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Herzogtum Nassau 1819 – 51. Rüdesheim

Stephanshausen

Stadtteil · 330 m über NN
Gemeinde Geisenheim, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Lage und Verkehrslage:

Siedlung im weiten Tal des Vorderwaldes vor der Höfe des Rheingaugebietes. Kirche am Nordhang in zentraler Lage.

Ersterwähnung:

um 1250

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Latènezeitliche Ringwallanlage auf dem Zwirnsberg, ferner steinzeitliche und latènezeitliche Abfallgruben in der Nähe.
  • Grahügel im Distrikt Sang.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3424733, 5544849
UTM: 32 U 424688 5543071
WGS84: 50.03517248° N, 7.948363758° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439004030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 312, davon 168 Acker (= 53.85 %), 35 Wiesen (= 11.22 %), 89 Holzungen (= 28.53 %)
  • 1961 (Hektar): 287, davon 66 Wald (= 23.00 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1700: 12 Bürger und 2 Beisassen
  • 1820: 206 Einwohner
  • 1885: 255, davon 0 evangelisch, 255 katholisch (= 100.00 %)
  • 1961: 346, davon 8 evangelisch (= 2.31 %), 338 katholisch (= 97.69 %)
  • 1970: 456

Diagramme:

Stephanshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1604: Kurfürstentum Mainz, Mittelamt Oestrich
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim und Amtsvogtei Geisenheim
  • 1803: Nassau-Usingen, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VIII (Kreisamt Rüdesheim)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Rüdesheim
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Rheingaukreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingaukreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Rheingaukreis

Gericht:

  • 1671 Zentgericht zu Winkel
  • 1816: Amt Rüdesheim
  • 1849: Justizamt Rüdesheim
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Rüdesheim
  • 1867: Amtsgericht Rüdesheim am Rhein

Herrschaft:

1743 ist ein eigenes Gemeindesiegel vorhanden

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1977 Eingemeindung zur Stadt Geisenheim.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1250 ist Stephanshausen als Lehen der Herren von Bolanden an die Herren von Waldeck (Lorcher Adel) ausgetan. 1340 ging der Besitz an das Haus Nassau-Saarbrücken über, die es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die Herren von Hohenweisel und 1564 an Magnus zu Vetzburg ausgaben. 1660 verkaufte Nassau-Saarbrücken das halbe Dorf an die Freiherren von Greiffenklau zu Vollrads.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1401 Kapelle und Kaplan.
  • Die vermutlich gotische Kirche wurde 1635 durch die Schweden niedergebrannt und 1653 wiederaufgebaut. Entscheidende Erweiterung 1749.

Patrozinien:

  • Michael

Pfarrzugehörigkeit:

Bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehört Stephanshausen zur Pfarrei Lorch, bis es 1577 dem Mittelamt zugeordnet wurde und damit zur Pfarrei Winkel gehörte. 1655 kam es zur neuen Pfarrei Presberg, bis es 1755 zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde.

Patronat:

Das Patronatsrecht hatten zunächst die Herren von Breidbach inne, im 18 Jahrhundert dann die Freiherren von Greiffenclau..

Bekenntniswechsel:

Die Reformation konnte sich im Erzbistum Mainz nicht durchsetzen. Der Ort blieb katholisch.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Stephanshausen, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10843> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde