Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Groß-Zimmern

Gemeinde · 153 m über NN
Gemeinde Groß-Zimmern, Landkreis Darmstadt-Dieburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

3 km südöstlich von Dieburg

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Offenbach am Main – Reinheim ("Rodgaubahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1896) bis zur Stilllegung 1980 (Strecke von hier nach Reinheim bereits 1965 stillgelegt).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Darmstadt/Ost – Groß-Zimmern (Inbetriebnahme der Strecke 24.8.1897) bis Stilllegung der Strecke am 23.9.1966.

Ersterwähnung:

1276

Historische Namensformen:

  • Cymmere (1250) [Demandt, Regesten Katzenelnbogen 1, Nr. 104]
  • Zymmirin (1313)
  • Zymmern (1323)
  • Cymmern superior (1333)
  • Obernzimmern (1370)
  • Zummern (1372)
  • Zymern (1373)
  • Zymmern (1376)
  • Czymmern (1394)
  • Großen Zymern
  • Zymern dorff (1403)
  • Oberzimmern (1444)
  • Zimmern (1518)
  • Großen Zimbern (1595)

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1313)

Ortsteile:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3487819, 5526374
UTM: 32 U 487749 5524603
WGS84: 49.87370857° N, 8.829500535° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

432011010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 7027, davon 3587 Acker, 567 Wiesen, 2872 Wald
  • 1961 (Hektar): 1790, davon 713 Wald (= 39.83 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1633: 524 Einwohner
  • 1829: 1408 Einwohner
  • 1961: 6635, davon 3483 evangelisch (= 52.49 %), 2998 katholisch (= 45.18 %)
  • 1970: 8751 Einwohner

Diagramme:

Groß-Zimmern: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen und Kurfürstentum Pfalz gemeinschaftlich je zur Hälfte, Amt Umstadt. Als Lehen an den Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort ausgetan (außer der hessischen Zinsgasse)
  • 1805: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Umstadt (inklusive des kurpfälzischen bzw. löwensteinischen Anteils)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Umstadt
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Dieburg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Dieburg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Dieburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Dieburg
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg

Altkreis:

Dieburg

Gericht:

  • Cent: Umstadt
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen und Kurfürstentum Pfalz haben gemeinschaftlich die Centgerichtsbarkeit je zur Hälfte, die Niedergerichtsbarkeit übt der Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort als Lehnsmann aus
  • 1821: Landgericht Umstadt
  • 1879: Amtsgericht Gross-Umstadt
  • 1905: Amtsgericht Dieburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 Eingliederung der Gemeinde Klein-Zimmern

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1276 belehnt Gottfried von Brauneck Heinrich von Heusenstamm und seine Ehefrau Agnes mit den durch den Tode des Auerhan von Dieburg heimgefallenen Lehen.
  • 1323 gibt der Abt Heinrich von Fulda das Dorf Zimmern Ulrich von Bickenbach zu Lehen. 1374 ist das Dorf in ungeteilter Gemeinschaft zwischen Fulda und Hanau. Im gleichen Jahr verpfändet der Abt seinen Anteil an Hanau. 1521 wid vertraglich festgelegt, dass Hessen und Kurpfalz Groß-Zimmern gemeinschaftlich besitzen sollen. 1802 gelangt die kurpfälzische Hälfte an Hessen.

Zehntverhältnisse:

1380/88 sind die Herren von Bickenbach im Besitz des Zehnten

Ortsadel:

Georg von Zimmern (1250)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1376: Pleban

Patrozinien:

  • Bartholomäus

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche ist Umstadt 1376 Pleban erwähnt, um 1400 wahrscheinlich Pfarrei

Patronat:

Patronatsherr bis 1390 Kloster Fulda, danach Kollegiatstift in Aschaffenburg

Kurfürsten von der Pfalz (reformierte Pfarrei)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Fabri 1558-1582

Neben der lutherischen Gemeinde bestand ab 1650 eine reformierte.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat

Juden:

1767: Synagoge

1932/33: 71 Juden

Die Synagoge lag in der Mittelstrasse. Es gab zudem Mikwe und Schächteramt.

Wirtschaft

Mühlen:

1380 ist die Mühle Katzenelbogensches Mannlehen.

Zoll:

1491 hat Hans von Walbrunn, Burggraf zu Starkenburg, den Zoll zu Zimmern von Schenk Asmus von Erbach zu Lehen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Groß-Zimmern, Landkreis Darmstadt-Dieburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13423> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde