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5622 Steinau
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 95. Steinau

Ulmbach

Stadtteil · 392 m über NN
Gemeinde Steinau an der Straße, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,2 km westlich von Schlüchtern

Siedlungsentwicklung:

1420 wurde das lange wüst gelegene Dorf neu besiedelt.

Historische Namensformen:

  • Ulenbach (1253)
  • Ulmbach (1373)

Ortsteile:

  • Ürzell, Ulmbach (ab 31.12.1971)
  • Sarrod (ab 1.4.1972)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3530040, 5581586
UTM: 32 U 529953 5579793
WGS84: 50.36944047° N, 9.421189356° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435028100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1539, davon 897 Acker (= 58.28 %), 488 Wiesen (= 31.71 %), 33 Holzungen (= 2.14 %)
  • 1961 (Hektar): 1947, davon 362 Wald (= 18.59 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1789: 112 Nachbarn und 2 jüdische Haushaltungen
  • 1812: 117 Feuerstellen, 1023 Seelen
  • 1885: 1163, davon 37 evangelisch (= 3.18 %), 1065 katholisch (= 91.57 %), 61 Juden (= 5.25 %)
  • 1895:1201 Einwohner
  • 1961: 1419, davon 51 evangelisch (= 3.59 %), 1349 katholisch (= 95.07 %)
  • 1970: 1606

Diagramme:

Ulmbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1373: Fuldisches Amt Ulmbach (seit 1699 Ürzell). Zum Umfang s. Mittelpunkt
  • 1787: Fürstabtei Fulda, Amt Ürzell
  • 1803: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Amt Ürzell
  • 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund, Fürstentum Fulda, Amt Salmünster
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Salmünster
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Stadt und Amt Salmünster
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Salmünster
  • 1830: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Schlüchtern
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Schlüchtern
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Schlüchtern
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Schlüchtern

Gericht:

  • Gericht Ulmbachnach 1684 Gericht Ürzell,
  • Amtsgericht Salmünster
  • 1822: Justizamt Salmünster
  • 1867: Amtsgericht Salmünster
  • 1968: Amtsgericht Schlüchtern

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1974 in die Stadt Steinau an der Straße eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1373 und 1381 versetzt Fulda das Gericht je zur Hälfte an die von Mörle,
  • 1415 gehörte es der Propstei Neuenberg, die sich 1434 mit denen von Mörle verglich.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1319 und 1332: Pfarrkirche St. Cyriacus

Patrozinien:

  • Cyriacus (1656)

Pfarrzugehörigkeit:

1319 Filiale von Salmünster. 1404 stand die Pfarrei unter dem Rossdorfer Kapitel. 1415 gehörten nach einem Weistum neben dem Pfarrdorf die Dörfer, Höfe oder Mühlen Ober - und Unterstupach, Ürzell (soweit das Dorf auf der linken Seite der Steinau liegt), Ulmbacher Mühle, Altengesäß (Wüstung bei Kressenbach), Winden, Hagensmühle, Bechtholdes, Hiltwinsmühle, Korpsalz, Kinderrode und Hornscheissis. Die Filialkirche in Ürzell wird 1605 als verfallen bezeichnet. 1684 ist Klesberg Filialort von Ulmbach.

Später katholische Pfarrei des Dekanats Neuhof.

Patronat:

Das Kollationsrecht besaß im Spätmittelalter der Propst des Klosters Neuenberg.

Bekenntniswechsel:

Der Ort blieb katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Mariengraden, Dekanat Roßdorf, Sendbezirk Salmünster

Juden:

Provinzial Rabbinat Hanau

1861: 36; 1905: 57; 1932/33: 32 Juden

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten Juden nachweislich in der Stadt. Allerdings bestand die jüdische Gemeinde nur aus wenigen Mitgliedern. Vor 1933 waren es lediglich 9 Familien. Die Gemeinde löste sich vor 1938 auf; in diesem Jahr waren noch 3 jüdische Familien im Ort.

Der Friedhof Eckardroth war für den Ort zuständig.

Berufe: Viehhändler

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zum Gericht Ulmbach des Propstes zählten 1415: Ober- und Niederstubach und halb Ürzell, ferner Altengesäß, Bechtoldes, Honscheissis, Kinderode, Korbsalza, Sarrod, Winden und 2 Mühlen.

1699 verlegte Fulda den Sitz des Amtes nach Ürzell.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ulmbach, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12560> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde