhus-, Wein- und Stutzenmühle genannt.

Markt:

1418 Verleihung eines Wochenmarktes

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Breithardt, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10757> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde