Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Schöllenbach

Ortsteil · 185 m über NN
Gemeinde Oberzent, Odenwaldkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Siedlung

Lagebezug:

11,5 km südöstlich von Erbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit lockerer Häuseranordnung am Oberlauf des Euterbachs im Buntsandsteingebiet bei doppelseitiger Tallage.

Bahnhof (Bahnhof Krähberg) der Eisenbahnlinie Hanau – Eberbach ("Odenwaldbahn I";"Mümlingtalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1882).

Historische Namensformen:

  • Schellinbach (1344)
  • Schellenbuch (1366)
  • Schellinbuch (1370)
  • Schelnbuch (1398)
  • Schelmbach (1462)
  • Schelinbach
  • Schelnbach (1487)
  • Schelnbach (1553)
  • Schelnpach (16. Jahrhundert)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 1307

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3505087, 5492184
UTM: 32 U 505010 5490427
WGS84: 49.56641284° N, 9.06928155° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

437016180

Frühere Ortskennziffer:

437008030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 5700, davon 742 Acker, 211 Wiesen, 4646 Wald
  • 1961 (Hektar): 1574, davon 1406 Wald (= 89.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1545: 21 wehrfähige Männer
  • 1829: 363 Einwohner
  • 1961: 501, davon 386 evangelisch (= 77.05 %), 113 katholisch (= 22.55 %)
  • 1970: 256 Einwohner

Diagramme:

Schöllenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Grafschaft Erbach-Fürstenau, Amt Freienstein
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis

Altkreis:

Erbach

Gericht:

  • Zentgericht Beerfelden
  • 1820: standesherrliches Amt Freienstein
  • Mai 1822: Landgericht Beerfelden
  • September 1822 bis 1853: Landgericht Freienstein in Beerfelden
  • 1879: Amtsgericht Beerfelden
  • 1968: Amtsgericht Michelstadt

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 zur Gemeinde Hesseneck, seit dem 1.1.2018 Stadtteil der Stadt Oberzent.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1344 verkauft der Edelknecht Arnold von Freienstein alle seine Güter im dorf und der Mark Schöllenbach und auf dem Hohenberge für 150 Pfund Heller an seinen Lehnsherrn Schenk Konrad von Erbach. 1366 erlubt Pfalzgraf Ruprecht Schenk Konrad von Erbach, seine Ehefrau Margarete, geborene von Erbach, auf seine Hälfte von Schöllenbach und dem Hohenberge zu bewittumen. 1370 genehmigt Pfalzgraf Ruprecht, dass Schenk Konrad von Erbach seinen Teil des Dorfes usw. dem Vogt zu Dieburg, Heinrich vom Rine verpfändet hat. 1443 belehnt Pfalzgraf Ludwig Schek Konrad von Erbach mit seinem Teil an Schöllenbach. 1462 bewittumt Schenk Philipp von Erbach seine Ehefrau Margarete, geborene von Hohenlohe, mit Willen des Pfalzgrafen Friedrich auf Schöllenbach. 1806 gelangt der Ort mit dem Erbach-Fürstenauischen Amt Freienstei an das Großherzogtum Hesse.

Zehntverhältnisse:

1383 hat Kodwitz von Aulenbach einen Teil des Zehnten. 1398 hat der Edelknecht Cunz Kodewiß einen Teil des Zehnten von Schenk Eberhard von Erbach zu Lehen.

Ortsadel:

1303: Hang von Schillingsbach

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1465: Kapelle erbaut
  • 1487: Kaplan erwähnt

Patrozinien:

  • Maria (1474)

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche ist Beerfelden.

Patronat:

Das Patronatsrecht haben 1465 die Schenken von Erbach inne.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Beerfelden, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Beerfeldener Pfarrer Michael Balneator ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

In vorreformatorischer Zeit Wallfahrt zur Marienkapelle

Wirtschaft:

Zum Eisenhammer s. Hammer

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schöllenbach, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14034> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde